Ausweispflicht für .de-Domain – Das Wichtigste in Kürze

  • Deutsche Verbraucherschutzminister beschließen Maßnahmen gegen Fake-Shops
  • Bis zu vier Millionen Käufer sollen bereits getäuscht worden sein
  • Identitätsnachweis bei Internet-Adressvergabestelle wird erforderlich
  • Installation einer zentralen Anlaufstelle für Ermittlungsbehörden
  • Öffentlich abrufbare Liste von Fake-Shops angedacht

Kampf gegen Fake-Shops: Woher rührt der Beschluss der Verbraucherschutzminister?

Das Geschäft mit der Gutgläubigkeit des Verbrauchers boomt, Fake-Shops haben Dauerhochkonjunktur. Bis zu vier Millionen von Online-Ermittlern vermutete Delikfälle sprechen jedenfalls eine klare Sprache von der Ungebrochenheit des Abzocke-Trends. Durch die Registrierung vieler dieser virtuellen Dunkel-Läden unter der seriös erscheinenden .de-Domain, aber auch im Zuge mißbräulicher Verwendung des „Trusted-Shop“- und anderer Credibility-Labels wird der Dschungel der E-Commerce-Landschaft für den Käufer immer schwerer einsehbar – oft ist ein Fake Shop weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick erkennbar.

Auf der, in diesem Jahr in Mainz abgehaltenen, dreitägigen Konferenz der Verbraucherschutzminister (VSMK) wurde daher nun beschlossen, dem zwielichtigen Tun an neuen Fronten zu begegnen. Daher wurden eine Reihe von Maßnahmen erwogen, die betrügerischen Online-Händlern künftig ihr zweifelhaftes Handwerk schwer machen sollen. Das Ob scheint dabei bereits fest zu stehen, nur das Wann ist noch nicht definiert.

Maßnahmen gegen Fake-Shops: Was ist geplant?

Die zuständigen Verbraucherschutzminister der 16 deutschen Bundesländer wollen das Visier gegen Fake-Shops an unterschiedlichen Stellen öffnen. Bekannt sind bisher diese Maßnahmen, mit denen man der Online-Verkaufskrimininalität begegnen möchte:

  • Ausweispflicht bei .de-Domain-Registrierung: Bereits jetzt ist es im Grunde nicht möglich, sich eine .de-Domain anonym zu sichern. Laut der dafür zuständigen Registry „Denic“ müssen die angegebenen persönlichen Daten des Domain-Inhabers in spe „korrekt und vollständig“ sein. Dieser Barriere, die nach einem sicheren Schutzwall gegen Betrüger klingt, steht bisher die Realität, in der dahingehende Kontrollen rar sind, entgegen.
  • Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für Betrungsbekämpfung: Mit einer offiziellen Kontaktstelle soll es den Ermittlungsbehörden erleichtert werden, gegen Fake-Shops zu agieren. Die Bündelung der Aktivitäten zur Betrugseindämmung und -bekämpfung soll es den Ermittlern ermöglichen, schneller und wenider handeln zu können.
  • Öffentliche Liste für Fake-Shops: Einiger der Verbraucherschutzminister haben für eine öffentlich zugängliche Liste von Fake-Shops eingesetzt. In dieser sollen alle Seiten dokumentiert werden, bei denen der Verdacht betrügerischer Aktivitäten (also beispielsweise finigierter Verkauf, wobei die Ware nie eintrifft, aber das Geld einbehalten wird) bestätigt wurde.

Bevor die neuen Maßnahmen, so sie den zeitnah umgesetzt werden, greifen können, gibt es aber trotz der Unübersichtlichkeit im Shop-Dickicht, eine Handvoll Punkte, die euch helfen können, zwielichtige Digital-Shops zu identifizieren.

Fake-Shops: 9 Tipps, wie ihr ihnen nicht zum Opfer fallt

Fake-Shops geben sich oft mithilfe Seriosität heuchelnder Erkennungsmerkmale den Anschein, nur das Beste für den Käufer, also eine reibungslose Abwicklung vom Checkout bis zum Versand zu wollen – hinterher sind die traurigen Augen beim hintergangenen Abnehmer groß. Diese Indizien können euch helfen, dem Online-Shopping-Ende mit Schrecken vorzubeugen:

  1. Kennzeichnung des Anbieters ist verdächtig: Sollte es schwer bis unmöglich sein, den Verkäufer zu identifizieren, ist Vorsicht geboten. Ein häufiges Beispiel dafür sind Shops, die über ihren Namen hinaus keine weiteren Angaben wie die des Inhabers oder der Postanschrift machen.
  2. Dürtige Datenschutzangaben: Werden in puncto Datenschutz kaum oder keine Angaben gemacht, solltet ihr wohl auch vom Kauf absehen. In diesem Fall verkauft der Shop-Betreiber möglicherweise einfach nur eure Daten weiter.
  3. Preisangaben lückenhaft: Die Angabe der Preise, auch im Hinblick auf enthaltende Mehrwertsteuer und anfallende Versandkosten, im jeweiligen Shop sollte klar und eindeutig sein. Auch bei Zahlung per Vorkasse sollte ein gewisser Käuferschutz ablesbar sein – nur dadurch ist gesichert, man als Käufer sein Geld zurück erhält, sollte der Shop nicht liefern.
  4. Angaben zur Lieferzeitpunkt: Sollte die Lieferfrist als „unverbindlich“ gekennzeichnet sein, ist Skepsis ratsam – sollte die Lieferzeit überdurchschnittlich lang sein, muss dies direkt auf der Produkt- oder spätestens auf der Checkout-Seite angegeben sein.
  5. Sicherheit bei der Datenübertragung: Ist ein Händler serkös, garantiert er Verschlüsselung für die vom Käufer übertragenen Kundendaten. Eine sichere Datenübertragung wird auch durch das Schloss-Symbol in der URL-Zeile indiziert.
  6. Widerruf wird als beschränkt gekennzeichnet: In den allermeisten Fällen können online gekaufte Produkte innerhalb von 14 Tagen retour geschickt werden. Wird dieses Rückversandrecht als beschränkt gekennzeichnet, ist die Wahrscheinlichkeit, auf der Seite eines Fake-Shops unterwegs zu sein, relativ groß.
  7. Auf das Kleingedruckte achten: Wie in der guten alten analogen Zeit gilt es auch bein Online-Shopping, das Kleingedruckte im wahrsten Sinne unter die Lupe zu nehmen. Manche Shops versuchen, über (kryptische) Klauseln in ihren AGB, dier nichts ahnenden Käufer in eine nachtilige Position zu bringne. Ablesbar wird dies an Beisätzen wie „Versand auf Gefahr des Käufers“ oder „Transportschäden müssen sofort gemeldet werden“ – diese sind nicht rechtswirksam.
  8. Bewertungen: Manche Shops enthalten ihren potentiellen Käufern die durchschnittliche Bewertung bisheriger Käufer vor. Gibt sich eine Seite hingegen transparent und blendet die aktuelle Durchschnitts-„Note“ ein, ist die Verlässlichkeit des Shops wahrscheinlicher.
  9. Trusted Shops Gütesiegel im Shop überprüfen: Wenn ihr auf das Trusted-Shop-Siegel klickt, muss sich unmittelbar in einem neuen Fenster das dazugehörige Zertifikat öffnen, dem ihr klar entnehmen könnt, ob das auf der Shop-Seite prangende Siegel „gültig“, „gesperrt“ oder „abgelaufen“ ist. Auch solltet ihr auf diesem Wege die Adresse des Shops einsehen, deren Angabe ein weiterer Hinweis darauf ist, dass es sich nicht um einen Fake-Shop handelt.