Beste Navi App | Google Maps, Here Maps, Scout, Sygic und Co. im Test

Apps für die Navigation im Auto, zu Fuß oder auf dem Fahrrad gibt es in den App-Shops der verschiedenen Betriebssystemanbieter für Smartphones mittlerweile wie Sand am Meer. Wer die derzeit beste kostenlose Navi App auf seinem Endgerät nutzen will, dem empfehlen wir Here Maps von Nokia. Von allen getesteten Anwendungen hat uns diese am meisten überzeugt – sowohl in Sachen Handhabung, als auch Routenführung und Ausstattung. Hier gibt ein äußerst umfangreiches Kartenmaterial der ganzen Welt, das man offline nutzen kann und auf welches auch die Navigation ohne Internetverbindung zugreifen kann. Einem entspannten Urlaub steht so nichts mehr im Wege.
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War die Navigation vor einigen Jahren noch dem fleißigen Beifahrer vorbehalten, wurden in den 2000er Jahren Navigationsgeräte zum beliebten Interieur eines jeden PKWs. Heutzutage besitzt fast jeder Mensch in Deutschland ein Smartphone und hat damit auch ein mobiles Navigationssystem zur Hand. Diese kleinen Helfer besitzen fast alle Funktionen, die sonst den externen Geräten vorbehalten waren – und das Beste: es gibt zahlreiche sehr gute kostenlose Angebote. Bestimmte Apps bieten Kartenmaterial für die ganze Welt, eine Stimme diktiert den richtigen Weg, den man bequem über das Display auch in 3D verfolgen kann und aktuelle Verkehrsinfos werden direkt auf das Endgerät übertragen. Welche die derzeit besten kostenlosen Navi Apps sind, stellen wir in diesem Testbericht vor.

Here MapsGoogle MapsSygicScoutApple KartenCoPilotWaze
HereGoogle-MapsSygicScoutApple-KartenCoPilotWaze
Note 1,2 1,32,02,1 2,22,8 3,2
Handhabung5,05,04,03,04,53,02,5
Routenführung5,05,03,05,03,54,03,0
Ausstattung4,54,04,03,03,02,52,5
Kunden-
Meinung
4,5 von 54,5 von 54 von 54,5 von 5/4 von 54,5 von 5
Pro

+ komplett offline

+ ÖPVN

+ alle OS

+ Stauumfahrung

+ Fahrrad-Navi

+ viele POIs

+ Blitzer

+ 3D Gebäude

+ viel Extras

+ freies Fahren

+ Routenführung

+ Blitzer

+ Bedienung

+ 3D Abbildungen

+ Implemetierung

+ Routenplanung

+ Fahrrad, Fuß

+ Community

+ Verkehrsinfos

Kontra

– nicht für Fahrrad

– nicht offline

– nur für Auto

– kein Traffic-Info

– nur 1 Karte

– kein Traffic-Info

– nicht offline

– nur iOS

– kein Traffic-Info

– kein Traffic-Info

– keine Sprache

– lange Eingabe

– nicht offline

– unübersichtlich

– nur Auto

Zur AppZur AppZur AppZur AppZur AppZur AppZur App

Navi Apps – worauf muss ich achten?

Schaut man sich die guten Ergebnisse der kostenlosen Testkandidaten in unserem Vergleich an, dann ist es durchaus berechtigt sich die Frage zu stellen: Wozu überhaupt noch für eine Navi-App oder ein Navigationsgerät zahlen? Die Grundfertigkeiten der soliden Navigation beherrschen mittlerweile alle Gratisversionen, so dass das wohl wichtigste Argument alle Anbieter problemlos bedienen können. Natürlich gibt es ein paar Features für die ein Aufpreis bezahlt werden muss und so haben natürlich auch die kostenpflichtigen Varianten von bspw. Navigon oder TomTom eine Daseinsberechtigung. Doch will man 50€ für die Blitzerwarnung, einen Fahrspurassistenten oder die Routenplanung investieren? Wer nur möglichst schnell, günstig und bequem von A nach B kommen möchte, dem seien die kostenlosen Alternativen ans Herz gelegt. Auf was man dabei achten muss, sei im Folgenden erklärt.

  • Offline oder online?
  • Welches Kartenmaterial wird mitgeliefert?
  • Mit welchem Verkehrsmittel bin ich unterwegs?
  • Wie präzise ist die Routenberechnung und wie lange dauert sie?
  • Wie leicht lässt sich die App bedienen?

Eine der wichtigsten Fragen bei der Auswahl der persönlich favorisierten Routenfindungsapplikation ist sicherlich die nach dem offline oder online Nutzungsverhalten. Die klassischen externen Navigationsgeräte arbeiten mit im Voraus heruntergeladenen Karten und einer Positionsbestimmung via GPS (Global Positioning System). Via Satellit wird der Standort auf der Erde erfasst und dann in die Karte eingetragen, so dass auf dem Bildschirm die sich bewegende Position übermittelt wird. Das funktioniert ohne laufende Internetverbindung. Die Apps für Smartphones und Tablets nutzen die gleiche Technik, allerdings herrscht bei manchen ein Online-Zwang, so dass man während der Fahrt mit dem mobilen Internet verbunden sein muss. Der Grund dafür ist, dass das Kartenmaterial teilweise nicht im Voraus heruntergeladen werden kann oder währenddessen noch Verkehrsdaten abgerufen werden. Wer einen Handyvertrag besitzt, der viel Datenvolumen beinhaltet, muss sich darüber kaum Sorgen machen – ohne Flat wird es jedoch schnell teuer. Hinzu kommt, dass die Kosten für Datenpakete im Ausland meist noch höher sind und dann ist eine Offline-Navigation von starkem Vorteil.

Ist man im Urlaub oder geschäftlich außerhalb von Deutschland mit dem Auto unterwegs, dann ist die unkomplizierte Navigation natürlich ein Muss – in der Heimatstadt kennt man sich ja meist eh aus und insofern werden Navis wohl hauptsächlich für die eingangs genannten Zwecke genutzt. Mittlerweile bieten alle Apps Kartenmaterial von Moskau bis Kapstadt und Lissabon bis New York an. Der Unterschied liegt nur in der Frage nach dem Preis. 4 von den 7 von uns getesteten Anwendungen verlangen für die Nutzung des Straßen- und Wegmaterials keinen Cent, andere wiederum möchten diese erst gegen einen Aufpreis einzeln oder in einem umfassenden Premiumpaket bezahlt haben.

Im Gegensatz zu den klassischen Navigationsgeräten beherrschen die Apps für Smartphones mittlerweile nicht nur die Routenführung für PKWs, sondern können auch mit Streckenanweisungen für Fußgänger, Radfahrer oder mit teilweise auch mit Infos für die öffentlichen Verkehrsmittel glänzen. Die Königsdisziplin ist dabei sozusagen die Navigation für das Fahrrad. Da stecken die meisten Anwendungen aber noch in den Kinderschuhen und es gibt bekannte Alternativen für Mountainbiker und Radrennfahrer, die sicherlich besser sind (z. B. komoot). Allerdings wird an dieser Stellschraube von vielen Entwicklerteams gearbeitet, so dass in Zukunft wohl auch dieses Feld bei den getesteten Software-Lösungen stärker zu tragen kommt.

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Heutzutage kennt man es gar nicht mehr anders als alle Informationen zu jedem Zeitpunkt unmittelbar zur Verfügung zu haben. Da kann man schon mal ungeduldig werden, wenn die Routenberechnung und die Eingabe in die Suchmaske unnötig lange dauern – schlimmer wird es nur noch, wenn die gefundene Strecke dann Umwege in Kauf nimmt. Einige Testkandidaten zeigen hier, dass man in nur sehr wenigen Schritten startklar für die Navigation sein kann, wohingegen man bei anderen Apps noch in der Eingabemaske festhängt. Wir haben uns mit diesen Themen im Absatz „Test der Routenführung und Streckenberechnung“ tiefgreifend auseinandergesetzt.

Eine Frage, die sich nur durch das eigene Testen beantworten lässt, ist die nach der Benutzerfreundlichkeit und Bedienoberfläche. Hier gibt es durchaus einen Generationenunterschied – während es den älteren Damen und Herren durchaus schwer fällt eine Streckensuchanfrage zu stellen, wenn man nicht nach und nach Stadt, Straßenname und Hausnummer wie bei alten Navigationsgeräten eintippt, so ist es der jungen Generation doch am liebsten, wenn man einfach per Sprachbefehl diktiert: „Ok Google, navigiere mich nach Hause“. Das können längst nicht alle Apps umsetzen und für wen Zeit = Geld ist, der dürfte sich über jede gesparte Sekunde freuen. Auch die Bedienoberfläche ist nicht bei allen Anwendungen durchweg intuitiv, teilweise sogar von Informationen viel zu überladen. Da alle hier untersuchten Varianten aber kostenlos sind, spricht nichts dagegen zunächst alle Möglichkeiten einmal selbst durchzuprobieren.


Navi Test – die besten kostenlosen Apps in der Übersicht

Nachdem wir viele Testberichte und Kundenrezensionen gelesen und unzählige Videos bei YouTube gesehen haben, ist unsere Auswahl der besten kostenlosen Navigationsapps auf die folgenden 7 Anwendungen gefallen: Here Maps, Google Maps, Sygic, Scout, Apple Karten, CoPilot und Waze.

Alle Versionen haben gemein, dass die grundlegende Appkostenlos ist, einige verfolgen allerdings das so genannte Freemium-Modell – zusätzliche Dienste kosten teilweise Aufpreis. In unserer Tabelle kann man erkennen bei welchen Apps dies der Fall ist, wenn in der Zeile „In-App Käufe“ etwas vermerkt ist. Ansonsten sind fast alle Applikationen mit einer Ausnahme für die Betriebssysteme iOS und Android zu haben, unser Testsieger ist sogar für Windows Phone Endgeräte programmiert. Als wichtigste Kriterien bei der Bewertung haben wir die Kartenausstattung, die Offline-Nutzung, Sprachnavigation, Routenführung, Verkehrsinformationen und POIs gewählt.

An einigen dieser Kriterien sind in der Vorauswahl schon manche Apps gescheitert und haben es so nicht in unsere Testauswahl geschafft. Aufgrund dessen oder schlechter Kundenbewertungen haben wir folgende Anwendungen nicht in unseren Test aufgenommen: Navmii, MapFactor, Be-On-Road, Navfree und SmartNavi; auch die Bezahlvarianten wie Navigon Europe oder TomTom Europa haben wir nicht berücksichtigt.

Here MapsGoogle MapsSygicScoutApple KartenCoPilotWaze
AppsiOS, Android, WPiOS, AndroidiOS, AndroidiOS, AndroidiOSiOS, AndroidiOS, Android, WP
Kostenlose KartenWeltWeltWeltWeltWelt1 RegionWelt
Offline nutzbar?janeinjaja (nur 1 Karte)neinjanein
Sprachnavigationjajaneinjajaneinja
Verkehrsinfosjajaneinneinjaneinja
POIsjajajajajajanein
KartenansichtVogelperspektive halbschräg (3D Gebäude)Vogelperspektive halbschräg (auch Satellit)Vogelperspektive (3D Gebäude)VogelperspektiveVogelperspektive (3D Gebäude), auch halbschrägVogelperspektiveVogelperspektive halbschräg
In-App Käufe//Fahrspurassistent, Verkehrsinformationen, Blitzerwarner, Sprachnavigation, HUD, Dashcam, Cockpit, Schritt-für-Schritt NavigationVerkehrsinfos, Blitzerwarner, Offline-Karten/Sprachnavigation, Verkehrsinformationen, Karten, Text-To-Speech/
VerkehrsmittelAuto, Fuß, ÖPVNAuto, Fuß, Fahrrad, ÖPVNAutoAuto, Fuß, FahrradAuto, FußAuto, Fuß, Fahrrad, Motorrad, WohnmobilAuto
BesonderheitenSchritt-für-Schritt Navigation, Satelliten-Karten, Verkehrsinfos, 3D GebäudeSchritt-für-Schritt Navigation, Satelliten-Karten, Verkehrsinfos, Gelände-Kartenfeste Blitzer, 3D GebäudeFreies Fahren mit Blitzerwarner und Kamera-Modus, TripAdvisor und Foursquare, Travel GuideSchritt-für-Schritt Navigation, Satelliten-Karten, Verkehrsinfos, 3D GebäudeRoutenplanungCommunity-Einbindung, Verkehrsinfos,
Zur AppZur AppZur AppZur AppZur AppZur AppZur App

Here Maps

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Bis vor kurzem war die App Here noch ein Alleinstellungsmerkmal der Windows Phones von Nokia und ein sehr starkes Kaufargument. Ende letzten Jahres hat man sich jedoch dazu durchgerungen Here Maps auch für Android und später iOS zu veröffentlichen – damit wollte man die anderen hauseigenen Navigationsprogramme Google Maps und Apple Karten überholen und hat dies nach kurzer Zeit auch geschafft. Zusammen mit Google Maps und den kostenpflichten Navigon- und TomTom-Lösungen erbeutete Here den Testsieg bei der Stiftung Warentest. Grund genug für uns diesen Dienst auch zu testen und wir kommen sogar zu dem Schluss, dass Here derzeit die beste kostenlose Navi App auf dem Markt ist.

Ausschlaggebend für den Sieg im direkten Vergleich mit dem größten Konkurrenten von Google ist definitiv die Offline-Funktion. Alle Karten der Welt stehen hier frei zur Verfügung – und das Beste: man kann sie nach einem Download auch offline nutzen, genauso wie die Navigation mitsamt Streckenfindung. Im einfachen Kartenmodus wird die Orientierung durch 3D-animierte Gebäude erleichtert, fährt man auf einer empfohlenen Strecke, dann werden einige markante Gebäude wie Kirchen oder Bahnhöfe hervorgehoben. Um nicht durch stark befahrene Straßen oder Staus geführt zu werden, fließen aktuelle Verkehrsinformationen in die Routenberechnung mit ein. Diese werden auf der Karte farblich markiert und sind praktischer Weise separat für beide Straßenseiten verfügbar.

Wer gerne mal etwas zu schnell unterwegs ist, wird per rotem aufblinkendem Signal am unteren linken Bildschirmrand auf das aktuelle Tempolimit hingewiesen – das kann in Zukunft den einen oder anderen Euro sparen. Die schräge Vogelperspektive für die Standortanzeige hat sich bei den klassischen Navigationsgeräten bewährt und so setzt auch der Entwickler Nokia auf diese Optik. Für einen besseren Überblick kann man während der Fahrt aus der Nahansicht herauszoomen – zurück kommt man mit einem Klick oder man wartet ein paar Sekunden und wird auf den aktuellen Fahrtpunkt zurückgesetzt.

Sucht man nach ernsthaften Kritikpunkten muss man sich schon ziemlich tief ins Detail vergraben. Generell kann maximal Google Maps noch einige Dinge besser machen. Beim Vergleich der Routenführung fällt auf, dass für Fahrräder bei Here noch keine explizite Lösung eingebunden ist. Auch die Points of Interest können in ihrer Ausführlichkeit nicht mit den ungeheuren Datenmassen von Google mithalten. Sucht man allerdings nach gängigen Stichworten, wie „Sparkasse“, „Restaurant“ oder „Tankstelle“ dann wird man auch bei Here Maps schnell fündig.

Die beste kostenlose Navi App ist Here

Kaum ist Here Maps in den App und Play Stores zu haben, überzeugt uns die Software von Nokia am stärksten. Das komplette Kartenmaterial der Welt kostenlos zur Verfügung? Kein Problem! Und man kann diese auch noch herunterladen und offline in der Navigation nutzen? Na klar! Auch in Sachen Handhabung und Routenführung setzt die App Maßstäbe. Bleibt nur zu hoffen, dass mit dem nächsten Update auch Fahrradfahrer zum Zuge kommen.


Google Maps

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Seit nunmehr 8 Jahren ist Google Maps wohl die Vorzeige-App für Karten und Navigation auf Smartphones und Tablets. Wer sich mit dem Auto, zu Fuß oder neuerdings auch per Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln bewegt, kommt hier ohne große Umwege und möglichst schnell zu den gewünschten Zielen. Einiges macht diese App sogar noch besser als unser Testsieger. Da wären zunächst die umfangreichen POIs, aber auch die effiziente Stauumfahrung und die Navigation für Fahrradfahrer dürfte diese App umso schmackhafter machen, denn über die soliden Grundfunktionen braucht man schon fast kein Wort mehr zu verlieren.

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal hat Google mit der Stauumfahrung programmiert. Entwickelt sich eine Autoschlange auf dem Weg zur Arbeit, nach Hause oder in den Urlaub, dann kann die Anwendung als einzige in Echtzeit Alternativstrecken anbieten und ggf. den Unfall oder die Baustelle umfahren. Klar ist natürlich, dass das auch schon während der ersten Berechnung der Route geschieht. Die Verkehrsinformationen sind dabei äußerst präzise und so wird mit grün, orange oder rot schon die kleinste rückstauende Ampelphase farblich auf den beidseitigen Straßenabbildungen markiert.

Herausragend sind auch die Points of Interest bei diesem Dienst. Hier kann kein anderer Anbieter auch nur annähernd Google das Wasser reichen, was natürlich an der immensen Sammelwut und den enormen Datenbänken des amerikanischen Unternehmens liegt. Es lässt sich nahezu jedes Restaurant finden, mitsamt Öffnungszeiten, Kunden-Bewertungen, Bildern oder Ansichten von Street View. Wer auf die nächstgelegene Haltestelle klickt, bekommt mittlerweile auch die Abfahrtszeiten von Bus und Bahn geliefert. Wie angemerkt, sind auf der Karte mittlerweile auch Radwege eingezeichnet über die gewünscht auch navigiert werden kann.

Bei dem Standpunkt, den Google in dieser Konkurrenz innehat, fällt es schwer überhaupt noch Kritik zu äußern. Doch einen mächtigen Nachteil haben wir gefunden, der vor allem Auslandsreisenden sauer aufstoßen sollte – der Online-Zwang. Zwar ist es möglich bestimmte Kartenausschnitte temporär auf das Endgerät herunterzuladen, allerdings ist es nicht möglich diese innerhalb der Navigation zu nutzen. Sucht man ohne mobiles Internet nach einem Ziel (selbst innerhalb einer heruntergeladenen Karte), dann erhält man nur den Hinweis „Keine Netzwerkverbindung“. Auch wenn man Markierungen setzt, um eine Route berechnen zu lassen, wird man leider nicht ans Ziel geführt.

Überzeugende Funktionsvielfalt trotz Onlinezwang – Google Maps

Muss man sich dank Handyvertrag mit viel Internetvolumen keine Sorgen um den Datenverbrauch machen und besitzt auch eine Flatrate für das Ausland, dann ist Google Maps noch immer die erste Wahl unter den Navigationsanwendungen. Eine intelligente Stauumfahrung, so viel Zusatzinformationen und die so zuverlässige Routenführung kann keine andere App bieten. Allerdings herrscht Online-Zwang – wer hier nicht an der Quelle sitzt, bleibt auf dem Trockenen.


Sygic

sygic

Für den ersten Eindruck hat sich Sygic mächtig ins Zeug gelegt. Offline Karten mit 3D-Gebäuden, Fahrspurassistent mit Kreuzungsansichten, Turn-by-Turn Navigation, zahlreiche POIs, so wie Geschwindigkeits- und Sicherheitswarnungen – das klingt wie die Feature-Liste eines externen Navigationsgeräts. Haken an der Sache: die meisten Funktionen kann man nur in der 7-tägigen Testphase kostenlos nutzen. Doch selbst danach bietet Sygic noch sehr viele praktische Orientierungshilfen. Als kleiner Tipp sei hier noch angemerkt, dass sich die App nach Deinstallation komplett neu installiert hat und man die Premiumphase so weiter verlängern konnte.

Zunächst sei die sehr präzise und übersichtliche Navigation hervorgehoben, die dank der 3D-Gebäude im Großstadtbereich zum Kinderspiel wird. Davon können auch Fußgänger aus der Froschperspektive profitieren, die sich in einer fremden Stadt zurecht finden wollen. Unterstützt wird dieser positive Eindruck vom kostenlosen Kartenmaterial – hier muss man sich zwar etwas durch das Menü wühlen, allerdings steht einem dann die komplette Welt zur Auswahl, und das auch offline. Die Streckenberechnung ist dabei mit wenigen Klicks erledigt. Wer gerne besonders ökonomisch oder am liebsten die kürzeste Direktverbindung sucht, kann diese Präferenzen in den Menüeinstellungen festlegen.

Punktabzüge gibt es wie angedeutet für das Freemium-Modell. Nach einwöchiger Nutzung fallen die Sprachanweisungen, der Fahrspurassistent mitsamt Kreuzungsansichten, die schrittweise Navigation, so wie genannte Warnungen weg – allerdings kann man sich diese wie oben beschrieben mit einer Neuinstallation zurückholen. Traffic-Informationen sind leider generell nur gegen einen Aufpreis zu bekommen. Wer Sygic nutzt, wird auch recht schnell bemerken, dass das Programm nur für Autofahrer ausgelegt ist und so schneidet es bei unserem Routenführungstest für Rad und Fußgänger erwartungsgemäß schlecht ab. Die Bedienung ist uns teilweise zu uneindeutig, so dass man sich erstmal ein wenig einfuchsen muss.

Sygic Premium kann überzeugen – dann aber nicht mehr kostenlos

Eigenen Angaben zufolge ist Sygic die am häufigsten installierte Offline-Navigationsanwendung der Welt – und das hat seine Gründe. Schon in der Basisausstattung gibt es zahlreiche Funktionen und Karten gratis im Installationsumfang. Doch erst mit der Premium-Version samt Fahrspurassistent und Co. kann Sygic so richtig auftrumpfen. Wer trickst kann den Probephase mit fast allen Inhalten dauerhaft kostenlos nutzen.


Scout – GPS Navigation, Maps & Traffic

scout

Unter dem Namen skobbler gewann die App von Telenav in den letzten Jahren viele überzeugte User und dürfte einigen ein Begriff sein. Ende letzten Jahres wurde das Kartenmaterial auf die Community-basierte OpenStreetMap umgestellt und der Name gleich mit: Scout heißt die Navi-Karten-Verkehrs-App nun. Zusammen mit Google Maps liefert Scout die besten Ergebnisse in unserem Routenführungstest, sowohl für Autofahrer, als auch Fußgänger und Fahrradfahrer. Wer den schnellsten Weg nicht bevorzugt, kann auch die kürzeste oder die ruhigste Route wählen.

Wer sich den Weg gerne diktieren lässt und den Blick auf der Fahrbahn halten möchte, der profitiert von der kostenlosen Sprachnavigation. Points of Interest werden per TripAdvisor oder Foursquare abgeglichen, ein integrierter Travelguide kann die nützlichsten Informationen zu einem Ort abrufen. Als ein innovatives Feature empfinden wir das „Freie Fahren“ im Kameramodus. Kennt man seinen Nach-Hause-Weg schon in- und auswendig, und alles ist nur noch eine Frage der Zeit und des Tempos, dann kann man sich Umgebungsinfos wie naheliegende Blitzer oder Tempolimits anzeigen lassen. Die Kamera erkennt dabei die aktuellen Schilder und portiert diese dauerhaft auf den Smartphone-Bildschirm. Im Blitzerwarner werden vorausliegende stationäre und mobile Radarkontrollen markiert.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass auch hier nicht alles komplett kostenlos ist. Wer Zugriff auf die mobilen Blitzer haben möchte, muss upgraden. Auch Verkehrsinformationen gibt es leider nicht für lau. Sicherlich am ärgerlichsten ist die Begrenzung von ausländischem Kartenmaterial, denn man kann nur eine Länderkarte unentgeltlich herunterladen und damit ohne mobiles Internet nutzen. In Sachen Benutzerfreundlichkeit muss die App auch einige Kritikpunkte hinnehmen. So wirkt das Menü mit der Dropdown-Liste etwas überladen und die Bedienung läuft nicht 100%-ig intuitiv. In unserem Test der Streckenberechnung benötigt die App ebenfalls sehr lange 7 Sekunden und der Weg dorthin ist etwas umständlich.

Innovative Features vs. Schwächen bei Verkehrs- und Karteninfos – das ist Scout

Mit Scout GPS Navigation, Maps & Traffic hat Telenav eine sehr ordentliche Navigationsapp abgeliefert, die mit einer hervorragenden Routenführung und dem innovativen Freifahrmodus glänzen. Allerdings hapert es in Sachen Usability, dauert es doch an manchen Ecken und Enden etwas zu lange oder kann man nur eine Länderkarte offline nutzen. Abhilfe schafft das Komplett-Upgrade für verkraftbare 20€.


Apple Karten

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Apple Karten gehört zu einer der vielen vorinstallierten Apps auf iOS-Geräten und soll dem Apfel-User in gewohnt stylischer Manier die Orientierung erleichtern. Die 3D-Ansicht von Innenstädten ist ungeschlagen und verblüfft immer wieder aufs Neue. Wer sich innerhalb einer Stadt zu Fuß orientieren will, wird wohl kaum getreuere Abbildungen finden. Doch auch an die Autofahrer wurde natürlich gedacht – genau wie bei Google Maps sind Sprachnavigation, viele POIs und die komplette Weltkarte mit an Bord.

Wie man es von dem Unternehmen aus Cupertino gewohnt ist, ist die Handhabung von Kopf bis Fuß auf Usability eingestellt. Alles ist klar strukturiert und man bekommt mit wenigen Klicks und in kurzer Zeit den Fahrweg ausgespuckt. Liegen Staus oder Baustellen auf dem Weg fließen diese mit in die Routenberechnung ein und ermöglichen so die Umfahrung in weiser Voraussicht. Sehr gut gefallen hat uns die Implementierung von anderen Apps, die ebenfalls auf die Positionsdaten zugreifen können. Hier spielt Apple die Stärke des eigenen Betriebssystems voll aus und lässt alternativ auch myTaxi, uber oder Bus & Bahn Vorschläge für die Wegplanung machen.

Im direkten Duell zwischen den beiden Technologie-Giganten Apple und Google muss die Marke mit dem Apfel hier dennoch den Kürzeren ziehen. In unserem Test der Routenführung zeigte sich Apple Karten zu Fuß nicht sonderlich souverän und erkannte teilweise Fußwege nicht. Auch im Auto erfahren wir teilweise Ungenauigkeiten bei der Positionsbestimmung und die Anweisungen sind nicht immer eindeutig. Das wohl größte Manko, dass die App im Ausland fast funktionslos macht, ist die vollkommene Online-Nutzung. Es kann weder offline im Navigationsmodus gefahren werden, noch können Karten für die Offline-Nutzung abgespeichert werden.

Usability und Optik top, Genauigkeit und Onlinezwang flop – Karten von Apple

Das Kartenprogramm von Apple macht vieles richtig, schaufelt sich aber mit einigen Einschränkungen selbst das Grab. Würde man nur etwas Wert auf die Offline-Funktionen legen, könnte man sich als iPhone oder iPad Besitzer die Installation von anderen Navi-Apps sparen. 3D-Bild-Karten, eine flüssige und einfache Bedienung und zahlreiche Gratisfunktionen (Weltkarte, POIs, Sprachnavigation, Verkehrsinfos) sprechen für Apple Karten – zeitweilige Ungenauigkeiten und der Online-Zwang nicht.


CoPilot

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Auf meinem ersten Smartphone war CoPilot eine der ersten Apps, die ich installiert habe. Eine kostenlose Offline-Navigation boten damals nur sehr wenige Anbieter und da die Internet-Flat noch nicht mit so hohem Datenvolumen wie heute bestückt war, hatte man hier die perfekte Alternative zu Google Maps. Seitdem hat sich einiges getan – gute Nachricht zuerst: kostenlos und offline funktioniert noch immer das meiste. Gleich zu Beginn kann man sich die freie D-A-CHKarte mit über 6600 POIs herunterladen, um so bspw. im Skiurlaub in Österreich sicher ans nächste Ziel geführt zu werden.

Einen riesigen Pluspunkt, den keine andere Software liefern kann, ist die Eingabe von Wegpunkten, so dass man richtige Routen planen kann. Dieses Feature ist sonst nur den kostenpflichtigen Alternativen vorbehalten. Das macht sich gut in Zusammenhang mit den erweiterten Bewegungseinstellungen, denn als bevorzugtes Fortbewegungsmittel kann man auch das Motorrad oder den Campingwagen wählen. In die Planung kann man dann auch gleich den Benzinkostenrechner mit einbeziehen. Wer zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs ist, braucht diesen natürlich nicht, kann sich mit CoPilot aber dennoch spezifisch navigieren lassen.

Doch nicht alles hat sich ins Positive gewendet. Erstes Problem: trotz eines aktuellen iPhone 6 als Testgerät kam es zu falschen Darstellungen von Zeichen, wie das Bild oben erkennen lässt. Statt Straßennamen sind nur Hieroglyphen zu lesen – das darf bei einer so starken Konkurrenz nicht geschehen. Vor allem nicht, wenn Sprachnavigation und Verkehrsinfos nur gegen einen saftigen Aufpreis von 24€ zu haben sind, die andere Anbieter ohne finanzielle Gegenleistung anbieten. Darüber hinaus kann man weitere Karten nur dann herunterladen, wenn man dieses Paket erworben hat – neue Länder kosten dann auch jeweils einige Euro. Ebenfalls ärgerlich: die Eingabe des Ziels dauert mit 9 Klicks ziemlich lange und die Karte kann nicht gedreht werden.

Gelungene Routenplanung, viele Fehler und teure In-App Käufe bei CoPilot

So sehr CoPilot früher mit innovativen Ansätzen überzeugen konnte, muss man heute hinnehmen, dass die Konkurrenz in hohem Tempo vorbei zieht. Das betrifft vor allem die Preispolitik – viele gute Apps bieten mittlerweile ein weltweites Kartennetz kostenlos an, wohingegen hier nur eine begrenzte Region nutzbar ist, nicht mal online kann man außerhalb dieser geleitet werden. Einziges Alleinstellungsmerkmal ist die Routenplanung, die leider aber auch nicht immer ansatzlos funktioniert.


Waze

waze

Der Anbieter Waze verfolgt einen anderen Ansatz und ist sozusagen das Twitter unter den Navigations– und Verkehrs-Apps. Die Informationen über Staus, gesperrte Straßen, Blitzer oder Baustellen stammen nämlich aus einer aktiven Community, die mittels der Karte kommunizieren kann und Live-Daten austauscht. So ist es möglich farblich unterschiedlich markierte Straßen besser zu umfahren oder mit einem Ausrufezeichen versehene Baustellen zu meiden. Auch die Benzinpreise in der Umgebung können direkt über die Suchfunktion abgefragt werden.

Der Gemeinschaftsgedanke wird groß geschrieben – wer hilft die Karte zu up-to-date zu halten, sammelt Punkte und kann so im Rang aufsteigen. Man kann auch einzelne Wazer, die mit verschiedenen an Emoticons erinnernden Sprechblasen gekennzeichnet sind, anwählen und per Map-Chat nach Infos fragen. Schaut man sich mal die Namen der Nutzer an, so scheinen viele Taxifahrer diesen Service zu nutzen, um sich gegenseitig vor Zeitverschwendungen zu warnen. Gut für den Normal-User, der so von aktuellen Verkehrsinfos profitieren kann. Was uns bei der Routenkalkulation sehr gut gefallen hat, war eine prozentuale Anzeige an welchem Punkt der Strecke man mit höherem Verkehrsaufkommen rechnen musste.

In der Theorie klingt das alles sehr praktisch, allerdings hapert es bei der Umsetzung hier und da. Schon der erste Eindruck ist viel zu überladen – umherfahrende Wazer, aufploppende Ausrufezeichen und viele kleine Hinweise. Da weiß man nicht, worauf man zuerst achten soll und ist etwas überfordert von der Comic-Optik. Ein unerfreuliches Problem ist die nicht besonders gut ausgereifte Technik. Zoomt man weit aus der Karte heraus, um sich einen Überblick von der Route zu machen, passiert es häufig, dass scheinbar der Cache überläuft, die App abbricht und den Nutzer auf eine zufällig herangezoomte Position auf der Karte verfrachtet. Auch die Benzinpreise sind leider kaum aktuell, da sich wenige User die Mühe machen all die Preise für Super, Diesel und Co. von Hand einzutippen. Wenige POIs, die nicht vorhandene Offline-Nutzung und die Beschränkung auf das Auto als Fortbewegungsmittel stehen ebenfalls auf der Kontra-Liste.

Community basierte Kartenapp mit Vorteilen in der Stadt – Waze

Heutzutage ist man es ja gar nicht mehr gewöhnt sich tiefgreifend mit einem Programm auseinander zu setzen, dass nicht sofort alle Infos fein säuberlich aufbereitet. Das könnte bei Waze im ersten Moment zum Verhängnis werden, denn man braucht erstmal etwas Zeit, um die Karte lesen zu lernen. Hat man diese Eingewöhnungsphase hinter sich gebracht, kann man sich von den zahlreichen Verkehrsinfos aus der Community leiten lassen. Ihre Stärken spielt die App dann vor allem dort aus, wo viele Nutzer an der Karte mitarbeiten – in der Stadt.


Routenführung und Streckenberechnung im Test

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Um die Routenführung der 7 Kandidaten zu testen, haben wir eine Versuchsanordnung mit vier unterschiedlichen Strecken aufgestellt. Zwei Routen sollten klassischer Weise mit dem Auto zurückgelegt werden, davon gab es eine lange nach Mailand und eine kürzere nach Hamburg. Darüber hinaus haben wir untersucht, ob die Apps auch zuverlässig Wege für Radfahrer und Fußgänger finden können. Da man das Smartphone ja meist eh in der Tasche hat, ist es natürlich von Vorteil, wenn man sich damit gleich in einer fremden oder der eigenen Stadt orientieren kann.

Here MapsGoogle MapsSygicScoutApple KartenCoPilotWaze

Auto

Berlin – Mailand

10:23 h

1029 km

09:49 h

1034 km

11:07 h

1143 km

09:24 h

1051 km

09:40 h

1040 km

/

10:17 h

1151 km

Auto

Berlin – Hamburg

03:07 h

285 km

03:01 h

285 km

03:05 h

284 km

02:46 h

284 km

02:56 h

285 km

03:00 h

283 km

02:58 h

291 km

Fahrrad

innerhalb Berlins

/ (zu Fuß)

3,9 km

00:17 h

4,5 km

/ (mit Auto)

5,0 km

00:15 h

4,5 km

/ (zu Fuß)

4,1 km

00:16 h

4,1 km

/ (mit Auto)

5 km

zu Fuß

innerhalb Berlins

Weg erkannt

200 m

Weg erkannt

180 m

Weg nicht erkannt

600 m

Weg erkannt

200 m

Weg nicht erkannt

600 m

Weg erkannt

200 m

/
Zur AppZur AppZur AppZur AppZur AppZur AppZur App

Routenführung

Hat eine Anwendung einen schnellen und direkten Weg ohne große Umwege gefunden, haben wir dieses Ergebnis in der Tabelle grün markiert. War die Routenführung im Vergleich zu den anderen Apps nicht zufriedenstellend, da sie deutlich länger dauerte und einen Umweg in Kauf nahm, haben wir sie rot markiert. Die zu Fuß zurückgelegte Strecke war dabei von besonderem Interesse – hier haben wir einen Wegpunkt in unmittelbarer Nähe zu unserem Büro gesetzt. Dieser ist dank einer Unterführung direkt via Fußgängerweg zu erreichen. In manchen Applikationen war dieser Weg hinterlegt, manch andere konnten diesen nicht finden.

routenfuehrung-navi-apps2

Als zuverlässigste Wegfinder haben sich Google Maps und Scout herausgestellt, die für alle 4 Strecken per Auto, Fahrrad oder zu Fuß die zeitsparendsten Verbindungen gefunden haben. Auch Here Maps zeigt sich bei diesem Test von der guten Seite und kann nur keine expliziten Fahrradwege zur Verfügung stellen, da diese noch nicht im Kartenmaterial vermerkt sind. Allerdings wurde auch hier eine sehr direkte Verbindung gefunden, die sicherlich auch per Rad zu bewältigen ist. Der CoPilot kann ebenfalls für alle drei Fortbewegungsmöglichkeiten verlässlich die richtigen Wege finden, muss jedoch mit der Einschränkung leben, dass Kartenmaterial außerhalb Deutschlands nicht zur Verfügung steht. Apple Karten hat unseren Fußgänger-Test nicht bestanden. Sygic und Waze liefern keine befriedigenden Ergebnisse.

Streckenberechnung

Nach der Fahrt ist vor der Fahrt – wenn die Routenführung einen sicher ans Ziel gebracht hat, dann steht dem Ganzen jedoch die Eingabe des Ziels voraus. Hier lässt sich die Bedienfreundlichkeit der einzelnen Apps gut untersuchen. Um an dieser Stelle zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen, haben wir uns eine kleine Testreihe ausgedacht, die folgenden zwei Fragen nachgeht: Wie lange dauert die Routenberechnung? Wie viele Eingaben benötigt man bis zum Fahrtantritt? Als Zielort haben wir dafür den Fischmarkt Hamburg gewählt, losgehen sollte es vom momentanen Standpunkt. Nun haben wir gezählt, wie viele Eingaben (Tippen auf den Bildschirm, gesamte Eingaben über die Tastatur oder Text-To-Speech) man benötigt, bis man startklar im Navigationsmodus gelandet ist. Währenddessen haben wir die Stoppuhr in die Hand genommen und die Zeit der Routenberechnung gemessen.

streckenberechnung

Im Durchschnitt benötigen die Apps 5 bis 9 Eingaben bis man im Navigationsmodus gelandet ist. Google, Sygic und Apple bestechen hier mit ihrer Benutzerfreundlichkeit, vor allem weil die zwei großen Technologiekonzerne auch noch mit sehr kurzen Suchzeiten für die Streckenberechnung überzeugen können. Genauso wie Sygic benötigt man hier nur 5 Klicks bis man im Navimodus ist. Unser Testsieger Here liegt mit 7 Eingaben genau eine über Waze und damit im Mittelfeld, findet aber ebenfalls sehr schnell Routen und einige Alternativen. Negativ fallen in dieser Testreihe mit 9 Klicks nur Scout und CoPilot auf, die in Sachen Usability noch einiges nachzuholen haben.


Fazit – die beste Navi App ist Here Maps

Es war eine haarscharfe Entscheidung im Kampf um die beste kostenlose Navi App, am Ende konnte uns jedoch Here Maps von Nokia am meisten überzeugen. Seit weniger als einem Jahr für die drei größten Plattformen iOS, Android und Windows Phone auf dem Markt und schon kann man die starken Konkurrenten der Betriebssysteme Google Maps oder Apple Karten in die Schranken weisen. Nokia kann hier auf langjährige Erfahrung mit dem eigenen OS zurückgreifen und bietet diesen Service nun auch kostenlos für iPhones oder Samsung, HTC und Sony Smartphones an. Glänzen kann der finnische Entwickler mit seiner Anwendung vor allem in Sachen Funktionsumfang – es gibt Kartenmaterial für die komplette Welt, das offline speicherbar ist und auch offline für die Navigation dank GPS genutzt werden kann. Sprachnavigation, Live-Verkehrsinfos (via mobilem Internet) und umfangreiche POIs vervollständigen das Bild. Die Routenführung funktioniert sehr gut, auch wenn wir uns für die Zukunft mehr Unterstützung für Radfahrer wünschen.

Der größte Widersacher ist sicherlich Google Maps, das wahrscheinlich jeder Smartphone-Besitzer schon einmal genutzt hat. Online führt wohl kein Weg an dieser Applikation vorbei – mit intelligenten Erweiterungen für die Stauumfahrung während der Navigation, einer enormen Anzahl an Points of Interests mitsamt Zusatzinfos und hinterlegten Fahrradwegen sprechen 3 Argumente stark für Google. Allerdings gibt es einen großen Minuspunkt, der Urlaubern Probleme bereiten könnte. Hat man keine Datenflat für das Ausland, wird es mit der Navigation leider nichts, denn diese ist nur online möglich.

Hinter diesen beiden Entwicklern hat sich in unserem Testfeld mit etwas Abstand ein Dreikampf entwickelt, zwischen den Apps Sygic, Scout und Apple Karten, die alle ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Sygic erinnert optisch und von Funktionsumfang stark an ein vollwertiges Navigationsgerät, leider fehlen in der kostenlosen Version aber Verkehrsinfos. Scout (ehemals skrobbler) kann mit einer hervorragenden Routenführung aufwarten, aber ermöglicht nur die Nutzung von einer Karte im Offline-Modus. Apple Karten ähnelt Google Maps in vielerlei Hinsicht, muss aber Abstriche bei der Routenführung hinnehmen. Zum Glück sind all diese Apps kostenlos, so dass man sie selbst ausgiebig testen und ggf. einen eigenen Favoriten küren kann.

Für zwei Anwendungen können wir keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Da wäre zunächst CoPilot – mit nur einer nutzbaren Karte, keiner Sprachnavigation und keinen Verkehrsinfos in der kostenlosen Version ist die Anwendung mittlerweile zu eingeschränkt. Waze geht mit seinem spannenden Community-Ansatz einen anderen Weg als die Konkurrenten, was in der Stadt dank vieler Nutzer positiv durch die vielen aktuellen Verkehrsinformationen ist. Dennoch scheint die Technik nicht ganz ausgereift zu sein und die überladene Comic-Optik ist sicherlich auch Geschmackssache.


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