Britisches Pfund auf Talfahrt – Wo England-Shopping lohnt

Kurssturz Brexit Online-Shopping

Europa bestimmt dieser Tage die Schlagzeilen. Doch nicht die Griechen oder die Fussball-Europameisterschaft dominieren die Titelseiten, es sind die Briten und die Entscheidung, die EU zu verlassen. Auch wenn die weitere Entwicklung und die Folgen des Referendums noch nicht absehbar sind, zeigt sich eines ganz deutlich: Wirtschaft und Finanzwelt sind geschockt. Der Wechselkurs des britischen Pfunds befindet sich seit Tagen im freien Fall. Rund 10 Prozent hat der Euro seit der Brexit-Entscheidung zugelegt. Gab es vor dem Ergebnis des Referendums noch circa 0,76 Pfund für 1 Euro sind es mittlerweile bereits 0,83 Pfund. Während für die Briten das Einkaufen im Euro-Raum so nun teurer wird, bekommen Bewohner des Euro-Raums in Großbritannien nun mehr für ihr Geld.

Kurssturz Britisches Pfund Online Shopping

Pfund-Kurssturz als Schnäppchenchance für Euro-Päer

Generell macht eine schwächelnde lokale Währung den Urlaub für uns vor Ort günstiger. Das niedrige Pfund ermöglicht niedrige Preise für Unterkünfte, Mietwagen, Restaurants und viele weitere Reiseannehmlichkeiten. Zumindest allgemein. Ist da nicht auch bei der Buchung aufgrund des Wechselkurses ein Schnäppchen zu machen? Durch Buchung bei einer britischen Website sollte doch ein Rabatt drin sein. Und auch bei Online-Shops sollte der günstige Wechselkurs den Einkauf vergünstigen.

Wechselkursgenaue Umrechnung für Reisen

Den veränderten Wechselkurs bemerken wir allerdings hier nur mittelbar. Schaut man bei den einschlägigen Anbietern, wie Expedia oder Trivago vorbei, sind die Preise bereits angepasst. Ob man als Währung englische Pfund oder Euro angibt ändert am Preis letztendlich nichts. Die Bezahlung per Pfund hätte unter Umständen sogar Fremdwährungsgebühren bei Kreditkartenzahlung zur Folge.

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Auch bei Flügen bringen die Turbulenzen am Währungsmarkt den Verbrauchern keine unmittelbaren Vorteile. Auch die Tickets der Airlines werden automatisch dem gültigen Wechselkurs angepasst. Pfund-Schnäppchen sind daher bedauerlicherweise nicht zu machen. Günstiger ist der Urlaub und das Einkaufen in Großbritannien dennoch.

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Rabatt-Chancen beim Online-Shopping

Auch wenn die Urlaubsbranche sich schnell an neue Wechselkurse anpasst, die Online-Shops reagieren auf Änderungen deutlich langsamer. Die Preise zeigen, dass sich das Shoppen auf der britischen Insel im Moment durchaus lohnt.

Doch die wunderbare Shopping-Welt hat buchstäblich Grenzen. Nicht jeder Store versendet die Bestellung weltweit. Bei Apple wären durch das günstige Pfund wahre Schnäppchen möglich. Während man im deutschen Apple-Store online für ein iPhone 6s mit 64 GB Speicher gut 855 Euro zahlt, sind bei Apple UK umgerechnet nur rund 749 Euro fällig. Die Ersparnis von 106 Euro ist beachtlich. Allerdings bedient Apple auch online nur die jeweiligen nationale, Märkte mit eigenen Apple Stores. Ein Versand ins Ausland ist nicht möglich. Ebenso liefert auch H&M den Einkauf nur innerhalb von Großbritannien.

Shoppen-in-England

Shoppen wie ein Engländer

Ein wirkliches Hindernis ist das allerdings nicht. Mit Freunden oder Verwandten in Großbritannien ist die günstige Bestellung schnell erledigt und das Paket kommt über einen Umweg in Deutschland an. Innerhalb der EU brauchen wir uns hinsichtlich Steuern und Zöllen keine Gedanken machen. Doch was macht man ohne entsprechende Beziehungen? Man nutzt einen Dienstleister.

Mit Borderlinx kann in Großbritannien mit einer britischen Lieferadresse bestellt werden. Weiter sind Bestellungen in den USA und in Asien möglich. Borderlinx sendet die Bestellung nach Eingang weiter direkt zum Besteller. In unserem Test haben wir uns den Service genauer angesehen. Natürlich berechnet der Anbieter dafür eine Gebühr, doch für teurere Bestellung kann sich die Nutzung von Borderlinx durchaus lohnen.

Asos

Der englische Modeshop macht das Einkaufen für Kontinental-Europäer einfach. Per Drop-down-Menü lässt sich das gewünschte Land und die Währung auswählen. Von Deutschland aus lässt sich so sehr simpel in englischen Pfund shoppen. Dazu spart man mit dem Gutscheincode BIGTHANKS10 weitere 10%.

  • www.asos.de
  • kostenloser Versand ab 29,99€ Bestellwert, ansonsten 3€ Porto
  • kostenloser Rückversand
  • verschiedene Zahlungsarten (PayPal, Klarna, Kreditkarte, Sofort-Überweisung)

Asos-guenstig-shopping

Original-Preis £Preis bei Zahlung in €Original-Preis €Ersparnis
Hilfiger Denim – Sweatshirt58,21£69,86€81,99€12,13€ / 15%
Carhartt Jacke60,35£72,42€84,99€12,57€ / 15%
adidas Originals – Trainingsjacke53,24£63,89€74,99€11,10€ / 15%
Nike SB – Sneakers95,85£115,03€134,99€19,96€ / 15%
Polo Ralph Lauren – T-Shirt31,94£38,33€44,99€6,66€ / 15%

 

Amazon

Abseits von Bekleidung ist der Markt deutlich enger. Wer sich über die hohen Preise in Deutschland beklagt, der sollte sich anschauen, was für Verstärker, Computer-Bauteile, Küchenausstattung oder Fernseher auf der britischen Insel hinzulegen ist. Im Test konnten wir keine Produkt finden, bei dem sich der Kauf aufgrund des Wechselkurses lohnt. Dabei sind immer wieder günstige Produkte in den europäischen Amazon-Shops zu finden. Gezielt danach suchen macht jedoch keinen Sinn.

Grundsätzlich macht uns Amazon den Einkauf leicht. Wer sich mit dem deutschen Account einloggt, kann sowohl in Deutschland wie auch in jedem Amazon-Shop weltweit einkaufen. Vorraussetzung ist lediglich eine Kreditkarte.

Beim Einkauf in einer Fremdwährung bietet Amazon eine Umrechnung an. Günstiger ist es jedoch, in der jeweiligen Landeswährung zu bezahlen, denn Amazon behält einen Teil der Währungsumrechung ein. Nur wem für den Kreditkarteneinsatz eine hohe Gebühr berechnet wird, sollte sich die Amazon-Umrechnung näher anschauen.

Amazon-Bestellung-in-England


Auslandszahlungen

Bezahlen im Ausland ist häufig einfach. Die Online-Shops bieten hierfür in der Regel mehrere Zahlungsarten. Während bei Zahlungen im Euroraum nichts weiter zu beachten ist, können bei Fremdwährungen zusätzliche Kosten versteckt sein.

Gerade bem Einkauf mit Kreditkarte wird in vielen Fällen eine Gebühr bei der Zahlung in Fremdwährung berechnet. Dieses sogenannte Auslandsentgelt kann je nach Kreditkartenanbieter zwischen 0,8 und 2 Prozent des Zahlungsbetrags betragen. Bei einigen Kreditkarten ist die Zahlung in Fremdwährung dagegen kostenlos. Hier sollte man sich informieren, bevor das vermeintliche England-Schnäppchen doch teurer als erwartet wird. In unserem Vergleichstest der besten Kreditkarten sind die Gebühren der wichtigsten Anbieter aufgelistet.

Gerne wird für Auslandszahlungen PayPal verwendet. Der angebotene Kauferschutz bietet zusätzliche Sicherheit. Doch auch der Finanzdienstleister will von Fremdwährungsgeschäften seinen Anteil. Daher wird das Online-Shopping in Großbritannien auch bei Bezahlung via PayPal teurer als zunächst gedacht. die Überweisung selbst ist zwar kostenlos, doch für die Umrechnung stellt der Dienstleister eine Gebühr von 3,5 Prozent in Rechnung. Hier ist das Deaktivieren der Kursumrechnung und die Zahlung per Kreditkarte in der Landeswährung häufig der günstigere Weg.

Nicht zuletzt wird häufig auch die herkömmliche Überweisung als Zahlungsart angeboten. Innerhalb der EU sind dank SEPA kostenlose Überweisungen möglich. Allerdings gilt das nur für Euro. Sobald eine Währungsumrechnung, wie bei einer Überweisung nach Großbritannien, vorgenommen wird, fallen Umrechnungsgebühren an. Diese unterschieden sich von Bank zu Bank und können ebenfalls nicht unerheblich ins Gewicht fallen. Bei höheren Beträgen ist dann durchaus die Überweisung aus Deutschland in Pfund zum einem Fixpreis zu empfehlen.


Fazit

Durch den Kurssturz des Pfunds ergeben sich durchaus gute Shopping-Möglichkeiten. Allerdings sollte der Preisvergleich mit dem Währungsumrechner immer zur Stelle sein. Nicht überall lohnt es sich. Dazu sollten die Transaktionsgebühren im Auge behalten werden. Vielversprechender ist da der Besuch Großbritanniens. Im Moment ist die sonst recht teure Insel für uns ein Stück preiswerter geworden.


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