Endgültiges Aus für Roaming-Gebühren

Schon 2015 hatten sich Parlament und Rat auf die Abschaffung der Roaming-Gebühren geeinigt – bis zur finalen Durchsetzung hat es aber bis zum April 2017 gedauert. Die Verordnung ist jetzt offiziell verabschiedet und ab dem 15. Juni könnt ihr ohne zusätzliche Kosten im EU-Ausland telefonieren, SMS verschicken und surfen. Alle Details rund um das Aus der Roaming-Kosten könnt ihr auch in diesem Beitrag nachlesen. Grundsätzlich gelten ab Juni die folgenden Höchstgrenzen:

Neue Roaming-Preise für Netzbetreiber

  • Telefonate: maximal 0,032€ pro Minute
  • Kurzmitteilungen: 0,01€ für SMS
  • Datenverbindungen: stufenweise Senkung von 7,70€ pro GB 2017 bis 2,50€ pro GB ab 2022

Diese Kosten werden nicht euch persönlich, sondern den Netzbetreibern berechnet. Und hier liegt der Hase im Pfeffer begraben, denn die Anbieter geben natürlich ihr Möglichstes, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Einige von ihnen wollen mit der Abschaffung der Roaming-Gebühren auch gleich das Roaming an sich streichen.


Roaming-Abschaffung nach Gebühren-Abschaffung?

Die Verordnung ist durch, das EU-Parlament hat sich final geeinigt und das Ende der Roaming-Gebühren ist beschlossene Sache. Einige Netzbetreiber wollen sich damit aber nicht so recht abfinden und suchen eifrig nach Schlupfwinkeln, um der neuen Regelung zu entkommen. Eine Möglilchkeit, um die Kosten doch wieder auf die Nutzer umzuleiten, ist  die Erhöhung der monatlichen Grundgebühren. Wie sich die Tarifgebühren bis zum Juni und vor allem danach entwickeln, bleibt aber abzuwarten.

Ganz andere Wege geht da der österreichische Tarifanbieter „3“: Hier wird kurzerhand das komplette Roaming abgeschafft. Eine Nutzung im Ausland ist damit praktisch nicht mehr möglich und die Kunden müssen sich vor Ort um eine geeignete Alternative kümmern. In einer offiziellen Stellungnahme hat der Provider diese unschönen Neuerungen verkündet. Das Ganze tritt übrigens passend zum 1. Juni ein, damit die Kunden nicht von der Gebühren-Abschaffung profitieren können. Zwar haben die Kunden ein Sonderkündigungsrecht, doch das dürfte die Enttäuschung nicht mindern.

roaming abgeschafft

Nicht nur in Österreich ist die Streichung der Roaming-Option ein Thema. Auch hierzulande gibt es zahlreiche Tarife, in den Roaming nicht möglich ist. Paradebeispiel dafür ist DeutschlandSIM. Dort sind die Basistarife generell ohne Roaming, dieses kann aber kostenpflichtig zugebucht werden. Auch andere Provider wollen künftig Tarife ohne Roaming auf den Markt bringen. In diesen Fällen wissen die Nutzer aber im Voraus, worauf sie sich einlassen, und werden nicht von einer plötzlichen Streichung überrascht.

tarife ohne roaming


Missbrauchsklausel erschwert Schnäppchenjagd

Wer schon gehofft hatte, dass er nach der Abschaffung der Roaming-Gebühren europaweit auf Schnäppchenjadg gehen kann, wird allerdings enttäuscht. Es wäre doch zu schön, die internationalen Preise zu vergleichen und sich nur die Rosinen rauszupicken – ohne Zusatzgebühren kann man den Tarif schließlich überall nutzen, oder? Leider nein. Eine entsprechende Missbrauchsklausel in der Verordnung verhindert genau das. Ein in Deutschland lebender Verbraucher kann demnach keinen Vertrag in einem Land abschließen, in dem die Gebühren deutlich geringer sind, und diesen dann schwerpunktmäßig in Deutschland nutzen.

Wer sein Handy aber ohnehin nur in Deutschland nutzt, sollte zudem bedenken, ob Roaming überhaupt notwendig ist. Tarife ohne diese Möglichkeit haben eine geringere Grundgebühr, bieten aber eine eingeschränkte Nutzung. Achtet bei künftigen Vertragsabschlüssen also im Detail darauf, welche Komponenten euch bei einem Tarif wirklich wichtig sind.

Das müsst ihr beachten:

achtung

  • Beobachtet die Entwicklung der Tarifpreise
  • Lest das Kleingedruckte: Bietet euer Tarif eine Roaming-Option?
  • Bedenkt die Missbrauchsklausel: Der Tarif kann schwerpunktmäßig nur dort genutzt werden, wo der Vertrag abgeschlossen wurde
  • Setzt Prioritäten: Braucht ihr die Raoming-Option oder geht es auch ohne?

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