Gaming-Headset-Test 2020: Headsets für Zocker im Vergleich

Immersion, also das vollkommene Abtauchen ins Spielgeschehen, ist die Quintessenz des Zockens und der Sound trägt einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei. Gamer, die entweder ihre Nachbarn mögen oder Sound direkt auf den Ohren gar einer fetten Surround-Anlage vorziehen, entscheiden sich für Gaming-Headsets. Zu haben sind sie in allen Qualitätsklassen, weshalb wir das Creative Sound BlasterX H5 in der Tournement Edition, das Corsair Void RGB Elite Wireless sowie das Sharkoon Skiller SGH2 unter die Lupe genommen haben. Die Testexemplare stellte uns Amazon freundlicherweise zur Verfügung.

Gaming-Headset-Test


Vergleichstabelle ⇓Creative Sound BlasterX H5 ⇓ | Corsair Void RGB Elite Wireless ⇓Sharkoon Skiller SGH2 ⇓ |  Fazit ⇓ 


Vergleichstabelle

Creative Sound BlasterX H5 Corsair Void RGB Elite WirelessSharkoon Skiller SGH2
Preisca. 70 Euroca. 107 Euroca. 25 Euro
Bewertung4,54,54,0
Amazon-Rezensionen4,7 von 5 Sternen4,7 von 5 Sternen4,7 von 5 Sternen
Pro+ kraftvolles und ausbalanciertes Klangbild
+ kompromisslose Verarbeitung
+ Stilvolle Optik
+ schicke Optik
+ preiswerter Einstieg
+ ordentlicher Bass
+ langes und flexibles USB-Kabel
+  günstig
Kontra– fragwürdige Software
– nicht schnurlos
– nur USB-C
– Bügel etwas locker

– blecherne Höhen
– hohes Gewicht

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Creative Sound BlasterX H5

Vor guten zwei Jahren erschütterte Creative mit dem Sound BlasterX H5 die Gaming-Szene mit einem stilsicheren und qualitativ extrem hochwertigen Headset, das sich nicht nur nur vom protzigen Gaming-Design mit LED-Leuchtfeuer und buntem Schnick-Schnack verabschiedete, sondern sich auch durch seinen harmonischen Stereo-Sound von der Konkurrenz abhob und mit hochwertigen, reinen Studio-Kopfhörern konkurrieren konnte. Das Update „Tournament Edition“ haben wir uns in unserem Gaming-Headset-Test vorgenommen.

Gaming-Headset-Test

Ausstattung und Design

Das Creative Sound BlasterX H5 Headset erinnert mit seinen nackten Metallbügeln und dem Lederlook auf Anhieb eher an einen High End-Kopfhörer, als an ein klassisches Gaming-Headset. Gezockt wird mit dem guten Stück „nur“ in Stereo – auf jedem Ohr sitzt ein 50-mm-Speaker und angeschlossen wird klassischerweise mit analogen 3,5-mm-Klinke-Steckern. Am Kabel findet sich zudem eine unauffällige Fernbedienung. Das 1,2 Meter lange Klinke-Kabel kann für den Anschluss an den PC mit einem Kabel in gleicher Länge inklusive Y-Stecker versehen werden, wodurch 2,4 Meter zur Verfügung stehen.

Soundqualität

Wie man es von einem so renommierten und jahrzehntelang etablierten Hersteller wie Creative Labs nicht anders erwarten würde, hebt sich die Soundqualität des Sound BlasterX H5 von gängigen Gaming-Headset-Qualitäten ab: Bässe werden nicht künstlich verstärkt, sondern tiefe Töne bei gleichzeitiger Power facettenreich wiedergegeben, was sich zum Beispiel bei Explosionen in Spielen bemerkbar macht, wenn nicht nur einfach ein Krachen, sondern auch das tiefe Beben danach deutlich hörbar ist. Durch die hochwertigen Ohrmuscheln hören sich mittlere und hohe Töne ebenfalls klar an und bekommen genügend Resonanz. Das gesamte Klangbild ist für ein Gaming-Headset sehr ausgewogen und lädt neben dem Zocken auch zum Filme gucken oder Musik hören ein.

Durch die detaillierte Wiedergabe der Klänge und die großen Ohrhörer entsteht trotz 2-Kanalton-Abmischung ein räumlicher Eindruck und alle Geräusche wirken klar lokalisiert. Mit 118 dB/mW ist das Sound BlasterX H5 zudem das lauteste Headset auf dem Markt, wie der Hersteller angibt. Wir können zumindest bestätigen, dass es auf der Maximaleinstellung ordentlich Bums hat – passt also auf eure Ohren auf und dreht es nicht ganz auf.

Das Mikrofon funktioniert ohne Kratz- oder Störgeräusche, wenngleich hier bezüglich Audioaufnahmen keine Wunder zu erwarten sind.

Komfort

Das SoundBlasterX H5 wiegt nur 260 Gramm und ist dadurch kaum auf dem Kopf zu spüren. Das mit Kunstleder überzogene Polster besteht aus Memoryschaum und ist dadurch extrem anpassungsfähig und bequem. Durch diese Eigenschaft sowie die ergonomische Konstruktion werden Umgebungsgeräusche gut gedämpft. Einzig die Ohren werden etwas erwärmt, aber auch hier fallen andere Headsets unangenehmer auf. Etwas nervig beim mobilen Gebrauch kann die Kabelfernbedienung sein.


Pro & Contra

  • Kraftvoller und ausgewogener Klang
  • Solide Verarbeitung trotz geringem Gewicht
  • Hochwertiges Mikrofon
  • Minimalistischer Look
  • Erstklassiger Preis für Top-Leistung
  • Fragwürdige Software
  • Kein Bluetooth

Fazit

Wer mit sehr gutem Stereoklang leben kann und nicht zwingend Surroundsound braucht, der darf beim Creative Sound BlasterX H5 getrost zugreifen. Der Klang ist äußerst detailliert und facettenreich und das sowohl in Höhen und Tiefen, als auch in den Mitteltönen. Einziges Manko beim Tragekomfort sind relativ warme Ohren, was aber aufgrund der Verarbeitung nicht zu vermeiden ist und durch eine tolle Geräusch-Dämpfung entschädigt wird sowie die etwas unpraktische Fernbedienung. Alles in allem kann das Headset in unserem Test überzeugen.


Corsair Void RGB Elite Wireless

Corsair ergänzt seine Void-Pro-Headsets durch die Elite-Variante, die besser klingen, ein besseres Mikrofon besitzen und schlussendlich auch noch bequemer sein soll.

Gaming-Headset-Test

Ausstattung und Design

Optisch hebt sich das Corsair Void RGB Elite Wireless deutlich von der Konkurrenz ab, was der Zusammenarbeit des Herstellers mit dem BMW-Design-Studio in Kalifornien zu verdanken ist. Wer eher auf futuristisches, denn auf klassisches Aussehen steht, wird hiermit schon von diesem Aspekt her sehr glücklich werden. Zahlreiche Diagonalen erzeugen eine dynamische Optik und auch die Ohrmuschel in glänzendem Plastik wirkt wie einem Sci-Fi-Film entsprungen – vor allem in der weißen Variante. Die RGB-Beleuchtung der Korsarensegel tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei.

Angeschlossen wird das Gaming-Headest mit 2,4 GHz, aufgeladen wird es per gewöhnlichem Micro-USB-Kabel. Hier wäre die Typ-C-Variante wünschenswert gewesen, allerdings erfüllt das Kabel auch so seinen Zweck. Die Verarbeitungsqualität wirkt sehr solide, gerade die Metall-Aufhängung verleiht dem Headset ordentlich Stabilität.

Komfort

Was zunächst positiv auffällt ist die Größenverstellung, mit welcher die Tragebügel in einem Bereich von 3,5 cm angepasst werden können, sodass ein breites Spektrum an Kopfgrößen abgedeckt werden kann. Die Ohrmuscheln sind 5,5 cm groß und liegen superbequem und weich auf dem Kopf auf, was wohl in den meisten Fällen ausreichen dürfte. Bei uns wurden die Ohren problemlos umschlossen, zudem ist das Nylonmaterial im Gegensatz zum Kunstleder der Konkurrenz recht atmungsaktiv. Gefüllt ist das Polster mit einem besonders weichen Memory-Schaum, der sich allen Unebenheiten perfekt anpasst und nicht einmal Brillenträgern Probleme bereitet. Auch der Bügel selber ist recht weich und biegsam, weshalb er angenehm auf dem Kopf sitzt. Die erwähnte 2,4-GHz-Verbindung blieb in unserem Test durchgehend bestehen. Das Mikrofon ist sehr gut anpassbar.

Soundqualität

Speziell bei Musikpassagen fällt die präzise Wiedergabe von hohen Tönen auf, die durchaus mit dem ein oder anderen High-End-Kopfhörer konkurrieren kann und über dem gewohnten Qualitätsniveau von Headsets liegt. Gesang wie bei „The Witcher 3“ oder „Metal Gear Solid V“ wirkt glasklar und kein Frequenzbereich unangenehm dominant. Auch bei höherer Lautstärke bleiben die Tonverhältnisse sehr homogen und ausgewogen. Auch Mitteltöne, welche bei typischen Gaming-Headsets im Test oft etwas untergehen, sind hier deutlich zu hören. Bässe und Drums haben ordentlich Power, wirken aber nicht übersteuert oder mit künstlichem Nachdruck versehen. Wenn ihr doch ein wenig mehr Druck auf den tiefen Tönen haben wollt, stehen euch zudem verschiedene Equalizer-Settings zur Verfügung.

Der Raumklang wirkt beim ersten Ausprobieren beeindruckend, allerdings fällt nach einer Weile auf, dass sich Geräusche nicht zu 100 Prozent lokalisieren lassen, was allerdings bei einem Kopfhörer mit nur zwei kleinen Speakern auch nicht anders zu erwarten war.


Pro & Contra

  • Schicke Optik
  • Gute Bedienung
  • Ausgewogener Klang
  • Hoher Tragekomfort
  • Nur USB-C
  • Bügel könnte mehr Spannung vertragen

Fazit

Insgesamt können wir das Corsair Void RGB Elite Wireless empfehlen. Zum fairen Preis bekommt ihr ein überdurchschnittlich hochwertiges Gaming-Headset, das eine futuristische Optik mit einem hohen Tragekomfort und einem gutem Klang kombiniert.


Sharkoon Skiller SGH2

Sharkoon ergänzt sein Repertoire der Over-Ear-Headphones mit dem Skiller SGH2 als erstes Stereo-Gaming-Headset. 50-mm-Treiber sollen für wummernde Bässe und klare Höhen sorgen. Das Headset fällt durch die blaue LED-Beleuchtung der Ohrmuscheln auf.

Gaming-Headset-Test

Ausstattung und Design

Dem Sharkoon Skiller SGH2 merkt man den günstigen Preis auch hinsichtlich des Designs an. Es ist aus einfachem Kunststoff gefertigt und in schlichtem Schwarz gehalten, was jedoch in rein optischer Hinsicht kein Nachteil ist. In eingeschaltetem Zustand leuchten die Seiten sogar in Blau, was recht cool wirkt. Die verwendeten Materialien beschränken sich auf Kunststoff und Kunstleder. An der Verarbeitung kann man aber an sich nichts aussetzen. Angeschlossen wird das Sharkoon Skiller SGH2 über USB, einen Klinkenanschluss sucht man vergebens, was aber bei einem reinen Gaming-Headset ebenfalls zu verschmerzen ist.

Soundqualität

Im Gegensatz zu den beiden anderen Modellen in unserem Gaming-Headset-Test wird der Bass beim Sharkoon Skiller SGH2 unnatürlich gepusht und dröhnt einem richtig ins Ohr. Manche mögen an einem dermaßen verstärkten Tiefenbereich Gefallen finden, leider geht dies aber auf Kosten der Höhen, die dagegen blechern und nicht besonders klar klingen. Beim Zocken fällt das alles nicht großartig ins Gewicht, bei Zwischensequenzen mit Musikuntermalung oder viel Sprachausgabe wünscht man sich das ein oder andere Mal eine ausgewogenere Wiedergabe. Durch die gut abschließenden Ohrmuscheln nahmen wir im Gaming-Headset-Test so gut wie keine Umgebungsgeräusche wahr, was für eine optimale Immersion sorgte. Die Kommunikation über das Mikro war zu jedem Zeitpunkt klar und verständlich.

Komfort

Was uns während des Spielens auffiel, ist das relativ hohe Gewicht des Sharkoon Skiller SGH2 Gaming-Headsets, was bei der spartanischen Ausstattung nicht so recht nachzuvollziehen ist. Dennoch sitzt es durch die ordentliche Polsterung und die gut anliegenden Ohrmuscheln recht bequem auf dem Kopf. Einen weiteren Pluspunkt bekommt das SGH2 für den automatisch verstellbaren Kopfbügel.


Pro & Contra

  • Ordentlicher Bass
  • Langes und flexibles USB-Kabel
  • Günstig
  • Blecherne Höhen
  • Hohes Gewicht

Fazit

Das Sharkoon Skiller SGH2 fällt hinsichtlich der Soundqualität leider im Gegensatz zur Konkurrenz doch deutlich ab, was aber bei einer UVP von 24,99€ auch alles andere als eine Überraschung ist. Der fehlende Klinke-Anschluss, der eine Nutzung als reinen Kopfhörer ausschließt, ist ebenfalls ein damit verbundener aber zu verschmerzender Minuspunkt. Als reines Gaming-Headset erfüllt das gute Ding in unserem Test aber absolut seinen Zweck und lässt euch für wenig Geld tief ins Spielgeschehen eintauchen.

Fazit Gaming-Headset Test 2020

Alles in allem sind alle drei Exemplare ihr Geld wert – was aber vor allem an der sehr großen Preisspanne in unserem Test liegt. Preis-/Leistungsmäßig empfehlen wir das Creative Sound BlasterX H5, da es für etwa 70 Euro hinsichtlich der Klangqualität mindestens mit dem Corsair gleich aufliegt. Sparfüchse oder Einsteiger greifen dagegen zum Sharkoon, High-End-PC-Besitzer mit 7.1 Surround-Soundkarten zur teuersten aber auch eindeutig besten Variante: dem Void RGB Elite Wireless.


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