Google Stadia – Alles Wichtige in Kürze

  • Google startet Game-Streamingdienst
  • 2019 in USA, Kanada, Großbritannien und vielen weiteren europäischen Ländern
  • Gaming ohne eigene leistungsstarke Hardware auch in 4K und 60fps
  • ohne Download, Installation und Updates
  • Preis, Leistungsanforderungen und Spiele noch unklar

Stadia – Gaming mit Google-Power

Google hat Stadia unter großer Aufmerksamkeit vorgestellt. Dabei sind über den kommenden Cloud-Gaming-Dienst wenig Details bekannt. Stadia soll eine Game-Plattform sein, bei der im Prinzip jedes Spiel mit höchster Qualität gespielt werden kann. Dabei ist unerheblich, welches Gerät der Spieler nutzt. Die Games sollen auf leistungsschwachen Computern ebenso laufen, wie auf dem Fernseher, Tablet oder dem Smartphone. Die Wiedergabe soll in bis zu 4K und 60 Bildern pro Sekunde mit HDR und Surround-Sound möglich sein.

Grundlage hierfür sind die Google-Server. Die Technik soll dem Spieler Hyperthreading-x86-Prozessoren mit einem Takt von 2,7 GHz und AVX2 SIMD zur Verfügung stellen. Die Grafik soll über eine Leistungsstärke von 10,7 Teraflops verfügen. Die Xbox One X hat eine GPU mit 6 Teraflops, die Playstation 4 Pro liefert 4,2 Teraflop. Zusätzlich stehen laut Google 16 Gigabyte an kombiniertem VRAM und System-RAM zur Verfügung, die auf einen Datendurchsatz von bis zu 484 GB/s kommen sollen.

Um Upgrades braucht sich der Spieler so nicht mehr kümmern. Google liefert so stets ein leistungsstarkes System. Die Spiele selbst lassen sich ohne Downloads, Updates, Patches oder Installationen spielen. Das spricht für einen festgelegten Spiele-Katalog. Ob der Spieler eigene Spiele installieren kann, ist bislang unbekannt und eher unwahrscheinlich. Noch in diesem Jahr soll Stadia in den USA und in vielen europäischen Ländern starten. Ein Deutschlandstart noch in diesem Jahr scheint möglich zu sein.

„Noch in diesem Jahr werden wir mit Stadia in ausgewählten Ländern starten, darunter in den USA, Kanada, Großbritannien und vielen weiteren europäischen Ländern.“ – Google

Gaming-Dienst Stadia – Mehr als nur Game-Streaming

Auch für Zuseher soll Stadia ein wichtiger Zugang sein. Gaming-Videos auf Youtube oder Twitch sind extrem beliebt. Mit Stadia verspricht Google, dass die Erstellung von Streams einfacher sein soll. Google verspricht dadurch, Community, Spieler und Zuschauer näher zusammen zu bringen.

Die Höhe der Integration von Spieler und Zuschauer will Stadia auch nutzen, um den Zugang zu Games zu erleichtern. Schaut sich ein Abo-Besitzer das Video eines Stadia-Spiels an, kann durch einfachen Klick auf den „Play Now“-Button zum Spiel gewechselt werden. Das soll in weniger als fünf Sekunden möglich sein. Auch aus Werbeeinblendungen heraus soll dieser Wechsel möglich sein.

Stadia Controller für Gaming wo man will

Stadia benötigt zwar keine zusätzliche Hardware, Google hat dennoch ein Gerät angekündigt, welches für ein noch besseres Erlebnis sorgen soll: den Stadia Controller. Dieser wird nicht mit dem lokalen Gerät verbunden. Gefunkt wird über WLAN direkt mit Google. Dadurch ist der Spieler sehr unabhängig vom jeweiligen Endgerät. Vom PC kann so schnell zum Fernseher oder dem Tablet gewechselt werden.

Optisch zwischen Sonys Dualshock 4 und dem Xbox One-Controller angesiedelt, startet das Stadia-Eingabegerät den Stream per Knopfdruck. Mit dem integrierten Mikrofon kann auf den Google Assistant zugegriffen werden. Der Sprachassistent soll verschiedene Funktionen bereitstellen, zumindest wenn diese von den Entwicklern eingebaut wurden. So wäre es möglich, Hilfe zu bekommen, wenn der Spieler an einer Stelle des Spiels feststeckt.

 

Google Stadia – Fazit

Alleine ist Google mit der Idee von Gaming in der Cloud nicht. Mit Shadow, Vortex und anderen sind bereits entsprechende Cloud-Gaming-Angebote auf dem Markt. Nvidias Geforce Now steht in den Startlöchern und befindet sich in der Beta-Phase.

Shadow bietet dabei dem Spieler sehr viel Freiheit. Hier werden dem Spieler Hardware und Speicherplatz zur Verfügung gestellt. Die Spiele werden dann von Nutzer auf der Plattform installiert. So kann der Spieler das spielen, was er möchte und ist nicht von den vom Anbieter bereitgestellten Games abhängig. Bei Vortex kann der Spieler auf einen Katalog aus über 100 Spielen zugreifen, vor allem beliebte Multi-Player. Blockbuster-Titel finden sich kaum.

Erfolg nur mit den passenden Spielen

Googles Ankündigung legt bislang nahe, dass Stadia ebenfalls über einen Katalog mit Spielen verfügen wird. Das schränkt den Nutzer in der Auswahl ein. Für Gelegenheitsspieler dürfte dieser Punkt weniger schwer ins Gewicht fallen. Mit EA Access und dem Xbox Game Pass für die Microsoft-Konsole sind Abos für Spiele-Bibliotheken bereits verfügbar. Googles Erfolg hängt zum großem Teil davon ab, große, wichtige Publisher zu überzeugen und dadurch beliebte Spiele anzubieten.

Entscheidend ist die Internet-Geschwindigkeit

Die bereits vorhandenen Dienste zeigen die aktuellen Hindernisse der Technik. Gerade Geschwindigkeit und Latenz sind entscheidend. Aussetzer oder Verzögerungen beeinträchtigen das Spielerlebnis extrem. Gerade Multi-Player-Shooter werden so quasi unspielbar. Bei einer 4K-Auflösung und 60 Bildern pro Sekunden wird eine Internet-Verbindung mit mehr als 50 Megabit pro Sekunde erforderlich sein. Shadow empfiehlt einen Glasfaseranschluss. Durch Kompression steht der Dienst auch ab einer Geschwindigkeit von 15 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Spieler werden hier Abstriche in Qualität, Geschwindigkeit und den zu spielenden Spielen hinnehmen müssen.

Wie Google für Stadia dieses Thema angeht ist bislang nicht bekannt. Es ist kaum zu erwarten, dass das Unternehmen ein bedeutend besseres Ergebnis erzielt. Vorteil ist die große Zahl an Rechenzentren, was sich positiv auf die Latenz auswirken könnte.

Ein weiteres Fragezeichen steht hinter dem Preis. Bei Shadow beginnt das 12-Monats-Abo bei rund 30 Euro. Vortex ermöglicht für rund 10 US-Dollar den Zugriff auf die Spiele. Ein ähnlicher Preisbereich ist auch bei Googles Stadia denkbar. Immerhin sparen sich Spieler so die Ausgaben für neue Prozessoren, Grafikkarten, Arbeitsspeicher oder Festplatten.