Gaming-Tastatur-Test 2020: Tastaturen für Videospiele im Vergleich

Das richtige Gamingzubehör gehört genauso zur Zock-Session wie der Rechner oder die Konsole. Gaming-PC-Jünger greifen vor allem bei Shootern oder Rollenspielen mit Vorliebe zu Maus und Tastatur statt zum Gamepad. Gerade bei den genannten Genres macht sich der Unterschied zwischen einer normalen Office-Tastatur und einem Gaming-Keyboard schnell bemerkbar. Letztere reagieren schneller auf die Eingabe, lassen sich umprogrammieren und aufgrund von RGB-Leuchten hat man alle essentiellen Tasten sofort im Blick. Wir haben das Sharkoon Skiller Mech SGK3, das Speedlink Orios RGB Opto-Mechanical Gaming Keyboard sowie die Corsair K63 Mechanische Gaming Tastatur unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren getestet. Die Exemplare stellte uns Amazon freundlicherweise zur Verfügung.

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Vergleichstabelle ⇓Skiller Mech SGK3 ⇓ | Speedlink Orios RGB ⇓Corsair K63 ⇓ |  Fazit ⇓ |  FAQ ⇓ 


Vergleichstabelle Gaming-Tastatur-Test

Skiller Mech SGK3Speedlink Orios RGBCorsair K63
Preisca.  63 Euroca.  72 Euroca. 87 Euro
Bewertung4,54,04,5
Amazon-Rezensionen4,7 von 5 Sternen4,6 von 5 Sternen4,7 von 5 Sternen
Pro+ sehr gute Verarbeitung
+ Übersichtlichkeit
+ verschiedene Schalter-Optionen (rot, blau, braun)
+ langes Kabel
+ wertige Verarbeitung
+  optomechanische, präzische Schalter
+ separate Multimedia-Steuerung
+ Cherry-Red-MX-Switches

+  auch auf Couch verwendbar
Kontra-Nummernblock stört Sicht auf dahinterliegende Tasten – laut

– keine RGB-Beleuchtung
– relativ teuer
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Skiller Mech SGK3 im Gaming-Tastatur-Test

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Design und Layout

Das Sharkoon Skiller Mech SGK3 ist vor allem sehr übersichtlich gestaltet und überzeugte in unserem Gaming-Tastatur-Test. Die Tasten liegen frei auf der Metall-Oberfläche, anstatt in ein Kunststoffgehäuse eingelassen zu sein. Gummifüßchen vermeiden Rutschgefahr bei actiongeladenen Matches, ausklappbare Standfüße lassen das Keyboard auf Wunsch kippen. Auf eine Auflage für die Hand müsst ihr dagegen verzichten. Multimedia-Keys sind nicht gesondert verfügbar, sondern mit den F-Tasten kombiniert. Per mitgelieferter Software könnt ihr die RGB-Beleuchtung der Tasten so einstellen, wie ihr es bei euren Lieblingsgames braucht und sogar verschiedene Farben verteilen. Auch für verschiedene Genres vorgefertigte Profile sind über das Programm verfügbar. Die Tasten leuchten sehr hell und kräftig und sind sogar an hellen, sonnigen Tagen gut erkennbar. Einziger Wehrmutstropfen: Der Nummernblock versperrt die Sicht auf Capslock, Num- und Scroll-Taste, wodurch auch die Praktikabilität etwas leidet.

Praxis

Das störende Nachhallen der Feder wurde im Gegensatz zum Vorgänger deutlich reduziert und fällt im Alltagsgebrauch nur noch selten auf. Aufgrund einer fehlenden dämpfenden Architektur lässt sich die Skiller Mech aber weiterhin nicht als „Silent-Tastatur“ bezeichnen. Das Skiller Mech SGK3 gibt es in drei Varianten: einmal mit lauten und sehr spürbaren, blauen, taktilen Schaltern, bei welchen ein Druck von 60 Gramm nötig ist. Gamer werden daher eher zur Version mit braunen oder linearen roten Schaltern greifen. Letztere benötigen nur einen Druck von 50 Gramm und geben keinen Ton von sich. Die Sharkoon SGK3 ist wertig verarbeitet und das Anschlusskabel hat einen Textilüberzug, was ebenfalls zur Widerstandsfähigkeit beiträgt.


Pro & Contra

  • Sehr übersichtliche Gestaltung
  • Mit verschiedenen Schaltern erhältlich
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Tasten hinter Nummernblock versteckt

Fazit

Beim Gebrauch bei unserem Gaming-Tastatur-Test wirkt das Skiller Mech SGK3 sehr solide. In der Funktionalität hat man sich auf die essentiellen Dinge konzentriert: Die Möglichkeit, die Beleuchtung sowie die Funktionen der Tasten über Profile anzupassen, ist sehr praktisch und schafft Übersichtlichkeit, welche im hitzigen Gefecht entscheidend sein kann. Einzig die unhandlich platzierten Tasten über dem Nummernblock fallen negativ auf. Empfehlen können wir das Sharkoon Skiller Mech SGK3 dennoch – ihr solltet beim Kauf nur darauf achten, den für euch optimalen Tastenwiderstand zu wählen.

 


Speedlink

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Layout und Design

Das Speedlink Orios RGB Opto-Mechanical Gaming Keyboard ist ebenfalls sehr wertig verarbeitet und besteht an der Oberfläche sogar aus Metall. Die freistehenden Tasten aus transluzentem ABS-Kunststoff sitzen fest dazwischen, nichts klappert oder wackelt. Die Beschriftung wurde im Lasercut-Verfahren ausgeschnitten. Die Neigung lässt sich in verschiedenen Winkeln einstellen und auch Speedlink versah sein Eingabegerät mit Gummistreifen, um Rutschen entgegenzuwirken. Das Kabel ist mit 1,80 Metern recht lang und wie beim Skiller textilummantelt und stabil. Eine Auflage für die Handballen wird mitgeliefert, von welcher wir in unserem Gaming-Tastatur-Test auch Gebraucht machten.

Praxis

Im Gegensatz zur rein mechanischen Konkurrenz besitzt das Speedlink Orios RGB Gaming Keyboard Opto-mechanische Schalter. Dabei handelt es sich – wie der Name vermuten lässt – um eine Mischung zwischen optischen und mechanischen Verfahren: eine Lichtschranke öffnet sich bei Druck, wodurch ein Infrarotstrahl freigelassen wird und auf einen Sensor trifft, welcher daraufhin den eigentlichen Tastendruck verzeichnet. Mit einem sehr geringen Hubweg von 3,5 Millimetern und einer Druckschwelle von 45 Gramm ist die Tastatur damit sehr angenehm und leise zu bedienen. Die Tasten- und Rahmen-Beleuchtung lässt sich ohne Software mit 16,7 Millionen verschiedenen Farben anpassen und auch verschiedene Multimediafunktionen sind möglich.


Pro & Contra

  • langes Kabel
  • wertige Verarbeitung mit Metallplatte
  • optomechanische, präzische Schalter
  • laut

Fazit

In unserem Praxistest überzeugte das Speedlink Orios RGB vor allem durch seinen präzisen, linearen Tastenanschlag beim Zocken von Spielen. Der sehr definierte Klick ist mit Cherry MX Red Switches vergleichbar. Einzig die Lautstärke empfanden wir als verbesserungswürdig – hier schafft das geräumige Gehäuse einen recht ungünstigen Resonanzkörper.


Corsair K63 Wireless Keybord

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Layout und Design

Das Corsair K63 Wireless Keybord ist sehr kompakt und platzsparend aufgebaut, auf einen Nummernblock wird in diesem Fall verzichtet, was die meisten Gamer sowieso nicht weiter jucken sollte. Angenehm fallen dagegen die Lautstärke- und Multimedia-Kontrolleinheiten auf. Die Tasten werden in diesem Fall aus nicht durch RGB sondern LED beleuchtet, um im Akkubetrieb Energie zu sparen. Über die mitgelieferte Software namens „Corsair Utility Engine“ lässt sich diese bequem einstellen, wahlweise steht dafür aber auch ein separater Schalter zur Verfügung. Eine Besonderheit: die Handballenauflage könnt ihr abnehmen, um die Corsair K63 Wireless Tastatur in das einzeln erhältliche Corsair K63 Wireless Gaming-Lapboard einzusetzen, welches gleichzeitig Platz für eure Maus bietet und somit zur ein oder anderen Sofa-Session geeignet ist.

Praxis

Durch die Cherry-MX-Red-Switches bietet die Corsair die K63 Wireless ein präzises und flüssiges Gaming-Erlebnis – die Buttons benötigen zur Signalweitergabe nur 45 Gramm Druck und sind somit völlig lautlos und fühlen sich gleichzeitig geschmeidig an. Gerade bei Spielen mit schneller Reaktionszeit wie Ego-Shootern wird euch das zugutekommen, wobei der Komfort auch beim Schreiben und Arbeiten durchaus spürbar ist. Die Verbindung zum Rechner kommt via Bluetooth, 2,4-GHz-Funkfrequenz oder Kabel zustande.

 


Pro & Contra

  • separate Multimedia-Steuerung
  • Cherry-MX-Red-Switches
  • latenzfreie Wireless-Verbindung
  • keine RGB-Beleuchtung
  • teuer

Fazit

Das Corsair K63 weiß durch die leisen und druckempfindlichen Cherry-MX-Red-Switches zu überzeugen und überträgt Signale über alle Anschlussvarianten völlig latenzfrei. Besonders gefiel uns die Möglichkeit, die schnurlose Tastatur mithilfe des Gaming-Lapboards auch bequem von der Couch aus bedienen zu können – dafür sind allerdings weitere 60 Euro für selbiges fällig. Angesichts des hohen Preises von knapp 87 Euro wäre zwar einerseits eine RGB-Beleuchtung wünschenswert gewesen, andererseits wäre diese aber wieder auf Kosten der Akkulaufzeit gegangen. Als Allroundgerät lässt sich das Keyboard aufgrund des genannten Alleinstellungsmerkmals durchaus empfehlen.


Fazit Gaming-Tastatur Test 2020

In unserem Test konnten alle drei Gaming-Keyboards in gewissen Disziplinen überzeugen und wiesen gleichzeitig verschiedene Nachteile auf. Trotz der etwas schlecht zu erreichenden und sichtbaren Tasten hinter dem Num-Block würden wir das Sharkoon Skiller Mech SGK3 hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses pauschal empfehlen: Hier habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Schaltersorten und auch die individualisierbare RGB-Beleuchtung ist sehr anwenderfreundlich gestaltet. Wer auf die Option des Couch-Gamings schielt, wird dagegen sowieso zum Corsair K63 greifen, welches abgesehen von der fehlenden RGB-Beleuchtung zwar etwas teurer ist, dies allerdings durch die genannte Option auch rechtfertigt. Das Speedlink Orios RGB punktet ebenfalls mit anpassbarer Beleuchtung und vor allem durch seine opto-mechanischen Schalter – allerdings bieten euch die roten Schalter der Sharkoon Skiller Mech SGK3 eine vergleichbare Präzision und Lautstärke.

FAQ

Die wichtigsten Grundfragen sollten im Text oben bereits beantwortet sein. Wer noch nähere Hintergründe zu bestimmten Themen sucht oder noch weitere Fragen hat, wird hier im FAQ-Bereich fündig! Solltet ihr ansonsten noch Fragen haben, dann postet sie doch gerne unten in den Kommentaren.

Generell gibt es zwei Arten von Schaltern in Tastaturen: mechanische Schalter und Rubberdome-Matten. Letztere sind für den Büroalltag gut zu gebrauchen, lassen aber im Laufe der Zeit an Widerstandskraft nach, weshalb sie für Gamer nur mäßig geeignet sind. Ein weiterer Nachteil ist, dass sich die Rubberdome-Matten nicht zu mehreren simultanen Eingaben eignen. Mechanische Schalter halten länger, ändern ihr Feedback nicht und lassen sich einzeln austauschen und sind in verschiedenen Widerstandsstärken erhältlich.

Cherry-MX-Schalter haben sich inzwischen aufgrund ihrer hohen Qualität auf dem Markt etabliert, viele Hersteller haben aber inzwischen sehr gute eigene Varianten entwickelt, welche oft sehr gute Kopien davon sind. Ebenfalls durchgesetzt hat sich ein Farbsystem in welches die verschiedenen Schalter eingeordnet werden: Blaue Schalter sind dabei besonders resistent und klicken laut bei der Bedienung, sogenannte braune „taktile“ Schalter befinden sich etwa im mittleren Bereich, schwarze und vor allem rote lineare Varianten sind besonders leise und empfindlich.

Darunter versteht man eine Beleuchtung der einzelnen Tasten, welche aus über 16,7 Millionen theoretisch möglichen Farbtönen des RGB-Farbraums besteht, der sich aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammensetzt. Damit sind komplett fließende Farbübergänge möglich. Tastenkombinationen können farbig unterlegt werden, um den Überblick über bestimmte Kommandos zu behalten oder ihr könnt die Farben an euren Spielcharakter oder eure Ausrüstung anpassen.

Herkömmliche Tastaturen haben oft Schwierigkeiten, Eingaben simultan zu verarbeiten und es kommt zu sogenanntem Ghosting. Wenn eine Tastatur N-Key-Rollover beherrscht, können alle Tasten gleichzeitig gedrückt werden und die Signale werden trotzdem erkannt.

 

Makrotasten bieten euch programmierbare Extra-Funktionen. Damit könnt ihr zum Beispiel zwischen verschiedenen im Voraus abgespeicherten Profilen switchen oder Kombinationen von Eingaben abrufen. Wenn es richtig zur Sache geht, können derartige Tasten allerdings auch mal im Weg sein, weshalb manche Gamer sogenannte Tenkeyless-Keyboards bevorzugen: Hier fehlt der Num-Block mitsamt Zusatztasten komplett.


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