Huawei-Beschuss geht weiter: Das Wichtigste in Kürze

  • Samsung darf Huawei keine Teile mehr liefern
  • Lieferstopp ab 15. September
  • US-Bann gefährdet Smartphone-Produktion von Huawei

US-Bann gegen Huawei geht in nächste Runde: Samsung, LG & Co. dürfen nicht mehr liefern

Wenn in Bälde, nämlich schon zur Monatsmitte, die Zulieferer aus dem Hause Samsung bei Huawei ihre Komponenten wie Displays oder Speicher ausgeliefert haben, heißt es vorerst zum letzten Mal 再见, Tschüß! Ab dem 15. September nimmt der US-Bann noch mehr an Fahrt auf und Samsung, aber auch andere Teilelieferanten wie LG oder SK Hynix, dürfen nicht mehr an Huawei liefern. Für Huawei bedeutet das, von heute auf morgen auf eine Vielzahl von Einzelteilen verzichten zu müssen oder anders, also aus der Perspektive dessen, der überleben will, formuliert: Alternativen müssen her und zwar schnell.

Schon im Mai wurde TSMC, ein Taiwanesischer Halbleiterproduzent, mehr oder weniger dazu gezwungen, ab sofort keine Teile mehr an Huawei zu liefern. Das sich daraus ergebende Klaffen in der Lieferkette schloss Huawei bzw. der chinesische Staat durch die Förderung des Unternehmens SMIC, seinerseits größter Halbleiterhersteller der Volksrepublik. Doch auch auf diese neue helfende Hand zielen die USA bereits, indem die Verbindung zu US-amerikanischen Technologien gekappt werden soll. Damit wird die Smartphone-Produktion ohne Zweifel ins Wanken geraten.

Smartphone-Produktion vor Zäsur: Nachfrage wird Produktionskapazität übersteigen

2020 durfte sich Huawei zwischenzeitlich die Krone des Smartphone-Top-Verkäufers aufsetzen, doch bei den etwa 200 Millionen verkauften Handys im Jahr wird es aller Voraussicht nach nicht bleiben – laut The Elec wird der Konzern 2021 nur noch etwa 50 Millionen Smartphones produzieren können. Obwohl die Nachfrage im Zuge der Ereignisse ohnehin rückläufig sein dürfte, werden die Chinesen dieser wohl nicht mehr entsprechen können. Der für Huawei bezifferbare Verlust liegt laut The Elec damit bei etwa 75 Prozent. Man muss schon ein wahrhaft unbelehrbarer Optimist sein, um diese neue Entwicklung noch nicht für den Todesstoß für Huawei zu halten.


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