StreamOn-Änderung – Alles Wichtige in Kürze

  • Telekom passt StreamOn nach Urteil an
  • volle Bandbreite für diese Woche angekündigt
  • Verfügbarkeit von StreamOn innerhalb der EU ab Anfang September
  • Hauptverfahren weiterhin offen, Rücknahme daher noch möglich

StreamOn-Änderung mit voller Bandbreite und EU-weiter Verfügbarkeit

Mit StreamOn bietet die Telekom die Möglichkeit der Internet-Nutzung ohne Verbrauch des im jeweiligen Tarif enthaltenen Datenvolumens. Seit April 2017 ist StreamOn kostenlos in verschiedenen Magenta Mobil-Tarifen enthalten. Bereits wenige Monate nach Einführung der Option sah die Bundesnetzagentur in dem Angebot einen teilweisen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Gegen eine Anpassung klagte der Bonner Telekommunikationskonzern – und verlor.

Wie die Telekom nun ankündigte, wird StreamOn an die Vorgaben der Bundesnetzagentur angepasst. Die Änderungen werden laut Aussage des Unternehmens in zwei Schritten erfolgen.

Wie sehen die StreamOn-Änderungen aus?

In dieser Woche soll die Freigabe der Bandbreite angekündigt werden. Bislang wurde die Transferrate in einigen Tarifen auf maximal 1,7 Megabit pro Sekunde reduziert. Die Telekom bezeichnet dies als Bandbreitenoptimierung. Das Unternehmen möchte dadurch die Auslastung des Funknetzes reduzieren. Betroffen davon sind Videos. Lediglich die Option „Music&Video Max“ für MagentaEins-Kunden ist bislang ohne Bandbreitenbeschränkung verfügbar. Mit der Begrenzung ist eine Darstellung in HD nicht möglich. Bei der Nutzung auf Mobilgeräten wie Smartphones dürfte diese Einschränkung für viele Kunden nachrangig und unauffällig sein.

Die Bundesnetzagentur und das OVG NRW sehen hierin einen Verstoß gegen die Netzneutralität. Diese soll die Gleichbehandlung aller Internet-Inhalte sicherstellen. Mit der Freischaltung der Bandbreite bekommen dann alle StreamOn-Nutzer die maximal verfügbare Geschwindigkeit

Weiter wird StreamOn auch EU-Weit verfügbar sein. Bislang ist die Option lediglich innerhalb Deutschlands verfügbar. Die Telekom hat die Freigabe für „Anfang September“ angekündigt. In der Beschränkung sahen Bundesnetzagentur und das OVG NRW einen Verstoß gegen die gültigen Roaming-Regeln. Nach diesen müssen Mobilfunkanbieter die Nutzung des mobilen Internets im EU-Ausland zum gleichen Preis anbieten wie im Inland.

Außerdem sei es nach europäischen Roaming-Regeln verboten, für Roaming-Dienste im europäischen Ausland ein zusätzliches Entgelt gegenüber dem inländischen Endkundenpreis zu verlangen. Für StreamOn-Kunden ist die EU-weite Freigabe ein großer Vorteil. So können auch im Urlaub Musik und Videos wie gewohnt gestreamt werden – ohne Aufpreis. Der Zeitpunkt für die Freigabe wirkt allerdings unglücklich. Anfang September sind die Sommerferien in vielen Bundesländern bereits vorbei.

StreamOn-Änderung: Fazit

Mit der Änderung von StreamOn reagiert die Telekom wie erwartet: Die Vorgaben der Bundesnetzagentur werden vollständig umgesetzt. Das Mehr an Leistung ist im Sinne der StreamOn-Kunden zu begrüßen. Diese erhalten nun volle Geschwindigkeit und die EU-weite Nutzung ohne Aufpreis.

Offen bleibt, ob diese Änderungen dauerhaft sind. Die Telekom hat nie Zweifel daran gelassen, dass sie die Streaming-Option bereits in der ursprünglichen Version für rechtmäßig hält. Die Zusatzkosten für die Auslandsnutzung, die das Unternehmen an die jeweiligen ausländischen Netzbetreiber überweisen muss, werden kaum im Unternehmensinteresse sein.

Rechtlich ist das Thema ohnehin noch nicht endgültig entschieden. Zwar liegt die Entscheidung des Eilverfahrens vor, das Hauptverfahren läuft aber weiter. Ein Urteil im Sinne der Telekom könnte zu einer Rücknahme der aktuellen Änderungen führen. Der bisherige Verlauf lässt diese Entwicklung allerdings recht unwahrscheinlich erscheinen. Ohnehin wäre es zu begrüßen, wenn das Datenvolumen der Mobilfunktarife generell größer werden würde. Für alle Kunden und außerhalb von Marketing.

Titelbild: Telekom