Huawei-Aufschub – Das Wichtigste in Kürze

  • US-Handelsministerium lockert Handelsbeschränkung von Huawei
  • 90-tägige Genehmigung gültig bis zum 19. August 2019
  • erlaubt die Unterstützung von vorhandener Infrastruktur und Mobilfunkgeräten
  • Huawei sieht sich für weitere Entwicklung gut vorbereitet, US-Ministerium prüft weitere Genehmigung

Android-Aus für Huawei – Was ist passiert?

Wie kürzlich bekannt wurde, setzen amerikanische Unternehmen ein Boykott der US-Regierung gegen das chinesische Mobilfunk-Unternehmen durch. Aufgrund von Bedenken für die nationale Sicherheit ist der Handel von Huawei mit US-Firmen seit vergangener Woche nur per Genehmigung möglich. Als Folge hat Google Huawei die Lizenz für das Smartphone-Betriebssystem Android gekündigt und die technische Unterstützung beendet. Wie berichtet, bedeutet das quasi das Android-Aus für Huawei.

Die frei verfügbaren Open Source-Teile von Android als Teil des Android Open Source Project (AOSP) seien davon nicht betroffen. Auch bestätigten sowohl Google als auch Huawei, dass Sicherheitsupdates für vorhandenen Huawei-Smartphones und -Tablets ebenso weiter verfügbar wären, wie auch der Google Play Store und Google Play Protect. Dennoch hat die Ankündigung bei vielen Huawei-Nutzern für Verunsicherung gesorgt.

Begrenzter Aufschub vor Android-Aus – Was bedeutet das für Huawei?

Nun scheint sich die Situation zumindest zeitweise zu entspannen. Das US-Handelsministerium hat mitgeteilt, dass US-Unternehmen teilweise den Handel mit Huawei und die technische Unterstützung wieder aufnehmen dürfen. Diese eingeschränkte Genehmigung gilt für 90 Tage und endet am 19. August 2019.

Genau erlaubt die Behörde den Handel mit Huawei, um installierte Infrastruktur aufrechtzuerhalten und um Software-Updates für im Gebrauch befindliche Smartphones und Tablets zu liefern. Die Lieferung für Bauteile, Software und Services an Huawei für die Herstellung neuer Produkte bleibt weiterhin untersagt. Hierfür ist nach wie vor eine Genehmigung des US-Handelsministeriums erforderlich. Geräte der vor wenigen Wochen auf den Markt gebrachten P30-Serie erhalten nach dieser Regelung also weiterhin Unterstützung, ebenso alle davor erschienenen Geräte. Die Geräte der im Herbst erwarteten Huawei Mate 30-Reihe wären davon allerdings nicht betroffen.

Die Genehmigung soll Telekommunikations-Betreibern mit Huawei-Ausrüstung die Möglichkeit geben, sich vorzubereiten, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters US-Handelsminister Wilbur Ross. „Kurz, diese Genehmigung soll den Weitergebrauch von Huawei-Smartphones und den Betrieb von Breitband-Netzen im ländlichen Raum sicherstellen.“

„Das Ziel scheint zu sein, Internet-, Computer- und Mobilfunksystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren.“  – Kevin Wolf, ehemals US-Handelsministerium bei Reuters

Android-Aus für Huawei – Wie geht es weiter?

Huawei selbst gibt sich hinsichtlich der verhängten Handelsbeschränkungen bislang gelassen. Die Auswirkungen für die Firma seien gering, so Huawei-Gründer Ren Zhengfei. Das Unternehmen habe für ein solches Szenario Vorbereitungen getroffen. “ Die Maßnahmen der US-Regierung unterschätzen unsere Möglichkeiten“, so Ren in einem Interview mit dem chinesischen Fernsehsender CCTV.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Medienmeldungen, wonach das chinesische Unternehmen an einem eigenen Betriebssystem arbeite. Auch auf Hardware-Seite sei Huawei vorbereitet. Man sei in der Lage, die von US-Unternehmen gekauften Chips selbst herzustellen.

Das US-Handelsministerium werde darüber hinaus prüfen, ob Ausnahmen über den nun genehmigten 90-Tage-Zeitraum möglich seien. Ohne Frage stehen neben Huawei auch zahlreiche US-Unternehmen aufgrund der Handelsbeschränkungen unter Druck. Laut Reuter kaufte Huawei 2018 für 70 Milliarden US-Dollar Komponenten. Davon gingen rund 11 Milliarden US-Dollar an US-amerikanische Unternehmen. Eine schnelle Lösung des Konflikts wäre daher nicht nur für Huawei-Nutzer von Interesse.


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