Netzagentur-Vorschlag zum Recht auf schnelles Internet: Das Wichtigste in Kürze

  • Große Koalition legte Recht auf schnelles Internet fest
  • Bundesnetzagentur schlägt 10 Mbit/s als ausreichend vor
  • Außerdem vorgeschlagen: 1,3ms Download-Rate,
  • Jährliche Überprüfung gefordert

Recht auf schnelles Internet: Netzagentur schlägt 10MBit/s vor

Nun weiß man also, wie schnell „schnell“ ist, zumindest, wenn es um die Definition schnellen Internets geht und man sich auf die Bundesnetzagentur bezieht. Nachdem die Große Koalition das „Recht auf schnelles Internet“ verankert hat, hat die Agentur erste Gutachten gesammelt und einen initialen Vorschlag gemacht, bei welcher Internet-Geschwindigkeit die wichtigsten Online-Dienste einfach zugänglich sein sollen. Die genannten 10 Mbit/s sind laut Netzagentur-Präsident Jochen Homann aber nur ein erster Vorstoß, da er die Diskussion um angepeilte Richtwerte für dynamisch hält und damit rechnet, dass der technologische Fortschritt zu späteren Nachjustierungen führen werde. Oberstes Ziel sämtlicher Akteure sei es, den flächendeckenden Ausbau der Gigabit-Netze voranzutreiben.

Jährliche Überprüfung der Anforderungen gefordert

Auf Basis der genannten Gutachten (drei an der Zahl sowie eine Befragung von Unternehmen) fordert die Bundesnetzagentur außerdem eine Download-Rate von mindestens 10 Mbit/s, eine Upload-Rate von wenigstens 1,3 Mbit/s sowie eine Latenz von höchstens 110 Millisekunden. Die genannten Werte seien laut der Bundesnetzagentur mit den, in anderen Ländern geltenden Regeln gut vereinbar, sollten aber jährlich untersucht und gegebenenfalls technologischen Entwicklungen entsprechend angeglichen werden. Die Agentur mahnt außerdem an, die Werte nicht allzu hoch zu definieren, da sonst der Glasfaserausbau verlangsamt werden könnte.

Trotz des bisher geltenden Rechts der Deutschen auf „funktionalen Internetzugang“  (mit einer angesetzten Mindestgeschwindigkeit von 0,056 MBit/s) lag die Latte der Erwartungen wohl höher als das nun verkündete Mindestmaß. Auch 30 Mbit/s waren dafür bereits im Gespräch gewesen.