Netflix will Computer-Spiele streamen: Das Wichtigste in Kürze

  • Netflix will ab 2022 Computer-Spiele streamen
  • Games werden zunächst kostenlos sein
  • Einstellung von Gaming-Veteran Mike Verdu bestätigt

Rang und Namen angeheuert: Netflix wird Gamestreamer

Netflix-Nutzende sollen auf der Streaming-Oberfläche künftig mehr also Serien und Filme streamen können – mit dem Gamestreaming wird das Plattform-Portfolio um eine interaktive Komponente erweitert. Bereits ab 2022 sollen die ersten Spiele nutzbar sein und damit die neue Produktpalette bis dahin Hand und Fuß hat, wurde die Netflix-Mannschaft um namhafte Neuzugänge erweitert.

Die wohl bekannteste Personalie dürfte dabei Mike Verdu sein, dessen Einstellung gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg bereits bestätigt wurde. Verdu wird die Position des „President of Game Development“, also des Team-Leiters für die Games-Entwicklung bekleiden und laut einem Sprecher an COO Greg Peters berichten. Im Gaming-Kosmos ist Verdu natürlich kein Unbekannter: Vor seiner Zuständigkeit für Augmented- und Virtual-Reality-Spiele beim VR-Wegbereiter Oculus führte er Studios bei einer der größten Schmieden der Gaming-Branche, Electronic Arts (EA). Wie früher bei Zynga, wo er vor EA unter Vertrag stand, könnte auch bei Netflix seine Aufgabe darin bestehen, ganze Spieleportfolios zu kreieren.

Netflix will die Gaming-Kinderschuhe ablegen

Dass Netflix in puncto Gaming zumindest die Kinderschuhe bereits erfolgreich getragen hat, dürfte vielen nicht entgangen sein. Bereits im Zusammenhang mit „Black Mirror“ Bandersnatch“ hatte der kalifornische Groß-Streamer mit interaktiven Nutzungswegen experimentiert, für „Stranger Things“ veröffentlichte Netflix daraufhin ein Handy-Game, welches später auch für Windows und Konsolenoberflächen nutzbar gemacht wurde. Auch für „The Dark Crystal: Age of Resitance“ werkelte die Gaming-Abteilung von Netflix zuletzt an einem Spiel. Richtiges Gamestreaming dürfte ein anderes Kaliber, aber mithilfe der frisch angeheuerten Branchenexperten soll der Quantensprung gelingen.

 

Zunächst keine zusätzlichen Gebühren für Games: Fokus auf Neukundengewinnung

Den Ankündigungen zufolge wird das neue Games-Angebot zunächst wohl keine Zusatzkosten verursachen, das Kalkül von Netflix scheint wohl eher darin zu bestehen, neue Abonnenten zu gewinnen. Von großem Wert dürfte die neue Nutzungsmöglichkeit der Plattform aber auch als Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen Streaming-Anbietern wie Amazon oder Disney sein: Bisher bietet keiner der Konkurrenten etwas Vergleichbares an. Außerdem ist wahrscheinlich, dass Netflix mithilfe der angebotenen Games auch Serien- oder Film-Originale promoten wird und durch das neue Feature dürfte sich die Verweildauer erhöhen. Der Streaming-Anbieter aus Scotts Valley ist also auf dem besten Wege, sich unangreifbar zu machen – zumindest für den Moment.