Mehrwegbeutel für Obst & Gemüse bei Rewe –  alles Wichtige in Kürze

  • Rewe startet „Frischenetz“ für Obst und Gemüse
  • Plastikbeutel bleiben weiter verfügbar
  • Zwei „Frischenetze“ für 1,49 Euro
  • Gewicht des Netzes wird automatisch an der Kasse berücksichtigt

„Frischenetz“ statt Einwegbeutel

Verpackung aus Plastik ist umstritten. Nicht nur die große Menge an Verpackungsmüll ist vielen Verbrauchern und Naturschützern ein Dorn im Auge. Die lange Haltbarkeit des quasi nicht verrottenden Materials kam nicht nur in den letzten Monaten durch das Thema Mikroplastik wieder verstärkt in die Öffentlichkeit.

Die Supermarktkette Rewe möchte mit dem neuen „Frischenetz“ eine Alternative zu Plastikverpackung bieten. Bereits vor zwei Jahren nahm das Unternehmen die Einkaufstüten aus Plastik aus dem Verkauf.  Das nun bundesweit in allen Supermärkten eingeführte Mehrwegnetz für Obst und Gemüse soll den Verpackungsmüll reduzieren. „Immer mehr Menschen suchen Lösungen, wie sie im Alltag den Plastikmüll reduzieren können“, so Daniela Büchel von der Rewe-Geschäftsführung.

Bereits vor einem Jahr führte die Handelskette einen siebenwöchigen Test in mehr als 100 Filialen mit einer Vorgängerversion des nun erhältlichen Netzes durch. Nun ist der wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel in allen Rewe-Märkten erhältlich. Zwei Netze gibt es zu einem Preis von 1,49 Euro.  Der Kunde wird nicht zum Kauf gezwungen. Die bekannten Knotenbeutel aus Plastik liegen weiterhin aus.

Neues „Frischenetz“ bei Rewe: Kassenwaage erkennt Gewicht

Rewe betont, dass neue Netz sei eine „hygienischen und praktischen Alternative zum Knotenbeutel“. Der Kunde habe so „die Möglichkeit, Einwegplastik einzusparen.“ Den Mehrwegbeutel können Kunden immer wieder mit in den Markt nehmen. Bereits im Obst- und Gemüsebereich kann die Ware im Netz verstaut werden. An der Kasse wird automatisch das Netzgewicht erkannt. Dafür ist ein entsprechender Strichcode am neuen Netz angebracht. Der Kunde zahlt also nicht mehr.

Bei Edeka wird zur Vermeidung von Plastikmüll bei Obst und Gemüse auf eine Laser-Beschriftung gesetzt. Tatsächlich ist eine zusätzliche Verpackung in vielen Fällen unnötig. Gerade Obst, aber auch Gemüse wird durch die Schale geschützt.

In Zukunft weniger Plastik-Einweg bei Rewe

Auch in Zukunft möchte Rewe auf Einwegplastik verzichten. So soll in allen Rewe-Supermärkten, beim Discounter Penny und beim Baumarkt Toom bis 2020 das Einweg-Plastikgeschirr aus dem Sortiment verschwinden. Stattdessen soll es eine nachhaltige Alternative aus Materialien wie Graspapier, Palmblatt, Holz oder landwirtschaftlichen Agrarresten geben.

Ganz ohne Plastik geht es bei Rewe mit dem neuen Obst- und Gemüsenetz nicht. Der Beutel besteht aus 100 Prozent Polyester. Die rote Kordel ist vollständig aus Polypropylen.

„Frischenetz“ statt Einwegbeutel bei Rewe – Fazit

Das Wiederverwenden ist immer zu begrüßen – soweit es sinnvoll und möglich ist. Sicher, es Bedarf etwas Vorbereitung, schließlich muss der Verbraucher vor dem Einkauf an Beutel oder Netze denken. Es ist weniger bequem. Dafür ist das Wiederverwenden in der Regel günstiger. Das Kostenargument wird bei den bekannten Obst- und Gemüsebeuteln aus Plastik nachrangig sein. Bislang waren diese in der Ware eingepreist. Für den Kunden dürfte sich daher nicht viel ändern.

Dennoch ist der Verzicht auf die bisherigen Knotenbeutel sinnvoll. Für den kurzen Weg von der Auslage über die Kasse bis nach Hause gibt es andere Möglichkeiten. Die Abschaffung der Einkaufstüte aus Plastik ist da schon umstrittener. Der Verzicht auf den Knotenbeutel ist einfach. Es muss dazu gar nicht das Netz sein. Oft braucht es für Obst und Gemüse keine Verpackung. Etwas umdenken reicht schon aus. Wenn das neue Rewe-Netz hier hilft, dann ist das schon hilfreich. Dazu hat der Kunden weiterhin die Wahl. Umweltschutz mit erhobenem Zeigefinger ist selten erfolgreich. Letztendlich macht sich weniger Verpackung auch im Portemonnaie bemerkbar. Schließlich bezahlt der Kunde den Verpackungsmüll, den er später wegwirft.