Tagesgeld - Zinsen im Vergleich mit Rechner

Tagesgeld – Wie und wo sich Sparen trotz niedriger Zinsen lohnt – mit Rechner

Früher war alles besser und früher hat auch das Sparen mehr Spaß gemacht. Heute ist das anders. Wir leben in Zeiten des Niedrigzinses. Wer ist schuld? Um die Wirtschaft anzukurbeln, überschwemmen die Zentralbanken die Märkte mit billigem Geld. Eine Folge dieser Geldschwemme: Viele Banken bieten gerade einmal 0,05 Prozent Zinsen für täglich verfügbare Anlagen – und zwar pro Jahr. Wenn Sie Geld zu solchen Mickerzinsen anlegen, machen Sie Verluste, weil die Inflationsrate deutlich höher ist. Es gibt Auswege aus der Zinskrise.

Niemand muss sich mit 0,05 Prozent zufrieden geben. Wenn Sie richtig suchen, finden Sie bessere Angebote – zum Beispiel mit unserem Tagesgeld-Rechner. Dann sind bis zu zwanzig Mal mehr Zinsen möglich. Was Sie dabei beachten sollten, haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt. Denn wer mehr Zinsen kassieren will, muss auch mehr wissen.


Warum Tagesgeld?

Obwohl Sie mit langfristigen Investitionen (zum Beispiel mit Aktien und Fonds) mehr aus Ihrem Ersparten herausholen können, sollten Sie auf jeden Fall einen Teil Ihres Vermögens so anlegen, dass Sie jederzeit ohne Verluste darüber verfügen können. Gründe dafür gibt es genug. Beispielsweise sollte jeder einen Notgroschen haben, der im Fall von plötzlicher Arbeitslosigkeit, Krankheit oder überraschender Belastungen das finanzielle Überleben sichert. Es gilt: Wir alle sollten auf die Schicksalsfälle des Lebens vorbereitet sein.

Tipp: Experten empfehlen dafür einen Notgroschen von mindestens drei Netto-Monatsgehältern.

Auch wenn Sie in nächster Zeit eine größere Anschaffung wie beispielsweise ein Auto oder neu Möbel planen und dafür sparen, sind Investments tabu, deren Kurse sich täglich verändern. Was also tun?

Tagesgeld ist das neue Sparbuch

Zu Großvaters Zeiten, als es noch kein Internet gab, ging solches Geld aufs gute alte Sparbuch. Das war absolut sicher, es brachte ein bisschen Zinsen, und man konnte jeden Monat gebührenfrei bis zu 3000 Mark wieder abheben. Die Zinsen wurden einmal pro Jahr gutgeschrieben. Heutzutage ist ein Tagesgeld-Konto viel praktischer: Die Zinsen gibt es monatlich oder vierteljährlich, Sie kommen jederzeit an die volle Summe, und zur nächsten Bankfiliale müssen Sie dafür auch nicht laufen. Noch besser: Niemand zwingt Sie, Ihr Tagesgeld dort zu parken, wo auch Ihr Girokonto geführt wird.  Ein Geldinstitut, das bessere Konditionen als Ihre Hausbank bietet, ist oft nur ein paar Mausklicks entfernt.

Tagesgeld statt Festgeld - Ratgeber

Außerdem hat es sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt, einen Teil des Vermögens besonders sicher, also verzinslich anzulegen. Da entsprechende Wertpapiere derzeit kaum Zinsvorteile bieten, können Sie dieses Geld auch gleich auf einem Tagesgeld-Konto lassen und auf bessere Zeiten warten. Da trifft es sich gut, dass einige Banken noch immer Zinsen fürs Tagesgeld bieten, die nahe bei oder sogar über der Inflationsrate liegen. Dann hilft ein solches Konto auch beim Vermögensaufbau. Doch wie immer müssen Sparer ein wenig in die Suche nach den besten Zinsen investieren.

Tagesgeld-Konto – Wie funktioniert das?

Es ist eigentlich ganz einfach: Ein Tagesgeldkonto ist wie ein Sparbuch – nur besser. Sie können jederzeit beliebig viel darauf einzahlen und genauso schnell auch wieder abheben. Es dient als Parkplatz für Geld, auf das Sie kurzzeitig verzichten können. Allerdings kann ein Tagesgeld-Konto nicht wie ein normales Girokonto benutzt werden. Ihre Rechnungen können Sie darüber beispielsweise nicht bezahlen. Denn Überweisungen vom Tagesgeld-Konto sind nur auf ein einziges Konto, das so genannte Referenzkonto, möglich. Ihr Referenzkonto ist in diesem Fall Ihr Girokonto, auf dem auch Ihr monatliches Gehalt eingeht.

Tipp: Eine interessante Ausnahme ist das Angebot DKB Cash. Es verbindet ein gebührenfreies Girokonto mit einer Kreditkarte und Tagesgeld-Verzinsung.

Eröffnung: kinderleicht

Sobald Sie sich – am besten mit Hilfe unseres Rechners – für einen Anbieter entschieden haben, können Sie die Unterlagen zur Kontoeröffnung in den meisten Fällen direkt online ausfüllen und das ausgefüllte Formular ausdrucken. Dann ist ein einmaliger Umweg in die Offline-Welt erforderlich. Der führt Sie – Stichwort: PostIdent-Verfahren – zum nächsten Postamt. Dort wird Ihr Ausweis überprüft, und ab dann geht alles wieder online. Die Identitätsfeststellung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie wird bald auch per Webcam erfolgen können, denn die Banken sind daran interessiert, dass die Kontoeröffnung für Neukunden bequemer wird. Die Post will eine entsprechende Lösung ab dem Sommer 2015 anbieten. Sobald die Bank, die künftig Ihr Tagesgeldkonto führen soll, die Eröffnung bestätigt und Ihnen dessen IBAN mitgeteilt hat, können Sie loslegen. Einzahlungen erledigen Sie einfach per Überweisung aufs Tagesgeld-Konto. Wenn Sie etwas vom Tagesgeld-Konto zurück auf Ihr Girokonto holen möchten, erteilen Sie einen entsprechenden Auftrag über das Online-Banking des Anbieters. In der Regel ist das Geld dann nach einem Werktag wieder “bei Ihnen”.

Welcher Zins ist richtig?

Wenn Sie sich schonmal über lästige Mahnungen und Zahlungsaufforderungen geärgert haben, sind Sie mit der Eröffnung eines Tagesgeld-Kontos auf der Finanzleiter einige Sprossen höher gestiegen. Denn Sie sind nun selbst ein Gläubiger: Sie haben einer Bank Geld geliehen, und dafür muss sie Ihnen regelmäßig Zinsen überweisen. Das passiert normalerweise am Ende jedes Monats. In der Theorie gilt: Je länger Sie Geld verleihen, desto höher sind die Zinsen. Und: Je sicherer der Schuldner, desto weniger muss er zahlen.

Wie sicher ist mein Geld? Gute Banken, schlechte Banken?

Wir müssen noch einen Moment bei der Theorie bleiben: Da Tagesgeld, wie der Name schon sagt, täglich verfügbar ist, hängt die Höhe der Zinsen eigentlich nur davon ab, wie “gut” oder sicher die Bank ist, der Sie Ihr Geld anvertrauen. Das hieße: Wenn die Bank hohe Zinsen bietet, ist bei ihr das Risiko größer, dass Sie Ihr Geld nicht wieder sehen.

In der Praxis sieht es besser aus: Die meisten Tagesgeld-Anbieter nutzen ihre Angebote zur Kundengewinnung, also schlicht und einfach zu Werbezwecken. Deshalb bieten sie höhere Zinsen als die Mitbewerber. So etwas ist nämlich oft günstiger als eine teure Anzeigenkampagne. Das können Sie ausnutzen – und ihr Geld dort parken wo es die höchsten Zinsen gibt!

Tipp: Ein Zinssatz von einem Prozent pro Jahr ist derzeit auch bei absolut sicheren Anbietern herauszuholen.

Monatlich oder vierteljährlich

Die Zinszahlungen landen bei einigen Anbietern vierteljährlich auf Ihrem Tagesgeld-Konto. Das bedeutet aber nicht, dass die Zinsen für Sie verloren sind, wenn Sie Ihr Geld vor Ablauf dieser Frist wieder zurückholen. Schlimmstenfalls müssen Sie nach dem Termin für die Gutschrift noch einmal einen kleinen Betrag auf Ihr Referenzkonto überweisen lassen. Ein bisschen günstiger ist es natürlich, wenn die Zinsen monatlich gut geschrieben werden. Dann profitieren Sie vom Zinseszins-Effekt. Allerdings wirkt sich dieser bei der derzeitigen Zinshöhe erst bei sehr hohen Guthaben aus.

Beste Verzinsung: Tagesgeldanbieter vergleichen

Der Wettbewerb der Banken um die Kunden hat natürlich auch eine Schattenseite. Wegen der Werbefunktion von Tagesgeld-Konten ändern sich häufig deren Konditionen. Außerdem gelten günstige Angebote oft nur für Neukunden und dann auch nur für begrenzte Zeiträume. Wenn Sie also heute einen guten Zins kassieren, kann es in einem halben Jahr schon sein, dass Ihr Geld anderswo besser aufgehoben ist. Außerdem erschwert es die Suche nach einem passenden Anbieter, weil die Banken ihre Angebote ständig an die Werbeaktionen der Konkurrenten anpassen. Zum Glück können wir Ihnen bei der Suche helfen.

Tipp: Die Datenbank des Tagesgeld-Rechners von Schnäppchenfuchs ist jederzeit auf dem aktuellen Stand.

Das Risiko, eine “schlechte” Bank zu erwischen, ist relativ klein. Außerdem greifen in der Europäischen Union gesetzlich verankerte Mechanismen, die dafür sorgen sollen, dass Ihr Vermögen selbst im Falle einer Bankpleite nicht verloren geht. Aber eine absolute Garantie gibt es nicht, denn wie überall in der Geschäftswelt kann es auch im Bankgewerbe schwarze Schafe geben, die es mit der Sicherheit der Kundengelder nicht so genau nehmen. Wir listen hier aber nur Banken auf, bei denen die die Kundengelder durch die europäische Einlagensicherung geschützt sind. Verbraucherschützer warnen zum Beispiel vor den Angeboten einiger russischer Banken, die in Deutschland oder Österreich mit Tagesgeldkonten auf Kundenfang gehen. Das tun sie, weil sie sich wegen internationaler Boykotte nicht mehr am Kapitalmarkt refinanzieren können. Vorsicht: Bei so etwas sollten Sie nicht mitspielen.


Ist mein Geld sicher?

Ist Ihr Geld futsch, wenn die Bank, die Ihr Tagesgeldkonto führt, pleite ist?  Im Prinzip nein, zumindest bis zur Obergrenze von 100.000 Euro – wenn, Sie Ihre Euros auf dem Tagesgeldkonto eines Kreditinstituts parken, das seinen Sitz in der Europäischen Gemeinschaft hat. Dann gilt nämlich die so genannte gesetzliche Einlagensicherung, die in den EU-Ländern seit 2010 einheitlich umgesetzt werden muss. Allerdings müssen Sie dabei ein paar Kleinigkeiten beachten.

Am sichersten: Deutschland

Wer sich keine Gedanken über die Sicherheit des Ersparten machen möchte, ist in Deutschland am besten bedient. Hier galt bereits vor der EU-weiten Regelung die gesetzliche Einlagensicherung. Das bedeutet: Guthaben auf Spar-, Tages- und Festgeldkonten sind bis zu 100.000 Euro gesetzlich garantiert – selbst wenn ein Geldhaus mit deutscher Banklizenz pleite geht. Der Gesetzgeber hat auch dafür gesorgt, dass Sie nicht ewig auf Ihr Geld zu warten brauchen, falls eine Bank insolvent wird. Spätestens nach einem Monat müssen Sie entschädigt werden.

Tipp: Wenn Sie mehr als 100.000 Euro auf Tagesgeldkonten parken möchten, sollten Sie Ihre Anlage auf mehrere Institute verteilen – auch wenn Sie dann vielleicht weniger Zinsen bekommen.

Bei deutschen Banken sind sogar Beträge über 100.000 Euro im Fall einer Pleite nicht automatisch verloren. Denn Banken mit Sitz in der Bundesrepublik sind normalerweise Mitglied in einem zusätzlichen freiwilligen Einlagensicherungssystem. Zum Beispiel die Volksbanken und Sparkassen: Beide Institutionen garantieren bei Spareinlagen die Sicherheit der Guthaben in voller Höhe, weil deren Institute sich gegenseitig unterstützen, wenn eins ihrer Mitglieder in eine Schieflage gerät. Auch die Privatbanken haben vorgesorgt: Sie zahlen Beiträge in ein zusätzliches freiwilliges Einlagensicherungssystem, das für Summen oberhalb der gesetzlichen Grenze haften soll. Im den äußerst seltenen Fällen einer deutschen Bankenpleite hat diese Versicherung bisher gut funktioniert. Eine richtig große Bankenpleite hat in Deutschland nach dem Krieg auch nicht mehr gegeben.

Tipp: Welchem Sicherungssystem eine Bank angehört, sehen Sie in deren Internet-Auftritt  – meistens direkt im Impressum.

Tagesgeld: Zinsen und Anbieter vergleichen

Was bedeutet Banklizenz?

Wenn eine Bank in Deutschland um Kunden wirbt, muss sie nicht unbedingt in Deutschland ihren Sitz haben. Allerdings kann sie durchaus einen ausländischen Namen tragen und trotzdem der strengen deutschen Einlagensicherung unterliegen – wenn sie eine deutsche Banklizenz hat.

So ist beispielsweise die Santander Consumer Bank die Tochter einer Großbank mit Sitz außerhalb Deutschlands, hat aber eine eigene deutsche Banklizenz und wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht. Außerdem gehört das  Institut dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an. Deshalb muss Ihnen bei Santander nichts spanisch vorkommen, wenn Sie dort ein Tagesgeldkonto eröffnen. Etwas anders sieht es bei mon@you aus. Das bei deutschen Anlegern beliebte Angebot wird von der niederländischen Großbank ABN Amro betrieben und unterliegt deshalb der Einlagensicherung unseres Nachbarlandes. Da die Niederlande Anlegern große Sicherheit bieten, ist das Risiko hier gering. Allerdings müssen Sparer ihre Rechte im unwahrscheinlichen Fall einer Bankpleite in den Niederlanden geltend machen. Da der deutsche Ableger der ABN Amro seinen Kunden wohl bei der Überwindung der Sprachbarriere zur Seite stehen würde, ist auch das unkritisch.

Tipp: Wenn die Bank dem Einlagensicherungsfonds deutscher Banken angehört, ist höchste Sicherheit garantiert. Das gilt auch für Tagesgeld-Konten bei deutschen Sparkassen und Volksbanken.

Vorsicht Sprachbarriere!

Komplizierter ist es, wenn Sie sich für Angebote von Banken entscheiden, die ihren Sitz in weniger attraktiven EU-Ländern haben. Dort gilt zwar auch die EU-Einlagensicherung, aber Sie müssten im Ernstfall Anträge in einer Sprache stellen, die Sie nicht beherrschen und müssten sich obendrein auf eine Rechtsordnung verlassen, über die Sie wenig bis gar nichts wissen. Eine osteuropäische Banken versuchen deshalb es den Anlegern einfach zu machen, indem sie ihre Angebote von sicheren Österreich aus vermarkten. Wenn sie obendrein dem österreichischen Einlagensicherungssystem angehören, ist das für die Anleger natürlich praktisch. Trotzdem gilt: Erst informieren – dann anlegen.

Tipp: Ein deutschsprachiger Internet-Auftritt bedeutet nicht unbedingt, dass deutsches Recht gilt.

Länder- und Institutsrisiken

Dass eine Bank höhere Zinsen als die Konkurrenz verspricht, muss nicht unbedingt ein höheres Anlagerisiko bedeuten. Aber es lohnt sich trotzdem zu überprüfen, wo das Geldinstitut beheimatet ist. Sie können nämlich leicht erfahren, was der Kapitalmarkt vom Finanzsystem dieses Landes hält. Dafür gibt es so genannte Ratings. Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Finnland und Österreich gelten beispielsweise als sehr, sehr kreditwürdig – Bulgarien muss hingegen deutlich mehr Zinsen bieten, wenn es einen Kredit aufnehmen will.

Tipp: Die österreichischen, französischen und niederländischen Einlagensicherungssysteme gelten unter Experten als vertrauenswürdig.

Was bei Ländern geht, funktioniert auch bei einzelnen Banken: Ihre Kredit-Ratings können Sie mit wenig Mühe ebenfalls im Internet finden. Beginnt ein Rating mit B, sollten Sie sich genauer informieren. Denn andere Banken verlangen in diesem Fall bereits größere Sicherheiten, wenn sie ihren „Kollegen“ Geld leihen sollen. Das sollten Sie als Privatanleger berücksichtigen.


Muss ich Steuern auf Tagesgeld-Zinsen zahlen?

Leider ja, auch bei Tagesgeld gilt: Der Staat kassiert mit. Er verlangt Steuern, wenn Ihrem Konto Zinsen gutgeschrieben werden. Der Steuersatz beträgt 25% plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Insgesamt sind das rund 28%. Wenn Sie keiner Kirche angehören, zahlen Sie etwas mehr als 26%. Dieses Geld wird von den Banken automatisch ans Finanzamt überwiesen.

Freibetrag: bis 1602 €

Aber nicht alle Zinsen müssen versteuert werden, weil Sie einen Sparer-Pauschbetrag nutzen können. Er beträgt 801 € pro Jahr. Für Verheiratete, die gemeinsam steuerlich veranlagt werden, sind es sogar 1602 €. Diese Summe können sie in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Steuerzahlungen für Zinserträge unterhalb 801 € (bei Verheirateten 1601 €) können Sie vermeiden – und zwar ganz legal. Wenn Sie der Bank einen Freistellungsauftrag erteilen, wird das Finanzamt erst dann beteiligt, wenn mehr als 801 € (bzw. 1602 € bei Verheirateten) anfallen. Das Formular für den Freistellungsauftrag können Sie gleich bei der Kontoeröffnung ausfüllen. Den Freibetrag können Sie splitten und deshalb mehreren Banken Freistellungsaufträge erteilen. Für gemeinsam veranlagte Ehepartner kann es deshalb günstig sein, wenn beide den Freistellungsauftrag unterschreiben. Denn dann können auch Beträge von mehr als 801 € freigestellt werden.

Tagesgeld Besteuerung - Ratgeber

Viele Konten, ein Gespräch: Mit dem Steuerberater

Wenn Sie ein echter Schnäppchenjäger sind und deshalb immer das Angebot mit den höchsten Zinsen nutzen wollen, sollten Sie lieber sparsam mit Freistellungsaufträgen umgehen. Denn bei deren Erteilung können Sie leicht den Überblick verlieren, wenn Sie öfter ein neues Tagesgeldkonto eröffnen. Falls die Summe der erteilten Freistellungsaufträge aber den Freibetrag überschreitet, kann es Ärger mit dem Finanzamt geben. Deshalb gilt: Ein Gespräch mit Ihrem Steuerberater kann Ihnen Ärger ersparen.

Tipp: Wenn Sie mehrmals pro Jahr zu einem neuen Anbieter wechseln möchten, sollten Sie sich die von der Bank vorab gezahlte Steuer lieber mit der Steuererklärung zurückholen.

Muss ich auch bei ausländischen Banken Steuern zahlen?

Wenn Sie sich für einen ausländischen Anbieter entscheiden, arbeitet dieser in der Regel mit dem deutschen Finanzamt zusammen. Das gilt zum Beispiel für die von Österreich aus operierende Sberbank und für die VTB Direktbank. Deshalb läuft bei der automatischen Steuerzahlung und der Behandlung von Freistellungsaufträgen alles genauso wie bei deutschen Instituten. Auch die französische Renault Bank direkt und die niederländische Credit Europe Bank verfahren auf diese Weise. Kompliziert wird es, wenn Sie sich für exotischere Anbieter im EU-Ausland entscheiden. Dann kann es nämlich vorkommen, dass im Land des Anbieters ähnlich wie in Deutschland Steuern vorab von der Bank an den Fiskus überwiesen werden – allerdings nicht an den deutschen! So haben Sie zwar am Sitz des Kreditinstituts Steuern bezahlt, aber das muss das für Sie zuständige Finanzamt nicht unbedingt interessieren. Meist wird so etwas durch so genannte Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den Ländern geregelt, aber sicher ist das nicht. Deshalb kann Ihnen in einem solchen Fall nur noch Ihr Steuerberater helfen.

Tipp: Um Ihnen solchen Ärger zu ersparen, berücksichtigt unser Tagesgeld-Rechner nur Anbieter, die Steuern auf Zinszahlungen an die deutschen Steuerbehörden überweisen.


Alternativen zum Tagesgeld

Falls Sie für einen Monat oder länger nicht über Ihr Sparguthaben zugreifen wollen, können Sie höhere Zinsen einstreichen: mit Festgeld. Dann sind sogar bis zu 2% und mehr drin. Was Sie darüber wissen müssen, haben wir hier für Sie zusammengestellt. Höhere Renditen als bei Tages- und Festgeld können Sie erzielen, wenn Sie die Chancen von Aktien und Fonds nutzen. Trotzdem müssen Sie kein Börsenprofi sein. Das Wichtigste erfahren Sie in unserem Artikel über Wertpapier-Depots.

In der unten stehenden Tabelle haben wir für Sie die Konditionen von einigen Banken und Spezialanbietern aufgelistet. Wie Sie sehen, lohnt sich die Suche nach dem günstigsten Produkt. Unser Tagesgeld-Rechner informiert Sie über zahlreiche weitere Angebote.

AnbieterProduktZinsen p.a.BemerkungenWebsite
 Tagesgeld-Angebot der PostbankPostbankTagesgeld0,1%Bis 25.000 €Infos
Tagesgeldsparen bei der CommerzbankCommerzbankTopzins-Konto0,02%Jährliche ZinsgutschriftInfos
Tagesgeld-Anlage bei der Berliner SparkasseBerliner SparkasseTagesgeld0,2%Infos
Tagesgeld bei der Berliner VolksbankBerliner VolksbankVR-AnlageKonto0,2%Bis 100.000 €Infos
Tagesgeld: Geldanlage bei der SantanderSantander ConsumerGeld-Management Konto0,5%Bis 100.000 €Infos
Tagesgeld-Konto bei der TargobankTARGOBANKTagesgeld0,05%Für Guthaben ab € 50.000: 0,1%Infos
Verzinstes Tagesgeld bei moneyouMon@youTagesgeld1,05%Vierteljährliche ZinsgutschriftInfos
DKB-Cash: das Tagesgeld der DKBDKBDKB-Cash0,9%Für Guthaben auf der DKB-Visacard, Girokonto: 0,1%Infos

Stand: 12.05.15, Quelle: Internet-Auftritte der Anbieter


Fazit:

Wenn Sie Geld kurz- oder mittelfristig parken wollen, ist ein Tagesgeld-Konto genau das Richtige für Sie: Sie kommen jederzeit an Ihr Erspartes und erzielen trotzdem marktgerechte Zinseinnahmen. Die Kontoeröffnung geht schnell und ist kinderleicht. Und wenn Sie bereits bereits eine Tagesgeld-Angebot nutzen, können Sie mit unserem Tagesgeld-Rechner überprüfen, ob Ihr Geld anderswo vielleicht besser aufgehoben ist.

Hier noch einmal das Wichtigste auf einen Blick:

  • Tagesgeld ist so sicher wie ein Sparbuch, aber viel flexibler.
  • Mit unserem Tagesgeld-Rechner finden Sie stets die besten Zinsangebote.
  • Wenn eine Bank höhere Tagesgeldzinsen als die Konkurrenz verspricht, muss das kein schlechtes Zeichen sein. Trotzdem sollten Sie sich in diesem Fall etwas genauer über den Anbieter informieren.
  • Vater Staat kassiert Steuern. Wenn Sie häufiger den Anbieter wechseln möchten, sollten Sie beim Erteilen von Freistellungsaufträgen vorsichtig sein.
  • Wenn eine Bank dem deutschen Einlagensicherungsfonds angehört, können Sie kaum etwas falsch machen.
  • Bei Banken aus anderen EU-Ländern greift die europäische Gesetzgebung zur Einlagensicherung.
  • Wer es besonders bequem mag und deshalb nicht das allerbeste Angebot sucht, ist mit DKB Cash gut bedient.
  • Die niederländische Großbank ABN Amro bietet mit mon@you eine gute Möglichkeit für Anleger, die nicht ständig nach neuen Top-Konditionen suchen möchten.

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