Bereits im Sommer 2021 startete das Unternehmen 'Deutsche Bahn' im Taunuskreis ein Projekt, welches die auf dem Land leider noch klaffende Lücke zwischen dem ÖNPV und dem Individualverkehr schließen sollte. Eine smarte Applikation auf dem Handy (vom Tochterunternehmen ioki entwickelt) und vollelektrische Shuttles waren die Kernstücke dieser Innovation, bei der ihr einen weitestgehend umweltfreundlichen Shuttleservice reservieren und wenige Minuten später auch nutzen konntet. Jetzt geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter und bietet die "weltweit erste autonome Shuttle-Flotte im ÖPNV-Regelbetrieb" an.
Deutsche Bahn On Demand Shuffle: So funktioniert's
Das macht einen schon neugierig, ein autonomes Fahrzeug zu besteigen und sich vollautomatisch von A nach B kutschieren zu lassen, oder? Was gestern noch Zukunftsmusik war, wird heute Realität und das nicht irgendwo im nirgendwo, sondern tatsächlich in Deutschland! Voller Ehrfurcht haben auch wir und das folgende sehr umfangreiche Video angeschaut, in dem uns der Hersteller der autonomen Shuttle-Fahrzeuge 'Mobileye' eine virtuelle Fahrt in München demonstriert und erklärt, wie die Orientierung der Fahrzeuge funktioniert.
Diese Fahrzeuge sollen nun auch von der Bahn als On-Demand-Shuttle eingesetzt werden. Geplant ist laut einem Bericht der Deutschen Bahn, dass die ersten autonomen Fahrzeuge in Darmstadt und den Kreis Offenbach fahren. Für die Umsetzung des neuen Projektes, das auf die bisher gut angenommenen On-Demand-Shuttles aufbaut, arbeiten viele Instanzen zusammen. Die DB-Tochter ioki liefert die On-Demand-Software und CleverShuttle sowie einige okale Partner wie Heag mobilo und kvgOF sollen sich um einen funktionierenden Betrieb kümmern. Damit schließen die On-Demand-Fahrzeuge zukünftig die Lücke zwischen Bahnhof und Haustür, bieten maximale Flexibilität und Nachhaltigkeit.
Wer finanziert das Projekt?
Was so innovativ ist und hochtrabend erscheint, hat auch seinen Preis. Wir haben im Pressebereich der Deutschen Bahn gelesen, dass sich der Verkehrsbetrieb und die Städte die Kosten teilen. Finanziert wird das Projekt teils vom Bundesverkehrsministerium und teils vom Land Hessen.
Partner von EMIL sind die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft und die Stadt Taunusstein. Beide teilen sich die Kosten für den laufenden Betrieb. Betreiber ist GHT Mobility, die unter der Marke CleverShuttle deutschlandweit im Bereich elektrischen On-Demand-Verkehrs aktiv sind. Das Buchungs- und Dispositionssystem stellt die DB-Tochter ioki bereit. Mit ioki hat die Deutsche Bahn in den vergangenen drei Jahren bereits rund 65 On-Demand-Verkehre im In- und Ausland realisiert, davon fahren etwa 40 Prozent klimafreundlich mit einem Elektro- oder Wasserstoffantrieb.
Möglich wird das herausragende Projekt durch Förderungen des Landes Hessen und des Bundesverkehrsministeriums. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das Projekt mit 27 Millionen Euro im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“. Entsprechend des Förderzeitraums ist das Projekt bis Ende 2024 angelegt. Eine Fortsetzung des Vorhabens über diesen Zeitraum hinaus ist aber bei entsprechender Nachfrage und Finanzierung angestrebt.
Was kostet die Nutzung des Services?
Durch die derzeitig noch aktive Förderung reicht bei Privatpersonen meistens lediglich der Abschluss der Abo-App beziehungsweise das Ticket für den Verkehrsbetrieb.
Fahrgäste mit einem in Taunusstein gültigen Fahrschein, wie beispielsweise einem Schülerticket oder einer Monatsfahrkarte, zahlen lediglich einen Komfortzuschlag von 1,50 Euro und weitere 0,15 Euro pro Kilometer. Wer keinen Fahrschein mit Gültigkeit in Taunusstein hat, zahlt noch einen Grundpreis von 1,50 Euro.
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