Urlaub in Coronazeiten » Reisewarnungen und Reisehinweise bestimmen das Urlaubsziel 🌮

+++ Seit dem 1. August gilt eine neue Einreiseverordnung: Wer aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss einen negativen Test vorweisen können. Wer bereits vollstĂ€ndig geimpft oder genesen ist, ist von dieser Testpflicht ausgeschlossen. Kommt ihr außerdem aus einem Hochrisiko- bzw. Virusvariantengebiet, mĂŒsst ihr je nach Region eine QuarantĂ€ne von bis zu 14 Tagen einplanen.

Ab dem 23. August gilt die 3G-Regel in Deutschland. Der Besuch von bestimmten Einrichtungen sowie die Wahrnehmung von Freizeitangeboten ist nur noch Genesenen, Geimpften oder negativ Getesteten gestattet. Darunter zĂ€hlen u.a. KrankenhĂ€user, Pflegeheime, SchwimmbĂ€der, Fitness- und Friseurstudios oder der Innenbereich von GaststĂ€tten. Die bisher kostenlosen BĂŒrgertests werden ab dem 11. Oktober kostenpflichtig. +++

Auch der Urlaub 2021 steht ganz im Zeichen der Pandemie: Urlauber mĂŒssen weiterhin mit (teilweise erheblichen) EinschrĂ€nkungen in ihrer Zielregion rechnen. Strenge Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln und der Mund-Nasen-Schutz bleiben treue Begleiter auf Reisen. In unserem Ratgeber wollen wir euch darĂŒber informieren, wohin die Reise gehen kann, welche Reisehinweise es zu beachten gibt und welche LĂ€nder lieber noch zu meiden sind. Außerdem widmen wir uns den wichtigsten Fragen rund um die Themen Reisen in Risikogebiete, Auslandsreiseversicherung, Stornierung, QuarantĂ€ne und mehr.


Reisen mit Corona ⇓ | Gut informiert in den Urlaub ⇓ | Reisen innerhalb Deutschlands ⇓ | Reisen innerhalb Europas ⇓ | Reisen außerhalb Europas ⇓ | QuarantĂ€ne, Versicherung, Stornierung – FAQ ⇓


Reisen und Corona » Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Seit dem 01. August 2021 gilt eine neue Einreiseverordnung
  • Verpflichtender COVID-19-Test fĂŒr ReiserĂŒckkehrer aus dem Ausland
  • Geimpfte und Genesene von Testpflicht ausgeschlossen
  • QuarantĂ€ne-Pflicht fĂŒr RĂŒckkehrer aus Hochrisiko- und Virusvariantengebieten
  • 3G-Regel fĂŒr Einrichtungen und Freizeitangebote ab 23. August: Genesen, Geimpft oder Getestet

Reisen in Zeiten der Pandemie – Neue Einreiseverordnung ab 01. August 2021

Der letzte Sommer war geprĂ€gt von einer weltweiten Reisewarnung, Urlaube im Ausland waren bis zum Aufheben dieser Warnung am 1. Oktober nicht denkbar. In diesem Jahr beschĂ€ftigt uns die Pandemie weiterhin. Zwar hat sich die Situation durch die ersten weltweit stattfindenden Impfungen bereits geĂ€ndert, das Virus bleibt aber nach wie vor eine Gefahr. Nicht zuletzt weil es sich weiterentwickelt und Varianten entstehen, die die Ansteckungsgefahr auch bei Geimpften oder Genesenen stark erhöhen. Die Reiselust ist mit den Lockerungen in diesem Sommer aber wieder stark gestiegen. Da der leichte aber stetige Anstieg der Inzidenzwerte jedoch scheinbar auf ReiserĂŒckkehrer zurĂŒckzufĂŒhren ist, hat die Bundesregierung eine neue Einreiseverordnung beschlossen, die am 01. August 2021 in Kraft getreten ist: „Wer nach Deutschland einreist und das 12. Lebensjahr vollendet hat, muss einen negativen Test vorweisen können.“ Wer allerdings bereits vollstĂ€ndig geimpft oder genesen ist, muss dieser Pflicht nicht nachkommen.

Bild: Bundesregierung

Infektionszahlen entscheiden

Weiterhin informiert das AuswĂ€rtige Amt ĂŒber Covid-19-bedingte Reisewarnungen und Teilreisewarnungen. Auf der Liste der LĂ€nder befinden sich beliebte Reiseziele wie Spanien oder Portugal. Diese LĂ€nder sind erneut stark betroffen von COVID-19 und gelten daher als Hochrisikogebiete. Wer aus diesen Gebieten und auch Virusvariantengebieten zurĂŒckkehrt, muss mit einer QuarantĂ€ne von bis zu 14 Tagen rechnen, mindestens aber mit einer Testpflicht.

Als Hochriskogebiete gelten Gebiete mit besonders hohen Fallzahlen. Entscheidend ist dabei eine 7-Tagesinzidenz, die deutlich bei ĂŒber 100 liegt. Virusvariantengebiete hingegen sind solche, in denen eine bestimmte, in Deutschland noch nicht verbreitete Variante des Coronavirus „mit besorgniserregenden Eigenschaften“ auftritt. Außerdem gilt fĂŒr Reisende aus einem Hochrisko- oder Virusvariantengebiet die Pflicht, sich vor der Ankunft in Deutschland auf www.einreiseanmeldung.de zu registrieren und den Nachweis ĂŒber die Anmeldung bei Einreise mit sich fĂŒhren.


Gut informiert in den Urlaub

Bundesminister Heiko Maas appellierte bereits im letzten Sommer an die BĂŒrger und betonte, dass es „auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen“ ankomme. „Jeder kann dazu beitragen, mit unserer wiedergewonnen Freiheit verantwortungsvoll umzugehen“, so Maas. Und genau das sollte auch ein Jahr spĂ€ter jeder Reisende bei seiner Urlaubsplanung beherzigen. Die Verbreitung verschiedener Virusvarianten und der hohe Anstieg der Fallzahlen fĂŒhren in einigen LĂ€ndern weiterhin zu besonderen EinschrĂ€nkungen und Regelungen. Spanien gilt mit als beliebtestes Reiseziel der Deutschen, doch wer seinen Urlaub dorthin plant, muss vor der Einreise ein elektronisches Einreiseformular ausfĂŒllen und erhĂ€lt einen persönlichen QR-Code. Bei der Ankunft kann es dann zu einem Corona-Test kommen, der ĂŒber den weiteren Urlaubsverlauf entscheidet. Das Land ist derzeit inklusive der Balearen und Kanaren als Hochrisikogebiet eingestuft, weshalb aktuell eine Reisewarnung gilt. Bei RĂŒckkehr aus Spanien muss bei der Einreise ein negatives Testergebnis vorliegen (ausgenommen: vollstĂ€ndig Geimpfte und Genesene).

Das AuswĂ€rtige Amt stellt auf seiner Internetseite unter der Kategorie Sicher Reisen regelmĂ€ĂŸig aktualisierte Reisehinweise zu den einzelnen LĂ€ndern bereit und informiert außerdem ĂŒber anhaltende Reisewarnungen und neue Risikogebiete. Diese Informationen werden auch in einer eigens entwickelten App bereitgestellt, fĂŒr die es u.a. auch Push-Mitteilungen fĂŒr die Zielregion gibt. Um bestens ĂŒber die Corona-Schutz-Maßnahmen und Regelungen am Reiseziel informiert zu sein, empfehlen wir zudem die offizielle Seite der EU-Kommission, RE-Open EU, die am 15. Juni 2020 in Betrieb genommen wurde und auf der jegliche Informationen auf nationaler Ebene, wie z.B. Einreise- und Durchreisebestimmungen, Hygienemaßnahmen und Informationen zum öffentlichen Leben, zusammengefasst zu finden sind. Auf welche Maßnahmen zur BekĂ€mpfung des Corona-Virus Urlauber sich bei Reisen in Deutschland einstellen mĂŒssen, darĂŒber informiert das Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes. Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt deutschen Staatsangehörigen bei Reisen ins Ausland, sich, unabhĂ€ngig von der Zielregion und der Aufenthaltsdauer, in die Krisenvorsorgeliste Elefand einzutragen.

Wohin kann die Reise nun gehen?

Einfach am Globus drehen und den Zufall entscheiden lassen, wo die nĂ€chste Reise hingeht, ist auch in diesem Jahr nur bedingt möglich. Die gute Nachricht aber vorab: Niemand muss auf Urlaub verzichten. Eine Reisewarnung, wie sie seit 01. Oktober 2020 differenziert und unterschiedlich fĂŒr verschiedene LĂ€nder besteht, ist per se kein Reiseverbot. Dennoch sollte man beachten, dass eine Reise zum Beispiel in ein ein vom AuswĂ€rtigen Amt ausgeschriebenes Hochrisikogebiet fĂŒr Nicht-Geimpfte zum Beispiel eine QuarantĂ€ne zur Folge hat, die demnach mit eingeplant werden sollte. Im Folgenden findet ihr nun die wichtigsten Informationen rund um Einreisebestimmungen und EinschrĂ€nkungen fĂŒr Deutschland sowie die beliebtesten Reiseziele innerhalb und außerhalb Europas.


Reisen innerhalb Deutschlands – nicht ohne Maske

Ob Freunde und Familie besuchen oder die schönsten Ecken der Republik erkunden – aufgrund der anhaltenden Pandemie bevorzugen viele Deutsche noch immer, ihren Urlaub im eigenen Land zu verbringen, daher steht eines fest: An deutschen Urlaubsorten kann es in auch 2021 besonders eng werden. In allen BundeslĂ€ndern dĂŒrfen UnterkĂŒnfte und gastronomische Einrichtungen wieder GĂ€ste empfangen, doch auch hier gelten je nach Region unterschiedliche Regelungen, z.B. in Bezug auf eine Testpflicht fĂŒr den Innen- und Außenbereich der Gastronomie oder fĂŒr Übernachtungen in Hotels und Pensionen. WĂ€hrend in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pflaz beispielsweise fĂŒr die Übernachtung in einem Hotel ein negativer Testnachweis verlangt wird, können sich Urlauber in Bremen oder ThĂŒringen uneingeschrĂ€nkt in Hotels und UnterkĂŒnften niederlassen.

Bild: cromaconceptovisual/pixabay

Wichtig ist deshalb beim Reisen innerhalb Deutschlands: Es gelten die Regelungen der einzelnen BundeslĂ€nder. Außerdem sind bundesweit Abstand- und Hygieneregeln einzuhalten. Eine Maskenpflicht besteht bundesweit nach wie vor im Nahverkehr sowie im Einzelhandel und auf belebten PlĂ€tzen, wo das Einhalten des Mindestabstands nicht gewĂ€hrleistet ist. Wer sich nicht daran hĂ€lt, muss, abhĂ€ngig vom Bundesland, mit einer erhöhten Geldstrafe rechnen. Diese kann mindestens 50 Euro betragen und bei wiederholtem Vergehen bis zu 500 Euro. Zudem sollten im gesamten öffentlichen Leben die KontaktbeschrĂ€nkungen möglichst eingehalten werden. Detaillierte Informationen findet ihr im Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes.

Bei einer Inzidenz unter 100 greifen die Regelungen, die die BundeslĂ€nder in ihren jeweiligen Coronavirus-Schutzverordnungen festgelegt haben. Je nach Inzidenz und je nach Bundesland können die Regelungen daher variieren. Bevor Sie reisen – aus welchem Grund auch immer – informieren Sie sich bei dem jeweiligen Bundesland, unter welchen Bedingungen Reisen möglich ist, welche Nachweis- und Testpflichten bestehen.


Reisen innerhalb Europas

Einen Tapetenwechsel, das wĂŒnschen wir uns wahrscheinlich alle. Andere LĂ€nder bereisen, in neue Kulturen eintauchen, kulinarische Highlights erleben. Deutschland hat unzĂ€hlige schöne Ecken, doch der SĂŒdseeflair am tĂŒrkisblauen Meer ist hier nur schwer zu finden. Worauf mĂŒssen sich Urlauber aus Deutschland aktuell einstellen, wenn die Reise ĂŒber die Landesgrenze gehen soll?

Im Mai dieses Jahres einigten sich die Botschafter der EU-Mitgliedsstaaten auf neue Einreisebestimmungen und lockerten die BeschrĂ€nkungen fĂŒr nicht unbedingt notwendige Reisen in die EU. Dennoch sind die Fallzahlen in einigen LĂ€ndern noch besonders hoch und schwanken extrem dynamisch, in anderen LĂ€ndern wiederum verbreiten sich Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2, die mit „besorgniserregenden Eigenschaften“ auftreten. Dies fĂŒhrt dazu, dass Urlauber weiterhin die Reisehinweise des AuswĂ€rtigen Amtes im Blick haben und sich stets ĂŒber die aktuellen Hochrisiko- und Virusvariantengebiete informieren sollten. Zwar stellt all das kein Reiseverbot per se dar, doch wer sich trotz aller Empfehlungen in den Urlaub begeben möchte, der sollte die Sicherheits- und Reisehinweise besonders im Auge behalten, damit es auch vor Ort nicht zu unerwarteten Überraschungen kommt.

Die EU-Kommission hat mit RE-Open EU eine Plattform in Betrieb genommen, die „Echtzeit-Informationen ĂŒber Grenzregelungen, Verkehrsmittel, ReisebeschrĂ€nkungen, Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit (Abstandsregeln, Gesichtsmasken usw.) sowie weitere praktische Tipps fĂŒr Reisende zur VerfĂŒgung [
] stellt“. Damit hat jeder die Möglichkeit, nach seinem Ermessen zu entscheiden, welche EinschrĂ€nken es wert sind, den Urlaub im Wunschland zu verbringen.

Was vorab bei der Urlaubsplanung bedacht werden sollte

  • EingeschrĂ€nkte KapazitĂ€ten in Restaurants, Hotels, Museen, an StrĂ€nden usw. erfordern meist eine vorherige Reservierung.
  • VerschĂ€rfte Maskenpflicht an Touristen-Hotspots, auch im Freien.
  • (Stichprobenartige) Temperaturkontrollen bei der Einreise oder in öffentlichen Einrichtungen können bei Überschreitung des Grenzwertes zu einem unerwĂŒnschten Urlaubsverlauf fĂŒhren.
  • Einreise stellenweise nur mit vorheriger Online-Registrierung möglich oder mit negativem Test bzw. mit Impfnachweis
  • Bei VerstĂ¶ĂŸen gegen die Hygienemaßnahmen kann es zu erhöhten Bußgeldstrafen kommen.
  • RĂŒckholaktionen fĂŒr deutsche Urlauber aus Risikogebieten, wie es sie beim erstmaligen Ausbruch des Virus im letzten Jahr gab, wird es kein zweites Mal geben.
  • Je nach Infektionsverlauf kann es jederzeit zu einer erneuten Reisewarnung kommen.
  • RegelmĂ€ĂŸig beim AuswĂ€rtigen AmtÂ ĂŒber die aktuelle Lage informieren (ggf. App Sicher Reisen installieren und Push-Mitteilungen fĂŒr das Zielland aktivieren).
  • seit 01. August 2021 gilt: Einreise aus dem Ausland nur mit negativem Test (ausgenommen: Kinder bis 12 Jahren, vollstĂ€ndig Geimpfte und Genesene)
  • QuarantĂ€nepflicht fĂŒr alle ReiserĂŒckkehrer aus einem Virusvariantengebiet (keine Ausnahmen)

Im Folgenden haben wir ein paar der beliebtesten Reiseziele der Deutschen fĂŒr euch aufgelistet und EinschrĂ€nkungen, Maßnahmen sowie Besonderheiten der einzelnen LĂ€nder im Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus fĂŒr euch zusammengefasst. Generell ist es ratsam, sich regelmĂ€ĂŸig vor der Abreise zu informieren, denn die weltweit dynamische Entwicklung der Corona-Pandemie kann immer wieder zu Neuerungen bei Einreisebestimmungen und regionalen Besonderheiten fĂŒhren. Mehr Informationen erhaltet ihr beim AuswĂ€rtigen Amt sowie auf der Plattform der EU-Kommission.

+++ WICHTIG: FĂŒr alle LĂ€nder gilt bei RĂŒckkehr nach Deutschland die neueEinreiseverordnung. Kinder ab 12 Jahren, Nicht-Geimpfte oder Nicht-Genesene mĂŒssen einen negativen Test bei der Einreise vorweisen können. RĂŒckkehrer aus Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten mĂŒssen sich vor der Einreise anmelden und mit einer QuarantĂ€ne von bis zu 14 Tagen rechnen. Die Verordnung gilt fĂŒr alle Reisenden, die mit dem Flugzeug einreisen oder ĂŒber den See- oder Landweg nach Deutschland zurĂŒckkehren. +++

LandEinreisebestimmungen aus DeutschlandTestpflicht bzw. Impfnachweis bei EinreiseHochrisiko- oder Virusvariantengebiet
FrankreichKeine besonderen Bestimmungen neinnein
Griechenland Vor Einreise: Online-AnmeldungÂ ĂŒber Passenger Locator Form –> Generierung eines QR-Codes (kommt am Tag der Einreise automatisiert um 0:10 Uhr), der bei Einreise vorzuweisen ist janein
ItalienAnmeldung der Einreise ĂŒber Online-Formular neinnein
MaltaAnmeldung der Einreise ĂŒber Online-Formular janein
 NiederlandeFlugreisende mĂŒssen ein Gesundheitsformular ausfĂŒllen und mitfĂŒhren neinHochrisikogebiet
PortugalAnmeldung der Einreise ĂŒber Online-Formular jaHochrisikogebiet
Spanien (inkl. Balearen & Kanaren) Vor Einreise: Online-Registrierung beim Spain-Travel-Health-Portal neinHochrisikogebiet
ZypernOnline-Registrierung vor Einreise nötig, um Cyprus Flight Pass zu erhalten ja (Nordteil Zyperns)Hochrisikogebiet
 ÖsterreichBei Nicht-Erbringung eines Impf- oder Testnachweises, ist eine elektronische Registrierung vor Einreise nötig ja (bei Nicht-ErfĂŒllung ist ein Nachweis spĂ€t. 24h nach Einreise nachzureichen)nein

Reisen außerhalb Europas – Reisewarnung ist kein Reiseverbot

Die weltweite pauschale Reisewarnung fĂŒr LĂ€nder außerhalb der EU galt nach einer VerlĂ€ngerung bis zum 30. September. Seit dem 01. Oktober gibt es vom AuswĂ€rtigen Amt nur noch differenzierte Reisehinweise und Reisewarnungen fĂŒr alle LĂ€nder, abhĂ€ngig vom Infektionsgeschehen vor Ort. Eine Reisewarnung ist allerdings kein Reiseverbot und sofern eine Möglichkeit besteht, in eines der LĂ€nder einzureisen, ob per Flugzeug oder mit dem Auto, kann das auch jeder tun. Allerdings sollte man hier mit (stellenweise erheblichen) EinschrĂ€nkungen rechnen, sowohl bei der Einreise, beim Aufenthalt und vor allem bei der RĂŒckreise.

Wichtig bei der Urlaubsplanung

  • RegelmĂ€ĂŸig beim AuswĂ€rtigen Amt ĂŒber die aktuelle Lage informieren (ggf. App Sicher Reisen installieren und Push-Mitteilungen fĂŒr das Zielland aktivieren)
  • seit 01. August 2021 gilt: Einreise aus dem Ausland nur mit negativem Test (ausgenommen: Kinder bis 12 Jahren, vollstĂ€ndig Geimpfte und Genesene)
  • QuarantĂ€nepflicht fĂŒr alle ReiserĂŒckkehrer aus einem Virusvariantengebiet (keine Ausnahmen)

+++ WICHTIG: FĂŒr alle LĂ€nder gilt bei RĂŒckkehr nach Deutschland die neue Einreiseverordnung. Kinder ab 12 Jahren, Nicht-Geimpfte oder Nicht-Genesene mĂŒssen einen negativen Test bei der Einreise vorweisen können. RĂŒckkehrer aus Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten mĂŒssen sich vor der Einreise anmelden und mit einer QuarantĂ€ne von bis zu 14 Tagen rechnen. Die Verordnung gilt fĂŒr alle Reisenden, die mit dem Flugzeug einreisen oder ĂŒber den See- oder Landweg nach Deutschland zurĂŒckkehren. +++

LandEinreisebestimmungen aus DeutschlandTestpflicht bzw. Impfnachweis bei EinreiseHochrisiko- oder Virusvariantengebiet
Ägypten

 

verstĂ€rkte Einreisekontrollen mit Temperaturmessungen & GesundheitsprĂŒfungen; Gesundheitskarte ist bei Ankunft auszufĂŒllenjaHochrisikogebiet
BrasilienAbgabe einer GesundheitserklÀrung beim Check-InjaVirusvariantengebiet
Dominikanische Republik Vor Einreise: elektronisches Formula /“E-Ticket) muss ausgefĂŒllt werdenBei Einreise: stichprobenartige Gesundheitskontrollen nein nein
DubaiNachweis ĂŒber Auslandskrankenversicherung bei Einreiseja

(im Ausland verabreichte Impfungen werden in Dubai nicht anerkannt: negativer Test erforderlich)

nein
MaledivenAbgabe einer elektronischen EinreiseerklÀrung verpflichtend ja nein
TĂŒrkeiAusfĂŒllen eines elektronischen Formulars vor Einreise verpflichtend ja nein

FAQs – Was Urlauber bewegt

Im letzten Teil unseres Ratgebers haben wir uns allen wichtigen Fragen gewidmet, die Reisenden – basierend auf Recherchen und aus eigener Erfahrung – bei der Vorbereitung des Urlaubs in diesem Jahr besonders auf dem Herzen liegen. Denn Fakt ist, dass Reisen in diesem Jahr definitiv eins ist: anders! Wer aber gut informiert in die Planung geht, kann trotzdem eine schöne Urlaubszeit erleben und mit tollen Erinnerungen in der Tasche wieder nach Hause kommen.

Bild: Arek Socha, Pixabay

Die Antwort auf diese Frage ist stets abhĂ€ngig vom Infektionsgeschehen in der Zielregion und den damit verbundenen Einreisebestimmungen. Es empfiehlt sich, keine LĂ€nder zu bereisen, fĂŒr die aktuell noch eine COVID-19-bedingte Reiswarnung gilt, auch wenn es theoretisch möglich ist. Das AuswĂ€rtige Amt stellt tagesaktuelle Informationen zur Einreise und Situation im jeweiligen Land bereit und bietet somit die beste erste Anlaufstelle zur Reiseplanung. FĂŒr alle anderen LĂ€nder sollten stets die aktuellen Reisehinweise beachtet werden.

Das AuswĂ€rtige Amt spricht eine Reisewarnung aus, wenn davon auszugehen ist, dass fĂŒr Reisende in der Zielregion eine unmittelbare Gefahr, mit anderen Worten „eine konkrete Gefahr fĂŒr Leib und Leben“, besteht. Im Zuge der Pandemie hat das AuswĂ€rtige Amt am 17. MĂ€rz 2020 eine weltweite Reisewarnung fĂŒr alle nicht notwendigen, touristischen Reisen ausgesprochen. Diese wurde am 15. Juni 2020 fĂŒr insgesamt 31 europĂ€ische LĂ€nder aufgehoben und durch Reisehinweise ersetzt. Außerdem gelten seit dem 10. Oktober letzten Jahres differenzierte Reise- und Sicherheitshinweise fĂŒr alle LĂ€nder Welt. Die Hinweise enthalten jegliche Informationen der einzelnen LĂ€nder, wie z.B. Einreisebestimmungen, EinschrĂ€nkungen vor Ort, medizinische Hinweise, Zollvorschriften und vieles mehr. Reisende können so, besonders wĂ€hrend der Corona-Pandemie, informierte Entscheidungen bezĂŒglich ihrer Urlaubsplanung treffen. Welchen Status ein Land erhĂ€lt, spielt auch bei Stornierungen eine wichtige Rolle. Dazu unten mehr.

Als Hochrisikogebiete gelten jene Gebiete, in denen die Fallzahlen besonders hoch sind. Entscheidend ist dabei regelmĂ€ĂŸig eine 7-Tagesinzidenz von deutlich ĂŒber 100. Aber auch qualitative oder quantitative Kriterien spielen bei der Einstufung eine Rolle, wie z.B. die vor Ort vorhandene Ausbreitungsgeschwindigkeit, eine geringe Testrate oder die VerlĂ€sslichkeit der epidemiologischen Daten. Virusvariantengebiete kennzeichnen sich hingegen durch das Auftreten einer „in der Bundesrepublik Deutschland noch nicht verbreitete Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 mit besorgniserregenden Eigenschaften“.

Ob ein Land als Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet eingestuft wird, entscheidet das Robert Koch Institut (RKI) gemeinsam mit dem Bundesministerium fĂŒr Gesundheit, dem AuswĂ€rtigen Amt und dem Bundesministerium des Innern, fĂŒr Bau und Heimat. Entscheidend ist ein erhöhtes Risiko fĂŒr eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Wird ein Land als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet eingestuft, folgt fĂŒr dieses eine COVID-19-bedingte Reisewarnung vom AuswĂ€rtigen Amt.

Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Man kann trotz Appell des AuswĂ€rtigen Amtes in das Land einreisen. Allerdings sollte man dabei beachten, dass man vor Ort mit (stellenweise erheblichen) EinschrĂ€nkungen rechnen muss. Besonders in Risikogebieten besteht eine höhere Infektionsgefahr. Seit dem 01. August mĂŒssen außerdem alle Reisenden aus dem Ausland einen negativen Test bei der Einreise vorweisen können, sofern sie nicht jĂŒnger als 12 Jahre, vollstĂ€ndig geimpft oder genesen sind. Wird erst nach der Buchung (nach deutschem Recht) eine Reisewarnung fĂŒr das Land ausgesprochen, können Urlauber in der Regel kostenfrei stornieren. FĂŒr LĂ€nder, fĂŒr die lediglich Reisehinweise gelten, fĂ€llt der Anspruch auf eine kostenfreie Stornierung weg und es kommt auf den Einzelfall an.

Seit dem 01. August 2021 gilt eine neue Einreiseverordnung, die fĂŒr alle Nicht-Geimpften, Nicht-Genesenen und ĂŒber 12-jĂ€hrigen einen Nachweis eines negativen Testergebnisses bei Einreise nach Deutschland vorsieht. Des weiteren mĂŒssen Reisende aus Hochrisikogebieten ihre Einreise digital anmelden und sich bei Ankunft in Deutschland unverzĂŒglich in eine 5- bis 10-tĂ€gige QuarantĂ€ne begeben. Ausgenommen von dieser Pflicht sind vollstĂ€ndig geimpfte Personen. Wer aus einem Virusvariantengebiet in die Bundesrepublik einreist, muss sich ebenfalls vor der Einreise digital anmelden und sich nach Ankunft in eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne begeben. Von dieser Pflicht ist niemand ausgenommen. Die neue Verordnung gilt fĂŒr alle Arten des Reisens: Flug, Schiffs- und Straßenverkehr.

Neben den Reisehinweisen und EinreisebeschrĂ€nkungen, ĂŒber die man sich vor Abreise informieren sollte, empfiehlt es sich ebenfalls, sich bei Anreise per Flugzeug rechtzeitig ĂŒber den Flug und ĂŒber die genauen Bestimmungen der jeweiligen Airline zu informieren. Denn auch hier gilt: Jede Fluggesellschaft hat ihre eigenen Bestimmungen fĂŒr die Abfertigung der Passagiere sowie fĂŒr die Reise an Board. An den FlughĂ€fen besteht außerdem eine strikte Maskenpflicht im gesamten FlughafengebĂ€ude, Desinfektionsspender sind ebenfalls ĂŒberall zu finden. Auf den FlĂŒgen von und nach Deutschland besteht ebenfalls eine strikte Maskenpflicht ab 6 Jahren. Um die Wartezeit an der Sicherheitskontrolle zu verringern und das Boarding und Deboarding zu beschleunigen, schrĂ€nken einzelne Behörden und FlughĂ€fen aktuell die Mitnahme von HandgepĂ€ckstĂŒcken ein.

Viele Airlines haben im Zuge der Corona-Pandemie ihre Richtlinien bezĂŒglich Stornierung, Umbuchung und Erstattung geĂ€ndert. Je nach Kauf- und Abreisedatum des Tickets, ist eine kostenfreie Umbuchung möglich, außerdem können auf Wunsch auch Gutschriften bzw. Gutscheine ausgestellt werden. Wichtig ist, dass bei einer Umbuchung auf einen spĂ€teren Zeitpunkt die möglichen Tarifunterschiede zum neuen Flug zu beachten sind.

Informiert euch auf der Internetseite eurer Airline, ob und inwieweit eine gebĂŒhrenfreie Umbuchung möglich ist und welche Bestimmungen fĂŒr Stornierungen gelten. Die International Air Transport Association, kurz IATA, informiert außerdem ĂŒber die aktuellen landesspezifischen Einreisebestimmungen via Flugzeug, die COVID-19 Travel Regulations Map gibt einen ersten Überblick, ob sich eine derzeitige Buchung ĂŒberhaupt lohnt.

Kreuzfahrtreisen sind insgesamt wieder möglich, auch die Öffnung der Tourismusregionen in Deutschland ermöglicht immer mehr Schiffen das Ablegen von deutschen HĂ€fen. Zwar sind Schiffsreisen im Mittelmeer oder in der Nordsee wieder möglich sind, doch ob ein Hafen angesteuert wird, hĂ€ngt stark von der dynamischen Entwicklung der Pandemie ab. Auf den meisten Schiffen gilt eine Testpflicht als Voraussetzung fĂŒr eine Mitreise, andere Reedereien setzen wiederum auf eine vollstĂ€ndige Impfpflicht.

Stornieren kann man eine Reise natĂŒrlich immer, doch das ist meist mit hohen Storno-GebĂŒhren verbunden. Nicht aber, wenn „außergewöhnliche, unvermeidbare UmstĂ€nde“ vorliegen oder die Reise erheblich beeintrĂ€chtigt wird. Dies ist der Fall, wenn fĂŒr das Urlaubsziel weiterhin eine Reisewarnung besteht. Pauschalreisen können dann in der Regel kostenfrei storniert werden, so die Verbraucherzentrale. Allerdings ist die Rechtslage noch nicht eindeutig geklĂ€rt:

„Erste Urteile wie das vom Amtsgericht Frankfurt vom 11. August 2020 oder das vom Amtsgericht Köln vom 14. September 2020 nehmen an, dass die Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit einer erheblichen BeeintrĂ€chtigung zum Zeitpunkt der Stornierung nicht so hoch sein dĂŒrfen – wie es auch die Verbraucherzentralen vertreten. Vielmehr genĂŒge bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine gesundheitsgefĂ€hrdende Ausbreitung. Zwingende SchlĂŒsse fĂŒr andere Sachverhalte lassen sich daraus noch nicht ziehen. Wenn sich das durchsetzt, wĂŒrde das die Rechte der Verbraucher bei einer frĂŒhzeitigen Stornierung wegen der Corona-Pandemie aber stĂ€rken (siehe auch unten).“

Die Verbraucherzentrale informiert auch darĂŒber: „Wer das Geld nicht dringend braucht und aus SolidaritĂ€t mit dem Reiseveranstalter handeln möchte, kann den Gutschein akzeptieren, insbesondere wenn er einen höheren Wert hat (manche Anbieter wollen Sie als Kunden unbedingt behalten und bieten Gutscheine an, die einen höheren Wert haben, als den ursprĂŒngliche Reisepreis). Wurde die Reise vor dem 8. MĂ€rz 2020 gebucht und bietet der Veranstalter einen Gutschein an, so muss dieser insolvenzgesichert sein. Bei Buchungen nach dem 8. MĂ€rz 2020 gibt es in der Regel keinen insolvenzgesicherten Gutschein. Da die gesamte Reisebranche in großen finanzielle Schwierigkeiten ist, raten wir daher von der Annahme eines Gutscheins dringend ab, sofern dieser keine Insolvenzabsicherung hat.“

Auch Urlauber, die Reiseleistungen einzeln selbst gebucht haben, haben laut der Verbraucherzentrale aufgrund der Grenzschließungen die Chance auf eine RĂŒckerstattung, sofern nach deutschem Recht gebucht wurde. Denn ist die Unterkunft beispielsweise nicht erreichbar oder darf nicht fĂŒr touristische Zwecke genutzt werden, liegt in diesem Fall ein unvermeidbarer und außergewöhnlicher Umstand vor. Aber auch hier gibt es noch keine klar definierte Rechtslage. Deshalb ist wichtig, sich rechtzeitig zu informieren.

TatsĂ€chlich lohnt es sich nicht, eine solche Versicherung nur aufgrund der Corona-Pandemie abzuschließen. Denn die meisten Versicherungen schließen einen Schutz bei SchĂ€den und Erkrankungen infolge einer Pandemie aus. Versicherungen dieser Art treten meist nur ein, wenn man selbst krank wird oder durch bestimmte Ereignisse, wie z.B. der Tod eines Verwandten, die Reise nicht antreten kann. Informiert euch bei eurer Versicherung und lasst euch ggf. beraten.

Besonders bei Reisen in Nicht-EU-LĂ€nder macht eine Auslandskrankenversicherung Sinn. Allerdings werden von manchen Anbietern die Leistungen ausgeschlossen, wenn eine Reisewarnung fĂŒr die Zielregion vorliegt oder eine Pandemie. Erkrankt man wĂ€hrend des Urlaubs vor Ort an Corona, gibt es keinen Versicherungsschutz, der die Behandlungskosten abdeckt. Und diese können besonders im Ausland schnell in die Höhe schießen.


Fazit: Lohnt es sich dieses Jahr ĂŒberhaupt, in den Urlaub zu fahren?

Wir haben bereits letztes Jahr festgestellt, dass der Urlaub definitiv eins wird: anders! Und tatsĂ€chlich stellt sich noch immer bei all den Bestimmungen, Maßnahmen und EinschrĂ€nkungen die Frage, ob es sich ĂŒberhaupt lohnt, all das in Kauf zu nehmen, um wenigstens eine Woche am Strand zu brutzeln oder durch die Metropole zu flanieren. Klar, etwas kulturelle Abwechslung tut immer gut und wer sich an den Maßnahmen, die einen vor Ort erwarten können, nicht stört, der kann definitiv eine wundervolle Zeit haben. Und ganz ehrlich, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Hotelbereich, eine Online-Registrierung vor Abflug oder das Reservieren von Tickets fĂŒr den Museumsbesuch sind alles keine unzumutbaren Maßnahmen. Ganz im Gegenteil, es lassen sich sogar gewisse VorzĂŒge entdecken. Denn wann hat man schonmal die Möglichkeit, ohne GedrĂ€ngel und Geschubse durch das Kolosseum zu flanieren oder den Ausblick vom Eiffelturm zu genießen? 😉



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