Aus für Gratis-Beutel bei Aldi – Alles Wichtige in Kürze

  • Aus für kostenlose Einwegtüten bei Aldi Nord und Aldi Süd
  • ab Sommer 2019 Aufpreis von einem Cent pro Tüte
  • neue Beutel für Obst und Gemüse aus nachwachsenden Rohstoffen
  • zusätzlich ab Herbst wiederverwertbare Mehrwegnetze

Plastikbeutel mit Aufpreis bei Aldi

Auch bei Aldi kommt nun das Aus für den Einwegbeutel aus Plastik. Zumindest für die Gratis-Beutel. Das Unternehmen hat angekündigt, ab Sommer 2019 einen Aufpreis für die sogenannten Knotenbeutel zu berechnen. Wer zukünftig Obst und Gemüse mit den dünnen Plastiktütchen aus dem Discounter mit nach Hause nehmen möchte, dem wird dafür ein Cent pro Stück berechnet werden.

Ganz verschwindet der Plastikbeutel daher nicht. Noch tut sich der Handel allgemein schwer damit, das endgültige Aus für die Wegwerfbeutel einzuläuten. Supermarkt-Riese Rewe hat im letzten Herbst Mehrwecksäckchen für Obst und Gemüse eingeführt. Der Discounter Penny wird im August Mehrwegnetze einführen. Doch auch dort ist die Einwegverpackung weiterhin erhältlich. Noch gratis.

Kostenpflichtigen Obsttüten bei Aldi sollen zum Umdenken anregen

Laut Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung nahmen die Deutschen „2018 pro Kopf durchschnittlich nicht mehr als 24 Plastiktaschen mit nach Hause.“ Dennoch seien in Deutschland im vergangenen Jahr rund drei Milliarden Einwegbeutel verbraucht worden. Laut Aldi sollen die Kunden die Möglichkeit erhalten, sich bewusst für die Mehrweg-Alternative zu entscheiden und damit ihren Plastikverbrauch zu reduzieren. Dieses Umdenken solle mit dem „symbolischen Cent“ für Einwegtüten unterstützt werden.

Ähnliches ist in Italien bereits Gesetz. Dort müssen recycelbare Tüten angeboten werden. Diese kosten die Kunden je nach Supermarkt zwischen einem und drei Cent. „Der Konsum von Plastiktüten in Italien sei seitdem um 55 Prozent rückgängig, zitierte die Wirtschaftswoche 2018 den Generaldirektor des italienischen Umweltschutzverbands Legambiente Stefano Ciafan.

Aldi-Tüten – Neue Einwegbeute als nachwachsendem Rohstoff, Mehrwegnetze ab Herbst 2019

Nur bei der Bepreisung wird es Aldi nicht belassen. Die Plastikbeute werden zukünftig aus nachwachsendem Rohstoff bestehen. Dieser fällt bei der Zuckerrohrverarbeitung an. Die Entsorgung erfolge weiterhin über die Gelbe Tonne, so Aldi. Auch eine Mehrweg-Lösung kommt ins Angebot. Ab Herbst 2019 werden Mehrwegnetze für Obst und Gemüse verfügbar sein. Diese seien laut Aldi strapazierfähig und waschbar. Zum Preis gibt es noch keine Angaben. Rewe verlangt für ein ähnliches Netz im Doppelpack 1,49 Euro.

Gratistüten-Aus bei Aldi–Fazit

Angesichts der riesigen Menge an Verpackungsmaterial im Handel haben Aldi, Rewe und Co. noch einen langen Weg vor sich, wenn es um mögliche Einsparungen geht. Schaffen es Handel und Hersteller alleine, hier die Verpackungsmenge und damit die daraus entstehenden Abfälle deutlich zu verringern? Braucht es den Gesetzgeber?

Was macht überhaupt der Kunden? Schließlich muss sich zeigen, wie dieser auf Aufpreis-Tüten reagiert. Ein Cent ist hier ein eher symbolischer Betrag, welcher auf der Rechnung kaum auffällt. Wird das als Motivation zum Umdenken und damit zum Schritt in Richtung wiederverwertbarer Verpackung – sei es Mehrwegnetz, aber auch ein Korb – ausreichen? Zu begrüßen wäre es. Abseits der Umweltthematik hat jeder Verbraucher ein Interesse an der Vermeidung von Verpackung, den diese wird schließlich an der Supermarkt-Kasse mitbezahlt – und endet dann ziemlich schnell als Abfall. Das ist schade ums Geld.

Beitragsbild: ©Aldi Süd