Erhöhtes Briefporto – Alles Wichtige in Kürze

  • ab 1. Juli neue Portopreise bei der Deutschen Post
  • Standardbrief bis 20 Gramm für 80 Cent statt 70 Cent
  • auch Preiserhöhung bei anderen Briefarten
  • neue Briefmarken in den Post-Filialen und online verfügbar
  • alte Briefmarken durch Ergänzungsmarken weiter verwendbar

Deutsche Post erhöht Preise – Steigerung von 4 bis 33 Prozent

Die Deutsche Post hat ab sofort die Porto-Preise im Briefversand erhöht. Betroffen sind sowohl nationale als auch internationale Sendungen. Dabei beträgt die Porto-Erhöhung zehn beziehungsweise 15 Cent.

Deutlich teurer wird der Preisanstieg bei Postkarten. Hier steigt der Portopreis von 45 Cent auf 60 Cent. Das ist ein Plus von 33 Prozent. Allerdings hat die Deutsche Post das Postkarten-Porto zuletzt 2003 geändert. Damals sank der Preis von 51 Cent auf 45 Cent.

Das Porto für Briefe steigt um jeweils zehn Cent. Damit kostet der Versand eines Standardbriefs von jetzt ab 80 Cent. Bislang mussten entsprechende Sendungen mit 70 Cent frankiert werden. Damit ist der Preis um rund 14 Prozent gestiegen.

Auch bei Kompakt-, Groß- und Maxibriefen wird der Versand nun teurer. Wie beim Standardbrief steigt das Porto um 10 Cent. Der prozentuale Anstieg liegt hier zwischen 12 und 4 Prozent.

Porto-Erhöhung bei der Post – Größerer Preisspielraum bis 2021 durch geänderte Regelung

Zuletzt stiegen die Preise für Briefe zum Jahreswechsel 2016. Die Deutsche Post begründet die Porto-Erhöhung mit „allgemeinen Kostensteigerungen“. Gerade der boomende, doch kostenintensive Paketversand macht dem Unternehmen zu schaffen. Anfang Juni hat die Bundesnetzagentur als zuständige Regulierungsbehörde der Deutschen Post einen Preiserhöhungspotential von 10,63 Prozent bis Ende 2021 zugestanden.

Dem war eine Änderung der Entgeltverordnung vorausgegangen. Die alte Regelung hat lediglich einen  Preiserhöhungsspielraum von 4,8 Prozent errechnet.

ArtPreis neuPreis altVeränderung
Postkarte60 Cent45 Cent+ 15 Cent (33 Prozent)
Standardbrief

(bis 20 Gramm)

80 Cent70 Cent+ 10 Cent (14 Prozent)
Kompaktbrief

(bis 50 Gramm)

95 Cent85 Cent+ 10 Cent (12 Prozent)
Großbrief

(bis 500 Gramm)

1,55 Euro1,45 Euro+ 10 Cent (7 Prozent) 
Maxibrief

(bis 1.000 Gramm)

2,70 Euro 2,60 Euro+ 10 Cent (4 Prozent)  

Porto bei der Post wieder teurer – Was passiert mit alten Briefmarken?

Mit der nun erfolgten Preiserhöhung für Briefe bleiben die alten Briefmarken weiterhin gültig. Sendungen müssen wie gewohnt ausreichend frankiert sein. Damit Briefe auch mit alten Marken auf das gültige Porto kommen, bietet die Deutsche Post ab sofort Ergänzungsmarken an. Diese sind im Wert von 5, 10, 15 oder 20 Cent verfügbar. Erhältlich sind die Marken in allen Post-Filialen sowie online. An den Briefmarkenautomaten der Deutschen Post lassen sich zudem einzelne Marken zu jedem gewünschten Portowert ausdrucken.

Deutsche Post erhöht Porto – Welche Anbieter gibt es noch?

Die Deutsche Post ist sicherlich noch der weitest verbreitete Anbieter für den Versand von privater Post. Doch es gibt mittlerweile auch andere Anbieter. Allerdings ist das Angebot übersichtlich. Durch den hohen logistischen Aufwand ist das Geschäftsumfeld schwierig. Auch die sinkenden Portoerlöse machen es den Anbietern nicht leicht, wodurch vor allem Unternehmen mit einer vorhandenen Logistik, z.B. DPD, in Konkurrenz zur klassischen Post treten. Daher haben sich vor allem für Geschäftspost Versand-Unternehmen neben der Post gebildet. Diese versenden auch deutschlandweit.

Eine Alternative zur Deutschen Post bei privatem Briefversand hängt vom jeweiligen Wohnort ab. Hier haben sich Anbieter wie PIN oder Nordbrief etabliert. So orientiert sich das Berliner Unternehmen PIN mit einem Porto-Preis von 69 Cent für den Standardbrief und 1,43 Euro für den Großbrief an den alten Preisen der Deutschen Post, und liegt sogar noch etwas darunter. Noch günstiger ist Nordbrief. Beim Anbieter von der Ostsee kostet der Versand des Standardbriefs 57 Cent, bei einem Großbrief 1,19 Euro.

Der Versand erfolgt auch bei den regionalen Anbietern in der Regel deutschlandweit. Allerdings ist für den Versand ein Briefkasten oder ein Versandpartner des jeweiligen Anbieters erforderlich. Das Verschicken über die Deutsche Post ist unter diesen Voraussetzungen vielfach einfacher. Nicht zuletzt die große Verfügbarkeit ist so auch der Grund für die nun gestiegenen Portokosten der Deutschen Post. Im europaweiten Vergleich liegt der Porto-Preis für den Standardbrief auch mit der nun erfolgten Erhöhung im Mittelfeld.

Titelbild: Deutsche Post AG