EU fordert Recht auf Reparatur von Smartphones: Das Wichtigste in Kürze

  • EU forderte günstigere und einfachere Reparaturmöglichkeiten für Smartphones
  • Ziel ist ein nachhaltigerer EU-Binnenmarkt
  • unsichere Produkte sollen vom Markt verschwinden
  • Rückrufe sollen effizienter gestaltet werden
  • geplante Obsoleszenz (absichtsvoller früherer Verschleiß) soll künftig unlauterer Wettbewerb sein

Recht auf Smartphone-Reparatur: Vorstoß für grüneren EU-Binnenmarkt

Das alte Leid der kaum möglichen Smartphone-Reparatur soll gemäß dem Willen des EU-Parlamentes möglicherweise bald Geschichte sein. Das ist einer am Mittwoch formulierten Forderung der Abgeordneten nach einem Recht auf Reparatur der beliebten Kommunikationsgeräte zu entnehmen. Die Grünen-Abgeordnete Anna Cavazzini deutete dabei besonders auf den doppelten Nutzen einer entsprechenden neuen Vorschrift hin:

„Das Smartphone zu reparieren, statt es wegzuwerfen, schont Klima, Ressourcen und den eigenen Geldbeutel“

Der liberale slowakische Abgeordnete Martin Hojsik sprach von einer Win-win-Situation für Käufer und Verkäufer, aber auch für die Umwelt. Auch EU-Justizkommissar Didier Reynders postulierte, dass alles dafür getan werden müsse, damit Verbraucher bessere Entscheidungen für nachhaltigere und langlebigere Produkte treffen könnten. Schon beim Kauf sollen von den Herstellern bessere Information zum Preis von Ersatzteilen vermerkt werden, die bei einem etwaigen Schaden benötigt werden könnten.

EU-Forderung mit Einschränkung

Ein „Aber“ gibt es allerdings auch hier, denn laut Reynders dürfe eine entsprechende neue Vorgabe auch für die Unternehmen keine schwer handhabbare organisatorische Last mit sich bringen, ein neues „bürokratisches Monster“ solle nicht heraufbeschworen werden. Ob diese Einschränkungen Hintertüren für die Hersteller aufstoßen wird, bleibt abzuwarten.

Auch geplante Obsoleszenz im Visier

Im Entschluss der Abgeordneten soll es auch um die oft diskutierte geplante Obsoleszenz gehen, also die absichtliche schnellere Abnutzung von Produkten. Aus Sicht des EU-Parlamentes werde es sich dabei in naher Zukunft um eine Praktik handeln, die als unlauterer Wettbewerb gilt. Außerdem sollen Produkte, deren Verbleib unsicher ist, künftig früher vom Markt genommen werden.