Großer Ansturm auf Signal-App: Das Wichtigste in Kürze
- scheinbares Ultimatum für Nutzer wird bei WhatsApp zum PR-Desaster
- in der Folge großer Ansturm auf Krypto-Messenger Signal
- App erlaubt sicheres und anonymes Kommunizieren
Nach PR-Coup gegen sich selbst: Große Abwanderung von WhatsApp zu Signal
Signal ist eine, teils über die Freedom of Press Association, aber auch durch größere Zuschüsse namhafter Finanziers (etwa WhatsApp-Mitgründer Brian Acton) finanzierte und heute von der gemeinnützigen Signal Foundation getragene Krypto-Messenger-App. Seit einigen Jahren ist sie in der Angebotspalette der Messenger-Dienste bzw. -Apps wahrnehmbar und spätestens seit Edward Snowden zum prominenten Fürsprecher für die Anwendung geworden ist, haftet auch der für den ganz großen Erfolg hinderliche Ruf des Geheimtipps nicht mehr an ihr. Trotzdem schien Signal im Feld der Wettbewerber nie zur richtigen Bedrohung für WhatsApp oder Telegram zu werden.
Dies scheint sich nun über Nacht geändert zu haben, denn durch die Ankündigung, Nutzer, die den kommenden Bedingungen nicht zustimmen, ab Februar auszuschließen, hat sich WhatsApp selbst ein Bein gestellt. In der Folge erlebt Signal nun den größten Ansturm seit Beginn seines Appstore-Daseins und stieg über Nacht auf Platz 1 in der Beliebtheitsskala der Messenger-Apps. Auch Tesla-Gründer Elon Musk sprach sich öffentlich für die Verwendung des sicheren Dienstes aus – 41,9 Millionen Twitter-Follower lasen am Donnerstag „Use Signal“. Dadurch raste schnurstracks auch der Kurs der Signal-Aktie durch die Decke, allerdings der falschen: Freuen durfte sich Signal Advance, ein amerikanisches Tech-Unternehmen, dessen Aktie durch Musks „Befehl“ zwischenzeitlich eine Wertsteigerung von 1.100 Prozent erfuhr. Wird die Werbetrommel für den sicheren Messenger zurecht gerührt?
Krypto-Messenger Signal: Was spricht für die Verwendung?
Anders als bei den bekannteren Messenger-Apps steht die Privatsphäre der Nutzer bei Signal tatsächlich im Vordergrund: Verschlüsselt wird nicht nur der Inhalt der Chats, sondern auch der Absender. Signal bedarf dieser Information für die Versendung nicht, denn der Name wird durch ein zeitlich limitiertes Zertifikat ersetzt. Dadurch können Gespräche von Dritten nicht ohne Weiteres nachverfolgt werden und die Kommunizierenden bleiben anonym. Wirkt sich so viel Privatsphäre zu Lasten des Nutzungskomforts bzw. Funktionsumfangs aus?
Kaum. Gruppen-Chats, verschlüsselte Video-Calls mit bis zu fünf Gesprächsteilnehmern, Messages mit Selbstzerstörungs-Timer oder die Nutzung von Signal am PC: Auf keines der von anderen Apps gewohnten und liebgewonnenen Extras müssen die Nutzer bei Signal verzichten. Auch Bilder und Dokumente können ganz normal hin und her geschickt werden. Natürlich regt sich vor Verhaltensänderungen, welche das Loslassen von liebgewonnenen Gewohnheiten erfordern, mancher Zweifel und überhaupt, warum sollte man Signal vertrauen? Edward Snowden hat für die entsprechenden Stimmen einen etwas flapsige Antwort parat: Auf Twitter entgegnete er einem skeptischen Kommentator: „Ich nutze [Signal] täglich und bin immer noch nicht tot.“
Seid ihr bereits zu Signal übergelaufen? Oder bleibt ihr WhatsApp treu? Oder ist euch das alles herzlich egal? Eure Meinung interessiert uns.

Kommentare (14)
Schreiben Kommentar schreibenDatenschutz ist ein relativer Begriff. Der Datenverkehr beispielsweise zu Geheimdiensten findet natürlich weiterhin statt. Bestenfalls wird der Datenhandel zu großen Firmen und ähnliches untersagt. Wenn Sie Ihre Daten vor Facebook schützen möchten, nützt es Ihnen nichts, wenn sie auch nur eine App von Facebook nutzen oder installiert haben. ACHTUNG bei Telegram: Chats sind zunächst offen. Um verschlüsselte Chats zu aktivieren, drücken Sie in einem Chat auf den Namen Ihres Gesprächpartners, um sein/ihr Profil zu öffnen, dann drücken Sie oben rechts auf die drei Punkte und wählen "geheimen Chat starten". Das sollten Sie für all Ihre Kontakte einmal einrichten. Bei Signal ersparen Sie sich die manuelle Eingabe. Rechnen Sie bei der allgemeinen Nutzung Ihres Smartphones damit, dass die Kameras und das Mikrofon auch von Ihnen unbekannten Personen verwendet wird. Falls Sie keine Selfies machen wollen, überlegen Sie sich doch, die Selfie-Kamera zu überdecken. Die Linse ist meißt mit einem Lotus-Effekt-Klarlack versehen, weshalb sie die Linse nicht deckend über lackieren können. Schneiden Sie sich ein Stückchen von einem Sticker aus, oder verdecken Sie die Selfie-Kamera anderweitig.
Beim Wechsel schütze ich die Leute in meiner Kontaktliste. Leider bin ich auch in etlichen vertreten.
Woher wisst ihr, dass die Anderen besser (sicherer) sind ? Weil sie es sagen ?
Ja, in der Regel sind es mehr Ansichten als echte Überprüfungen um die "Qualität" eines Messengers zu bewerten. Telegram = russisch (für viele dadurch per se böse), Signal = Hype dadurch gut auch wenn man nicht 100% objektiv bewerten kann, ob das stimmt. Threema = kein Hype = auch da, bestimmt sicher aber kann ja nicht so sicher sein wie Signal, weil sonst wäre ja bei Threema der Hype.
Objektivität sieht leider anders aus
Bei vielen herrscht leider die Aussage: Was ist so interessant an mir, dass Whatsapp damit was anfangen kann? UND Was ich mache ist nicht so schlimm, als das Whatsapp das sehen kann.
Die Leute verstehen immer noch nicht, was Whatsapp und Facebook mit den Daten macht. Wenn man dann darauf aufmerksam macht oder es ihnen mal erklärt, werden die meisten leichenblass. Die Leute müssen aber immer selber betroffen sein, damit sie ein anderes Handeln an den Tag legen.
Daher wird hier kaum jemand wechseln. Siehe Treema. Einige haben gewechselt, sind aber trotzdem auch weiterhin bei Whatsapp.
magst du es hier erklären, was mit den Daten gemacht wird oder n guten Link posten, wo es kurz und knapp erläutert wird?
Beim Wechsel schütze ich die Leute in meiner Kontaktliste. Leider bin ich auch in etlichen vertreten.
Woher wisst ihr, dass die Anderen besser (sicherer) sind ? Weil sie es sagen ?
Ich befürchte auch, dass WhatsApp eine derartige Verbreitung im Markt hat und damit Macht, dass der Wechsel nur von einer kleinen Gruppe kritischer Nutzer oder enthusiastischer User getätigt werden wird. Die aller meisten (auch ich) sind schlichtweg zu bequem, unterschätzen die Daten Probleme und machen einfach so weiter, wie gewohnt.
wenn man sich schon ehrlich reflektieren kann, sollte man auch was dagegen tun!
Ich befürchte auch, dass WhatsApp eine derartige Verbreitung im Markt hat und damit Macht, dass der Wechsel nur von einer kleinen Gruppe kritischer Nutzer oder enthusiastischer User getätigt werden wird. Die aller meisten (auch ich) sind schlichtweg zu bequem, unterschätzen die Daten Probleme und machen einfach so weiter, wie gewohnt.
Jeder der WhatsApp weiterhin nutzt, bekommt demnächst die BILD-Zeitung kostenlos nach Hause geliefert.
oh je! dann erst recht nicht )))
whattsapp nix gut threema signal telegram besser
ich bin whattsappuser seid der ersten minute. als ich die app runterlud kannte sie keiner. dann hatten alle die app. das selbe war mit google. keiner kannte google. ich weiss noch wie komisch viele guckten als ich das wort google aussprach. dann hatten alle google. jetzt vor einem halben jahr hab ich aufgehört mit beiden. kein whattsapp mehr und kein google. Fazit: ich bin zum glück noch ein freier mensch, nicht versklavt und habe die wahl besseres und sichereres zu nutzen. veränderungen zum guten sind immer gut.
Jeder der WhatsApp weiterhin nutzt, bekommt demnächst die BILD-Zeitung kostenlos nach Hause geliefert.
wozu sollt ich wechseln, die daten kommen doch eh irgendwann irgendwo an und mir ists auch wurschd
Bei vielen herrscht leider die Aussage: Was ist so interessant an mir, dass Whatsapp damit was anfangen kann? UND Was ich mache ist nicht so schlimm, als das Whatsapp das sehen kann.
Die Leute verstehen immer noch nicht, was Whatsapp und Facebook mit den Daten macht. Wenn man dann darauf aufmerksam macht oder es ihnen mal erklärt, werden die meisten leichenblass. Die Leute müssen aber immer selber betroffen sein, damit sie ein anderes Handeln an den Tag legen.
Daher wird hier kaum jemand wechseln. Siehe Treema. Einige haben gewechselt, sind aber trotzdem auch weiterhin bei Whatsapp.