Travelbird-Pleite – Alles Wichtige in Kürze

  • Travelbird stellt Betrieb ein
  • keine weiteren Angebote für Reisen
  • bereits gebuchte Reisen fallen unter Garantieregelung
  • betroffene Kunden sollen in Kürze kontaktiert werden

Travelbird-Pleite – Unternehmen stellt Betrieb ein

Jahrelang hat Travelbird die Reisebranche mit günstigen Preisen aufgemischt. Das niederländische Unternehmen startete 2010 mit der Zielsetzung, mehr Übersicht in den Reisemarkt zu bringen. Das regelmäßig wechselnde Angebot wurde dafür in verschiedenen Kategorien und Unterkategorien aufgeteilt, um die Orientierung für die urlaubssuchenden Nutzer leichter zu machen.

Diese Konzept hatte lange Zeit Erfolg. Die Nutzerzahlen stiegen stetig an. 2015 reisten bereits 2,5 Millionen Urlauber mit dem niederländischen Portal. Die Seite konnte 2016 monatlich 9,5 Millionen Besuche aufweisen. Damals sollen täglich 12.000 Kunden über Travelbird-Angebote verreist sein. Insgesamt haben in den letzten acht Jahren mehr als 7 Millionen Reisende über das Portal gebucht.
Das Wachstum wurde auch durch ein Investment des Startup-Inkubators Rocket Internet der Samwer-Brüder möglich. Doch bereits 2015 zog sich Travelbird aus mehreren europäischen Staaten auf Grund zu geringer Umsätze zurück.

Fehlende Finanzierung führt zu Travelbird-Aus

Ob fehlende Umsätze in den übrigen Märkten zum Aus von Travelbird geführt haben, bleibt offen. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde das Geld in den letzten Monaten allerdings knapp. Ursache dafür seien „Verzögerungen bei den Zahlungen an Partner“ gewesen. Der Grund seien „saisonale Schwankungen“ gewesen.

Travelbird habe sich bereits aktiv um eine zusätzliche Finanzierung bemüht. Diese ist nun gescheitert. Die Hintergründe bleiben offen. Es ist eine durchaus fragwürdige Entwicklung, da Travelbird mitteilte im ersten Halbjahr 2018 erstmals profitabel gewesen zu sein. Offenbar waren die weiteren Geschäftsaussichten für Investoren trotzdem nicht vielversprechend genug.

Gebuchte Reisen trotz Travelbird-Pleite abgesichert?

Für Travelbird- Kunden, die bereits eine Reise für die kommenden Wochen oder Monate gebucht haben stellt sich die Frage, wie es mit dem geplanten und oft bereits zumindest teilweise bezahlten Urlaub weiter geht. Wie Travelbird mitteilt, sei das Unternehmen Mitglied bei Stichting Garantiefonds Reisgelden (SGR).

„Jeder bekommt sein Geld zurück.“ – SGR-Chef Erik Jan Reuve

SGR ist eine niederländische Organisation, die von Reisenden gebuchte Reisen garantiert. Falls der Reiseorganisator aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ausfällt, sorgt SGR für die Rückreise oder die Unterbringung am Urlaubsort. Ob eine gebuchte Reise zustande kommt, bleibt fraglich. SRG werde sich bei den betroffenen Kunden melden und diese über alle Details informieren. Hoffnung mache ein Artikel der niederländische Zeitung „De Telegraaf“. Die bezahlten Reisen seien von der Garantie abgedeckt, so SGR-Chef Erik Jan Reuve. „Jeder bekommt sein Geld zurück.“

Update zur Travelbird-Pleite

SRG teilt mit, dass alle Anreise per Flugzeug bis 9. November gesichert sind.

SGR will also guarantee all arrivals of package trips with airline tickets until November 9, 2018.

Darüber hinaus sichert die niederländische Versicherung zusammen mit TUI Niederlande (PDF-Download) die Zahlung für Travelbird-Kunden, die aktuell im Urlaub sind. Die Zahlung für die Gastronomie-Betriebe sei gewährleistet. Für betroffenen Kunden stellt SRG zudem ein Dokument mit Antworten auf wichtige Fragen auch in Englisch zum Download bereit.