Gratis-Telefonie mit satellite-App: Das Wichtigste in Kürze

  • satellite ermöglicht mit kostenloser App Gratis-Telefonie
  • Dienst bisher in 55 Ländern nutzbar
  • Abhängigkeit von SIM-Karte entfällt
  • jetzt neben iOS auch für Android verfügbar
  • Zunächst Begrenzung auf 100 Gesprächsminuten
  • SMS lassen sich bisher nicht empfangen

Mit satellite-App umsonst telefonieren: Seit Mai auch für Android

Der Düsseldorfer Telefonie-Anbieter Sipgate hat sich bei der Entwicklung von satellite etwas Zeit gelassen, doch seit Mai ist die kostenlose App nun nicht mehr nur für iPhones und andere Apfel-Gerätschaften, sondern auch für Android-Devices verfügbar. Was des eifrigen Weltentdeckers mit starkem Kommunikationsbedürfnis Freud‘, dürfte der Netzanbieter Leid sein – oder zumindest in Teilen werden, denn satellite stiehlt Telekom und Co. mit seinem Versprechen an einigen Konkurrenzkampfschauplätzen klar die Show: Ohne den Nutzer zu einer SIM-Karte zu verpflichten, erhält er eine beinahe vollwertige Mobilnummer. Das scheint sich bereits großflächig herumgesprochen zu haben, denn laut Sipgate telefonierten bis Mitte Mai bereits 100.000 iOS-ler mit der satellite-App.

Mit satellite gratis telefonieren: Wie funktoniert’s?

Das Vorgehen mit satellite ist dabei so simpel wie genial: Man lädt sich die iOS- oder Android-App auf sein Smartphone, und legt sich nach dem Öffnen einen Kunden-Account an. Dabei ist es wichtig, dass die angegebenen Daten korrekt sind, denn Sipgate schickt daraufhin binnen weniger einen Brief an die Meldeadresse des künftigen Users – diese Notwendigkeit zur Authentifizierung verlangt die entsprechende Gesetzesgrundlage. Sobald der Account freigeschaltet ist, bekommt man eine Handynummer mit der Vorwahl 01567 und acht weiteren Ziffern, beginnend mit einer 8. Aus den deutschen Netzen erreicht man die satellite-Nutzer zu unveränderten Tarifen, dennoch handelt es sich nicht um einen Mobilanschluss im usprünglichen Sinn, denn die Kontaktierung erfolgt über das Internet. Wichtig ist daher eine verlässliche Datenverbindung, also entweder über WLAN oder LTE. Schön ist, dass die Anrufe (dank des sogenannten „CallKits“ bisher zumindest auf dem iPhone) wie ganz „normale“ Anrufe aussehen – also nicht wie im Falle von WhatsApp die Oberfläche der Messenger-App geöffnet wird.

Fazit zur satellite-App: Lohnt das Umsonst-Telefonie-Tool?

Bisher ist satellite in 55 Ländern nutzbar – Deutschland ist natürlich Teil der Liste, aber auch in außereuropäischen Statten wie Bermuda, Südkorea oder den USA kann auf die kostenlose Telefonier-App zugegriffen werden. Wer den vollen Überblick über den Nutzungsradius bekommen möchte, kann auf der satellite-Seite die unterstützten Länder und Netze einsehen. Etwas schade ist, dass die Gesprächsminuten bisher auf 100 kontingentiert sind – wer noch mehr loszuwerden hat, muss vorerst auf die Pro-Variante zurückgreifen, mittels derer sich eine entsprechende internationale Flatrate buchen lässt – freundlicherweise ist das aktuell aber bereits für 4,99€ (laufzeitlos) möglich. Auch SMS-Empfang bedarf momentan des Pro-Upgrades, ebenso wie wie Verwaltung mehrerer Rufnummern. Ob Sipgate erwägt, diese Paywall künftig einzureißen oder zumindest zu verkleinern, ist fraglich, doch auch jetzt ist die Anwendung bereits vielseitig einsetzbar: Ob nun als Trash-Nummer für den eBay-Kleinanzeigen-Dauerkäufer, für das Business-Handy, oder als Dual-SIM. Im Augenblick dürfte das Telekom, Vodafone und Co. noch einigermaßen ruhige Nächte bescheren, sollte die satellite-App aber in der Zukunft noch grenzenloser funktionieren, wird Sipgate ein ziemliche erst zu nehmender Player im Mobilfunk Game sein.