Black Friday 2018 Umsatz – Alles Wichtige in Kürze

  • Handelsplus von 15 Prozent erwartet
  • Amazon mit Abstand wichtigster Online-Händler an Black Friday und Cyber Monday
  • gutes Umsatzergebnis möglicherweise nachteilig für übriges Weihnachtsgeschäft

Für 2018 schaute der Handel gut gestimmt in den Start des Weihnachtsgeschäfts zum Black Friday und Cyber Monday. Bereits im Vorfeld wagte der Handelsverband Deutschland (HDE) eine Prognose. Der Spitzenverband des deutschen Einzelhandels rechnete für 2018 mit einem kräftigen Plus für Black Friday und Cyber Monday. Demnach darf der Handel mit einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro rechnen. Damit würde das große Shopping-Event ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr bringen. Generell rücken Black Friday und Cyber Monday immer weiter in den Fokus der Kunden. Vor allem für Schnäppchenjäger sein die Termine interessant.

„Immer mehr Kunden in Deutschland gehen an Black Friday und Cyber Monday gezielt auf Schnäppchenjagd.“ – Handelsverband Deutschland

Wie viel die jeweiligen Einzelhändler von dem möglichen Umsatzplus tatsächlich haben, ist fraglich. Am Black Friday und Cyber Monday gibt es einen klaren Gewinner: Amazon. Ist der Black Friday in den USA als Shopping-Event des stationären Handels gestartet, ist der letzte Freitag im November als Online-Shoppingevent nach Deutschland gekommen. Hier liegt auch weiter der Aktions-Fokus der Händler. Der lokale Handel zieht nach und nach mit.

Black Friday & Cyber Monday: Amazon weit an der Spitze

Im Online-Shopping ist Amazon seit Jahren die Nummer 1. Der Cyber Monday ist ohnehin eine Schöpfung des amerikanischen Online-Riesen. Wie stark der Unterschied ist, zeigt eine Untersuchung der Markforscher von YouGov. Gefragt wurde, bei welchen Händlern die Befragten zum Black Friday und Cyber Monday im Vorjahr eingekauft hatten. Der Abstand zwischen Amazon und den nachfolgenden Online-Shops ist überraschen groß, vor allem, wenn man den großen Werbeaufwand der Branche betrachtet. Im stationären Handel sind die Unterschiede weit weniger groß.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Rabattschlacht für den Handel überhaupt Sinn macht. Doch mit dem Druck durch den Wettbewerb haben die Händler keine andere Wahl, als den Hype um Black Friday und Cyber Monday mitzumachen. „Wer nicht mitmacht, muss befürchten, am Ende auf seinen Waren sitzenzubleiben“, zitiert die Deutsche Presseagentur den E-Commerce-Experten Kai Hudetz vom Kölner Institut für Handelsforschung.

Black Friday mit Rabatten, aber selten mit Bestpreisen

Dabei sind die Ersparnisse nicht so gewaltig, wie sie der Trubel um das größte Shopping-Event des Jahres erwarten lassen. Sicher finden sich am Cyber Monday und gerade am Black Friday so viele Rabatte an so vielen Online-Shops wie kaum sonst im Jahr. Auch sinken die Preise zuverlässig zum Black Friday Wochenende. Der Preisindex im Black Friday Preischeck, den Schnäppchenfuchs basierend auf den Daten der Preissuchmaschine Geizhals seit zwei Jahren für das zweite Halbjahr ermittelt, zeigt für viele Kategorien ein deutlich nachlassendes Preisniveau zu Ende November an.  Auf Jahressicht betrachtet sinken die Preisverläufe zum Black Friday allerdings weniger stark. Das niedrigste Preisniveau wird in vielen Produktkategorien zu anderen Zeitpunkten erreicht. Das zeigt der Schnäppchenfuchs-Sparkalender 2018.

Starker Black Friday, schwaches Weihnachtsgeschäft

Auch für den Handel haben Black Friday und Cyber Monday nicht nur Vorteile – trotz des erwarteten Umsatzhochs. Die Kunden können das Geld nur einmal ausgeben. Hohe Umsätze zum Shopping-Event führen zu geringeren Umsätzen in der übrigen Weihnachtszeit. Das hat im letzten Jahr auch Ceconomy gezeigt. Das Unternehmen ist mit Mediamarkt und Saturn einer der größten Einzelhändler Deutschlands. Doch die Geschäftszahlen enttäuschen. Auch das Weihnachtsgeschäft 2017 lief schlechter als erhofft. Grund dafür waren auch Black Friday und Cyber Monday.

„Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres war das Quartal der gemischten Gefühle. Einerseits war der Black Friday der umsatzstärkste Tag in der MediaMarktSaturn-Geschichte. Andererseits waren die Dezemberumsätze rund um Weihnachten und das Dezemberergebnis nicht so stark wie erwartet“, sagte der damalige Vorstandsvorsitzende Pieter Haas. Haas musste das Unternehmen im Herbst verlassen.

„Insbesondere in Deutschland haben sich vor dem Hintergrund des „Black Friday“ Dezemberumsätze in den wettbewerbsintensiveren November verlagert. So fielen vor allem die üblicherweise margenstarken Wochen rund um Weihnachten schwächer aus als im Vorjahr“, teilte das Unternehmen im vergangenen Februar weiter mit.

Black Friday und Cyber Monday-Umsätze 2018 – Fazit

Erweist sich diese Entwicklung als Trend – auch bei anderen Händlern – dann ist der Hype von Seiten der Shops mit einem Mehr an Umsatz, aber eben mit geringeren Margen erkauft. Dabei können die Kunden zum Black Friday und Cyber Monday zwar planbar auf Schnäppchenjagd gehen, sensationelle Ersparnisse sind jedoch selten. Online wählt der große Teil der Käufer ohnehin den Weg zu Amazon, wo es schon lange nicht mehr die günstigsten Preise gibt. Der Online-Riese ist der wahre Gewinner.