Masterpass-Aus – Alles Wichtige in Kürze

  • digitaler Bezahlservice Masterpass wird eingestellt
  • ab November 2019 wird Masterpass nicht weiter angeboten
  • Nutzerdaten werden gesetzeskonform gelöscht
  • keine Auswirkungen für die Nutzung der Mastercard-Kreditkarte

Masterpass – Digitaler Bezahlservice wird in Deutschland eingestellt

Masterpass steht vor dem Aus. Dabei hat Mastercard zunächst vieles richtig gemacht. Im Frühjahr 2013 kündigte das Unternehmen den digitalen Bezahlservice als Alternative zu Paypal an. Die Nutzung war dabei von der Kreditkarte unabhängig. So könnten sich auch Anwender ohne Mastercard beim Masterpass anmelden. Kostenlos war die Nutzung ohnehin.

Für die Verwendung als Bezahlmöglichkeit war nach der Anmeldung lediglich das Hinterlegen einer beliebigen Kreditkarte erforderlich. Per Maestro können auch die in Deutschland verbreiteten Girokarten für Masterpass verwendet werden. Einfach, schnell, kostenlos, flexibel und sicher – dazu mit einem der größten Kreditkarten-Unternehmen der Welt im Hintergrund. Im Prinzip also gute Voraussetzungen, um eine breite Nutzerschicht anzusprechen und damit eine Alternative zum Bezahlprimus Paypal zu werden.

Durchgesetzt hat sich Masterpass dennoch nicht. Vielleicht war das Marketing nicht ausreichend. Dabei hat Masterpass durch zahlreiche Rabattaktionen versucht, die Nutzer an den Bezahlservice zu gewöhnen. Regelmäßig boten Masterpass-Akzeptanzpartner wie Mediamarkt und Saturn, Rakuten oder Notebooksbilliger entsprechende Rabattaktionen. Bei der Bezahlung per Masterpass konnten Kunden sparen. Trotz der Rabatte zeigten sich die Nutzer offenbar wenig überzeugt von dem Bezahlangebot. Immer mehr konzentrieren sich Digitalangebote auf einzelne Anbieter. Paypal ist beim Online-Bezahlen der Platzhirsch.

Masterpass-Aus – Was bedeutet das für den Kunden?

Mit der Einstellung von Masterpass steht diese Bezahlmöglichkeit ab November 2019 in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Dazu haben Nutzer keinen Zugriff mehr auf die bei Masterpass hinterlegten Profildaten. Alle gespeicherten persönlichen Informationen werden gelöscht. Mastercard gibt an, dass dies innerhalb eines „angemessenen Zeitraums“ entsprechend der DSGVO-Regeln sowie der Masterpass-Datenschutzrichtlinien passiert. Eine Übertragung der Daten findet laut Mastercard nicht statt.

Wer im Ausland einkauft, kann Masterpass weiter nutzen, zumindest, wenn der Service dort angeboten wird. Hierfür ist dann eine neue Anmeldung in der jeweiligen Region erforderlich. Für zukünftige Zahlungen verweist Mastercard auf die Kreditkarten-Zahlung. Aus Sicherheitsgründen wird die Einrichtung des Mastercard Identity Check als Zwei-Faktoren-Authentifizierung empfohlen.

Wenn es beim Online-Shopping weiterhin schnell und einfach gehen soll, steht mit Paypal die Nummer 1-Lösung bereit. Immer mehr breitet sich dazu Amazon Pay aus. Und dann wäre da noch Paydirekt, die Online-Bezahllösung der deutschen Finanzwirtschaft. Sicher, einfach und schnell soll einmal mehr eine Alternative zu Paypal eingeführt werden. Die deutschen Banken und Sparkassen haben sich mit dem Paydirekt-Start 2015 Zeit gelassen. Vielfach soll der Service durch Rabatt-Aktionen bei Akzeptanzpartnern dem Nutzerschmackhaftgemachtwerden. Vorteile bietet der Dienst, doch Parallelen zu Masterpass sind deutlich. Womöglich mit demselben Ende.

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