Netflix-Aktie erhält Dämpfer: Das Wichtigste in Kürze

  • Krisenjahr-Gewinner Netflix verzeichnet Rückkgang beim Abo-Andrang.
  • Aktie des Streaming-Giganten stürzt ab.
  • Streaming-Marktführer rechnet mit weiteren Einbußen.

Netflix-Aktie fällt nach Hoch zu Jahresbeginn: Nur ein kurzes Beben?

Eins muss der Nachricht vom „Fall“ der Netflix-Aktie natürlich vorangestellt werden: Wer als Mitarbeiter des Streaming-Multis in diesen Tagen den Verlust bei den Abos und das Schwächeln der Aktie beklagt, jammert auf höchstem Niveau. Erst kürzlich zog der kalifornische Streaming-Gigant mit einem Börsenwert von 232 Milliarden US-Dollar am Branchen-Urgestein Walt Disney vorbei, dem, im Gegensatz zu Netflix, das Krisenjahr erkennbar zugesetzt hat. Zumal es im Hause Netflix wirtschaftlich alles andere als holprig lief: Gegenüber 2019 stieg der Gewinn um über 50 Prozent auf 720 Milliarden Dollar (632 Milliarden Euro), während die Erlöse um satte 25 Prozent zunahmen und auf 6,2 Milliarden Dollar stiegen.

Dass die Aktie nachbörslich zwischenzeitlich um ganze 12 Prozent verlor, liegt unter anderem auch an der Ankündigung von Netflix selbst: In einem Brief an die Aktionäre hatte der Groß-Streamer verkündet, dass das Unternehmen für 2020 mit weniger Wachstum rechne als im Vorjahr. Der bisherige Jahreskursgewinn von 60 Prozent scheint diese Prognose bisher jedoch zu widerlegen. Auch die geschrumpfte Zahl von 10,2 Millionen Abonnenten im zweiten Quartal gegenüber den 15,8 Millionen im ersten Quartal kennzeichnet zwar einen erheblichen Rückgang, ist im derzeitigen Streaming-Wettkampf aber bei Weitem unerreichbar. Markiert sie dennoch einen Trend?

Netflix prognostiziert weiteren Rückgang

Man braucht keine Glaskugel, um den boomhaften Anstieg bei den Abo-Zahlen im ersten Jahresquartal als limitiert einzuschätzen und so vermutet Netflix selbst einen weniger starken Neukundenzustrom. Grund dürfte u. A. auch die in den vergangenen drei Monaten geringere Zahl der Blockbuster im Angebot der Plattform sein – trotz Programm-Neuzugängen wie Spike Lees „Da 5 Bloods“ oder „Space Force“ fehlten die ganz großen Kalliber. Nicht zuletzt auch verantwortlich für die Einbuße dürften die gelockerten Ausgangsbeschränkungen sein. Noch immer ist die Tendenz zum Zuhausebleiben und Streamen höher als je zuvor, doch mit den weniger strengen Auflagen und den gestiegenen (wenn auch stellenweise nicht wirklich sommerlichen) Temperaturen werden auch die auf der heimischen Couch zugebrachten Stunden weniger.

Wie haltet ihr es in diesen Tagen? Bestimmt Netflix euer Abendprogramm oder hat euch der Sommer das Serien-Bingen wieder ausgeredet?