Es ist das Schreckgespenst für über zwei Milliarden Nutzer weltweit: Werbung in WhatsApp. Lange Zeit galt der Messenger als werbefreie Bastion, doch die Gerüchteküche brodelt heftiger denn je. Meta-Chef Mark Zuckerberg sucht nach Wegen, die App stärker zu monetarisieren. Während die klassische Chat-Liste bisher noch heilig zu sein scheint, rücken andere Bereiche des Messengers nun ins Visier der Werbevermarktung.
Für euch bedeutet das: Das Nutzererlebnis könnte sich bald grundlegend ändern. Wir haben für euch recherchiert, was wirklich dran ist und worauf ihr euch einstellen müsst. 📱💥
Das Wichtigste in Kürze
- WhatsApp plant langfristig die Einführung von Anzeigen in den Status-Bereich und die neuen Kanäle.
- Die persönliche Chat-Liste soll laut offiziellen Statements (vorerst) werbefrei bleiben.
- Meta setzt verstärkt auf WhatsApp Business, um Einnahmen durch Unternehmen zu generieren.
- Alternative Messenger wie Signal oder Telegram gewinnen durch diese Meldungen wieder an Zulauf.
Wann und wo wird die Werbung geschaltet?
WhatsApp-Chef Will Cathcart hat es in Interviews bereits angedeutet: Eine komplette Ablehnung von Werbung gibt es nicht mehr. Der Plan sieht vor, dass Anzeigen dort erscheinen, wo sie den direkten Lesefluss nicht unterbrechen. Konkret betrifft das den Status-Bereich (ähnlich wie die Stories bei Instagram) und die neu eingeführten Kanäle. Hier könnten Unternehmen bald dafür bezahlen, dass ihre Inhalte zwischen den Updates eurer Kontakte oder in euren abonnierten News-Feeds auftauchen. 🕵️♂️
Kritisch zu sehen ist dabei die Datennutzung. Auch wenn eure Chats dank Ende-zu-Ende-Verschlüsselung privat bleiben, weiß Meta sehr wohl, welche Kanäle ihr abonniert habt und mit welchen Unternehmen ihr über die Business-Funktion interagiert. Diese Metadaten sind Gold wert, um euch personalisierte Werbung auszuspielen. Der Druck auf Meta wächst, da Investoren nach dem Milliarden-Kauf von WhatsApp endlich schwarze Zahlen sehen wollen.
WhatsApp Business als Vorreiter
Die Monetarisierung hat längst begonnen, nur eben subtiler. Über WhatsApp Business zahlen Firmen bereits für bestimmte Funktionen und den Versand von Nachrichten an Kund:innen. Hier ist der Übergang zur Werbung fließend: „Click-to-WhatsApp“-Anzeigen auf Facebook oder Instagram führen euch direkt in einen Chat mit einer Marke.
| Feature | Werbestatus | Prognose |
|---|---|---|
| Chat-Liste | Werbefrei | Bleibt wahrscheinlich sauber |
| Status-Updates | Aktuell sauber | Anzeigen sehr wahrscheinlich |
| Kanäle (Channels) | Werbefrei | Gesponserte Inhalte geplant |
Gibt es Alternativen ohne Werbedruck?
Falls ihr keine Lust auf blinkende Banner zwischen den Urlaubsbildern eurer Freunde habt, gibt es Optionen. Doch der Wechsel ist schwer, da die meisten Kontakte eben bei WhatsApp sind. Hier sind die gängigsten Alternativen:
- Signal: Gilt als der Goldstandard für Datenschutz. Finanziert sich durch Spenden und ist garantiert werbefrei.
- Telegram: Bietet viele Funktionen, nutzt aber bereits ein eigenes Werbesystem in großen öffentlichen Kanälen.
- Threema: Kostet einmalig eine kleine Gebühr, bietet dafür aber volle Anonymität ohne Werbung.
Ihr solltet bei WhatsApp bleiben, wenn ...
- ... euer gesamtes soziales Umfeld dort ist und ihr nicht isoliert sein wollt.
- ... euch Werbung im Status-Bereich nicht stört, solange die Chats privat bleiben.
Ein Wechsel lohnt sich, wenn ...
- ... ihr maximale Datensparsamkeit wollt und Meta misstraut.
- ... ihr ein Statement gegen die zunehmende Kommerzialisierung von Kommunikation setzen möchtet.
Kann WhatsApp meine Nachrichten lesen, um Werbung zu schalten?
Nein. Dank der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann niemand – auch nicht WhatsApp oder Meta – eure privaten Nachrichten mitlesen. Die Werbung basiert eher auf Metadaten oder Kanal-Abos.
Wann startet die Werbung in Deutschland?
Ein exaktes Datum gibt es noch nicht. Die Funktionen werden oft zuerst in Märkten wie Indien oder Brasilien getestet, bevor sie global ausgerollt werden.
Kann ich die Werbung gegen eine Gebühr abschalten?
Bisher ist kein werbefreies „Premium-Abo“ für Privatnutzer angekündigt. Es ist jedoch denkbar, dass Meta dieses Modell in Zukunft analog zu Facebook und Instagram (Abo für Werbefreiheit) einführt.
Was haltet ihr von den Plänen? Würdet ihr WhatsApp den Rücken kehren, wenn die erste Anzeige im Status auftaucht, oder ist euch das völlig egal, solange der Dienst kostenlos bleibt? Schreibt uns eure Meinung unten in die Kommentare – wir sind gespannt auf eure Sichtweise! 👇💬
Quellen: heise.de | theverge.com | wuv.de

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