CES 2019: Die Neuheiten und Trends auf einen Blick

  1. 8K TVs auf dem Vormarsch
  2. Einrollbare Fernseher Micro LED Technologie in der nahen Zukunft
  3. Faltbare Handys vor dem Start
  4. iTunes- und AirPlay 2-Support kommt für Samsung TVs
  5. 5G-Technologie in aller Munde

Potenz-Gebahren ohne Substanz oder wahre Tech-Trends und Signal in Richtung morgen? In der folgenden Übersicht findet ihr die markigsten Trends und auffälligsten Produkt-Neuheiten von der CES 2019.

CES 2019 Trend: 8K TV – Auf Samsung folgen Sony und LG

Samsung schippert ja, nach der Vorstellung des Q900 im vergangenen Jahr auf der Ifa in Berlin, schon ein paar Tage im 8K-Gewässer. Da konnte Sony nicht allzu lange auf sich warten lassen und unterstrich auf der CES diesen Trend. Der ZG9 ist das erste Bildübertragungsgerät der Japaner mit 8K-Auflösung, also 7.680×4.320 Bildpunkten und wird in zwei unbescheidenen Großformat-Varianten verfügbar sein: beeindruckenden 85 Zoll und (ja, richtig) 98 Zoll. Im Gegensatz zu vorangegangenen LCD-Modellen finden sich die Leuchtdioden beim künftigen Hybrid-Zugpferd nicht nur am Rand, sondern sind über den gesamten Screen verteilt – bei der ersten Präsentation zeigte sich der ZG9 mit bis zu 4.000 Candela extrem hell. Auch über einen neuen Netflix-Modus wird der Hühne verfügen, sodass Inhalte des Streaming-Portals optimal dargestellt werden können. Natives Bildmaterial für die 16-fache Full HD-Auflösung ist weiterhin Mangelware. Daher setzen die Hersteller auf optimierte Bildprozessoren. Diese sollen das vorhandene Bildmaterial möglichst gut hochskalieren.

Auch LG steigt in den Markt der 8K-Geräte ein. Auf der Ifa 2018 haben die Südkoreaner noch eine Studie präsentiert. Bei der CES 2019 in Las Vegas werden nun Geräte für den Kunden gezeigt. Mit dem Z9 wird ein 88 Zoll Spitzenmodell mit 8K-Auflösung auf den Markt kommen. Als 8K-LCD-TV-Spitzenmodell wird der SM99 mit 75 Zoll Bilddiagonale und Nano Cell-Technologie erhältlich sein.

2. Fernseher als Mobiliar: Einrollen und umbauen

Manch einer von uns erinnert sich noch an Fernsehgeräte, die beim Einschalten knisterten – ein eindeutig nicht menschengemachtes Geräusch, das sich nicht darum kümmerte, harmonisch in die Wohnumgebung eingepflegt zu sein. Heutzutage, da sprechen die TV-Neuheiten auf der CES 2019 eine klare Sprache, müssen Fernseher nicht nur dezent mit der Einrichtung korrespondieren, sondern schlichtweg Einrichtung sein. Wie das geht, machen LG und Sony auf der Messe in Las Vegas vor.

CES 2019 Neuheit: LG OLED TV R – 8K-Fernseher zum Einrollen

Wie man sieht, sieht man zunächst nichts – zumindest keinen Fernseher. Denn der hebt sich beim OLED TV R von LG seinen Auftritt auf, um einen noch spektakuläreren Technik-Tanz aufs Parkett zu legen. Genauer gesagt auf den Sockel, aus dem der Sreen des neuen Signature-Modells der Südkoreaner heraus-„fährt“, als sei es das Normalste auf der Welt, dass ein 65-Zoll-OLED-Display so etwas vermag. Ist das Film- oder Serienvergnügen verklungen, wird der Bildschirm wieder eingerollt und der Sockel zum Sideboard. Beim Ausfahren per Knopfdruck können verschiedenen Formate also Auszieh-Höhen gewählt werden.

Samsung Micro LED 75 – Brilliantes Bild auf modularer Basis

Neben The Frame wird Samsung in Zukunft ein weitere mobiliar-kompatibles Guck-Gerät im Programm haben und 65 Zoll schienen dafür offenbar nicht mehr zur Debatte zu stehen. Der Micro LED 75 heißt Samsungs LED-Technologie nun im Bereich Heimfernsehen willkommen. Diese ermöglicht durch ihre selbstleuchtenden Dioden hohe Kontrastwerte sowie sattestes Schwarz – und das bei hoher Gesamthelligkeit. Damit kommt die Micro LED-Technologie an OLED heran. Durch seine Display-Elemente ohne Rand kann der Micro LED bei Bedarf zur Wand, oder zumindest einem unaufdringlichen Stück Technik werden, das der Raum-Ästhetik eher guttun als schaden soll. Wann das modular aufgebaute und damit beliebig anzuordnende Gerät auf den Markt kommt, ist noch ungewiss.

CES 2019 Trend: Handys mit faltbarem Display

Es gibt die mit Herzblut und den Konkurrenzmassen trotzend aus dem Boden gestampften Indie-Firmen, die mit Crowdfunding die Finanzierung ihrer originellen Neuvorstellungen finanziert haben – und es gibt das Flexpai von Royole. Frei nach dem Prinzip „Bis sich die Pixel biegen“ hat der amerikanisch-chinesische Hersteller zur CES 2019 zweifellos die auffälligste Handy-Neuheit mitgebracht: Das Flexpai ist ein Tablet, das durch seine Materialflexibilität zum Smartphone „umgebogen“ werden kann.

Im Mandalay Bay Hotel verkündete Royoles Firmengründer Bill Liu nicht eben in Understatement-Manier, sein 2-Milliarden-Projekt habe ein Grundproblem des Smartphone-verbandelten Teils der Menschheit gelöst, an dem bisher nahezu alle Hersteller gescheitert seien: Und zwar, das Auseinanderklaffen der Wünsche nach größeren Displays und kompakteren Geräteabmessungen zusammen zu bringen. Nur das Samsung Galaxy F hat einen vergleichbaren Ansatz. Mit dem Marktstart des faltbaren Samsung-Smartphones wird noch in diesem Jahr gerechnet.

Im Flexpai soll sich die Erfüllung dieser Bedürfnisse manifestieren: Die Gerätvorderseite wird fast komplett vom faltbaren Display beherrscht, mithilfe eines Scharniers kann das Gerät zusammengeklappt werden, der Bildschirm bleibt dabei auf der Außenseite. Die dahinter steckende Technologie setzt auf flexible und sehr dünne Folien, die sich bis zu 200.000 Mal biegen lassen. Laut Liu ist das Smartphone/Tablet durch seine Flexibilität auch weniger empfindliche als andere Geräte, wenn es beispielsweise auf den Boden fällt. Im Inneren des Kompaktwunders werkelt ein Snapdragon 855 und zunächst wird man es nicht unter 1.300 Euro bekommen.

CES 2019 Neuheit: Apfel für alle: iTunes- und Airplay 2-Support auf Samsung-Fernsehern

Zu den CES-Neuheiten gehören nicht nur biegsame Materie und neue Fernseher-Dimensionen von der Größe bis zur Bildqualität, der Trend geht auch klar zu neuen Banden. So hat Samsung mitgeteilt, dass sämtlichen neuen Samsung-TVs Zugriff auf den iTunes-Store haben sollen, zudem wird fortan AirPlay2 unterstützt. Dies bezieht sich auf alle Samsung-Fernseher aus dem Jahr 2018 und natürlich sämtliche Bildmaschinen von 2019, wobei für die 2018er-Modell in naher Zukunft eine neue App verfügbar sein wird, durch die sich auf das iTunes-Angebot von der Serie bis zum Podcast zugreifen lässt. Won-Jin Lee, der Vize im Bereich Service Business of Visual Display nahm dazu wie folgt Stellung:

„Wir sind stolz darauf, mit führenden Branchenführer zusammenzuarbeiten, um die breiteste Palette an Content-Services für unsere Smart TV-Plattform bereitzustellen. […] Offene Plattform-Funktionalität für Samsung-TV-Besitzer und Apple-Kunden durch iTunes und AirPlay zu bieten, ist ideal für alle.“

Apple erweitert das Service-Segment permanent, sodass die Kalifornier hier jährlich steigende Umsätze verzeichnen können. Abzuwarten bleibt hierbei, ob sich die Vermutung einiger bewahrheiten wird, diese neue Kooperation werde die Umsatzzahlen von Apple TV schmälern – immerhin bietet Apple TV mehr als iTunes- und AirPlay-Support.

CES 2019 Technik-Trends: Und dann war da noch…was gibt es neues zu 5G?

Für alle, die nicht dem Glauben anhängen, die 5G-Technologie werde unsere Gehirne zersetzen (in der Tat fehlen hierzu naturgemäß Langzeitstudien, was aber natürlich auch panischen Theorien das Blühen erleichtert), ist 5G das nächste „große Ding“ oder eben der längst überfällige Mobilfunkstandard – vor allem aber keine echte Neuigkeit und aber weiterhin Trend, denn das Kommen der Technologie ist längst in Stein gemeißelt. Smartphone-Hersteller wie Huawei, LG oder Samsung könnten bereits in diesem Jahr erste, mit dem entsprechenden Modem ausgestattete Handys auf den Markt bringen. Chiphersteller Qualcomm erklärte nun in einer Pressemitteilung im Rahmen der CES 2019, die 5G-Technologie werde 2019 in etwa 30 Smartphones zu finden sein, zumindest in solchen mit dem Android-Betriebssystem.

In Deutschland weht gewohnheitsgemäß ein etwas langsamerer Wind. Zunächst einmal wird sich die Bundesnetzagentur mit der Klage von Telekom, Vodafone und o2 auseinandersetzen müssen – die drei großen deutschen Netzanbieter hatten aufgrund der Vergabebedingungen des 5G-Standards geklagt. Bevor sich dieser Staub nicht gelegt hat, wird 5G in Deutschland also kein Thema sein – dafür in aller Munde und ein Trend bleiben.