Die App soll uns kĂŒnftig den Alltag erleichtern. Doch was kann sie und wie funktioniert sie?


Corona-Warn-App: Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Der Download steht seit heute Nacht bereit.
  • Im Laufe des Vormittags wird die App offiziell vorgestellt.
  • Der Download erfolgt freiwillig.
  • Die Daten sind absolut anonymisiert und Ă€ndern sich stĂ€ndig.
  • Die Speicherung der anonymen IDs erfolgt dezentral auf euren Handys.
  • Aktuell bestehen noch SicherheitslĂŒcken.
  • Systemvoraussetungen: iOS 13.5 oder Android 6 mit Bluetooth LE und Google Play Services

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Sobald ihr in die NĂ€he eines infizierten Menschen kommt, wird dies intern in den EndverbrauchergerĂ€ten abgeglichen und ihr werdet im Anschluss informiert. Dadurch sollen weitere Ansteckungen wĂ€hrend der symptomfreien Inkubationszeit vermieden und Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Des Weiteren können Personen, mit welchen ihr in Kontakt ward, schneller informiert werden. Im Abstand von wenigen Minuten tauscht das Handy bei aktivierter App Identifikationsnummern mit anderen GerĂ€ten aus – sofern sie sich nah beieinander befinden.

Wie lÀuft das Warnsystem der Corona-Warn-App ab?

Liegt ein positiver Corona-Test vor, mĂŒsst ihr dieses Ergebnis selbststĂ€ndig in die App eintragen. Um MissbrĂ€uche und schlechte Scherze durch Spaßvögel zu vermeiden, funktioniert das nur mit TAN oder QR-Code-Verifikation, welche man nach den Tests erhĂ€lt. Die betroffenen Kontakte bekommen nun eine Nachricht, in welcher ihnen ein eigener Test nahegelegt wird. Zur Beurteilung der Höhe des Risikos wertet die App die Dauer des jeweiligen Kontakts aus und registriert dabei, wie stark das Bluetoothsignal war. Ein weitere Faktor ist der Zeitpunkt der Ansteckung, da man in der Anfangsphase besonders ansteckend ist.

Ein Problem dabei: Bluetooth wurde nicht fĂŒr deratige UmstĂ€nde entwickelt und durch Glasscheiben oder Ă€hnliche Schutzmaßnahmen werden Fehlalarme nicht vermeidbar sein. Das Tragen einer Maske bleibt ebenfalls weiterhin absolute Pflicht und die App kann keinen Ersatz dafĂŒr bieten.

Was passiert mit meinen Daten?

Eure IdentitĂ€ten werden nicht ausgetauscht, sondern die bereits erwĂ€hnten, anonymen Nummern, welche sich mehrmals pro Stunde Ă€ndern und nicht zentral gespeichert werden – man erinnere sich an die endlose Debatte zu dem Thema. Der Abgleich der IDs findet ausschließlich auf den einzelnen Handys statt. Gespeichert wird lediglich eine Liste der anonymisierten Nummern von Infizierten. Der Quellcode der App kann auf der Plattform GitHub eingesehen werden. Bei etlichen Analysen des Codes wurden keine HintertĂŒren oder andere Anomalien entdeckt. Der TÜV-IT hat seinen Segen in Sachen Datensicherheit allerdings aktuell nur vorbehaltlich erteilt, und weist in seinem Audit darauf hin, dass weiter LĂŒcken existieren, welche bereits im offiziellen Github beim Authentifizierungs-Server gemeldet wurden: Zudem sei das TAN-Verfahren relativ einfach zu knacken. „Es besteht noch Nachholbedarf“, so das Fazit der TÜV Informationstechnik. Man hĂ€tte sich den 30.06. „oder besser noch etwas spĂ€ter“ als Start-Termin gewĂŒnscht und stufe mindestens eine der LĂŒcken als schwerwiegend ein. Theoretisch könnten beim aktuellen Status destruktive Personen das System mit positiven Ergebnissen ĂŒberfluten und die GlaubwĂŒrdigkeit der App somit untergraben.

Bringt die Corona-Warn-App ĂŒberhaupt was, wenn sie nicht alle nutzen?

Forscher einer Studie aus Oxford fanden heraus, das optimalerweise mehr als 60 Prozent der Bevölkerung die App nutzen sollten. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Schwellenwert, unter welchem der Gebrauch komplett sinnfrei wĂ€re: „Selbst bei einem geringeren Anteil gehen wir davon aus, dass die Zahl der Infektionen und TodesfĂ€lle sinkt.“ Hierzulande wĂ€re eine so hohe Zahl an Installationen aktuell utopisch – selbst WhatsApp, was heutzutage fĂŒr jeden zum Haushaltsbegriff avanciert ist, brauchte Jahre, um sich so stark zu verbreiten.

Auf welchen Handys kann ich die App nutzen?

Apple-User sind ab dem aktuellen iOS 13.5 dabei, welches ab der Generation des 6S/SE installierbar ist. Bei Android-Smartphones braucht man die Version 6 des Betriebssystems sowie Bluetooth LE und Google Play Services.