Umwelt und Mensch zuliebe? 🌳🏦 » Nachhaltige Banken im Vergleich

Banken und Nachhaltigkeit galten landläufig lange als schwer miteinander in Einklang zu bringende Größen. Mit Geld die Welt zum Besseren verändern? Ein paradoxer Gedanke. So praktisch und der Lebensstabilität dienlich die Funktionen des Bankenwesens auch schienen, so wenig dachte man bei Kreditinstituten, von denen einige wegen Lobbyarbeit, Nahrungsmittelspekulation oder Unterstützung von Rüstungsgeschäften in der Kritik stehen, zuallererst an eine Unternehmensausrichtung auf nachhaltige Investitionen. Doch die Welt hat sich verändert, unser Denken ist nicht mehr das von vor 100, 50 oder auch nur von vor zehn Jahren. Wie nie zuvor ist unser Blick auf das Gleichgewicht der Natur oder Ressourcenknappheit bzw. erneuerbare Energien, aber auch Mensch- und Tierethik gerichtet; Unternehmen, und dabei nicht zuletzt auch jene, denen wir unser Geld anvertrauen, sollen möglichst ethisch agieren und Prozesse transparent machen. Wir haben uns die, nach unserem Dafürhalten, besten nachhaltigen Banken genauer angesehen und verglichen – wo ist euer Geld in ethisch agierenden Händen?


Nachhaltige Banken im Überblick? ⇓ | Warum zu einer nachhaltigen Bank wechseln? ⇓Fazit ⇓


Nachhaltige Banken haben eines gemeinsam: Die Loslösung vom „alten“ Denken oder – etwas weniger pathetisch ausgedrückt – eine Unternehmenshaltung, die sich von doppelbödigen Finanzprodukten, überhohen Banker-Gehältern oder fragwürdigen Geschäften mit anderen Industrien distanziert. Kunden von ihrer Bank mehr und mehr nicht nur die optimale Anlagepraxis und ein auf sie zugeschnittenes Zinsmodell, sondern auch einen nachhaltigen Umgang mit Mutter Erde und eine Anpassung an das aktuelle politische Klima oder die humanitären Gegebenheiten. Einige Banken haben sich diesen Paradigmenwechel inzwischen bereits zum Anlass genommen, das Wort „nachhaltig“ direkt in den ersten Zeilen der Firmenbeschreibung auftauchen zu lassen. Wir haben für euch herausgefunden, ob etwas dahinter steckt und die besten nachhaltigen Banken für euch verglichen.


Nachhaltige Banken: Die 5 besten Kreditinstitute im Überblick

UmweltBankTriodos BankEthikBankGLS BankTomorrow
  
Finanz-ProdukteAltersvorsorge, Finanzierungen, Sparanlagen, Wertpapiere,Investmentfonds, Geschäftskonto, Girokonto, Sparanlage (Tagesgeld, Festzins)Girokonto, Sparanlagen (z.B. Tagesgeld) Depot, Verbraucherkredite, Tiny-House-Kredit, GeschäftskreditAltersvorsorge, Girokonto, Wertpapiere,  Geschäftskonto (auch für gemeinnützige Unternehmungen), CrowdinvestingGirokonto (Tomorrow ist die „reine Smartphone-Bank“)
BeiträgeTagesgeldkonto: kostenlosGirokonto: 5,50€ mtl.

Bankkarte: 15€ im Jahr

 

 Girokonto: 8,50€ mtl.

Bankkarte: 15€ im Jahr

Kreditkarte: MasterCard für 35€ im Jahr) (0€ im 1. Jahr)

Girokonto: 3,80€ mtl. für das Girokonto (ab 28 Jahren)

60€ Jahresbeitrag für gesellschaftliches Wirken (12€ für Kunden bis 28 jahre)

Tagesgeldkonto: kostenlos

Kreditkarte/MasterCard: ab 30 €/Jahr

Girokonto: Kostenlos

Abhebung: 3x kostenfrei pro Monat, danach 2€ pro Abbhebung

Angebotrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0fox
Kostenrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0fox rate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0fox rate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0foxrate0fox
Pro+ rein ökologisch finanziert
+ Unterstützt mit Beiträgen div. Umweltprojekte
+ Nur „fair“ agierende Partner
+ Keine Finanzierung von Rüstung-, Gentechnik- oder Kraftwerkprojekten sowie solchen, die auf unfairen Geschäftspraktiken basieren+ weltweit kostenlos Bargeld abheben
+ Projekte, die Waffenhandel, Kinderarbeit, Atomkraft
+ „Gläserne Bank“ (Kredite werden offengelegt)
+ beitragsfrei bis zum 25. Leben
+ Großes Service-Angebot
+ Bietet als einziges Kreditinstitut Geldanlagen, Finanzierungen Stiftungen oder Schenkungen aus einer Hand an
+ Rein digitale Bank (Rundumsteuerung per App)
Contra– kein Girokonto
– relativ kleines Angebot
– nur 24 Gratis-Abhebungen im Jahr– nur mit Girokonto möglich
– Relativ hoher Jahresbeitrag für zus. Kreditkarte
– Relativ  hoher Jahresbeitrag
– Relativ hoher Jahresbeitrag für zus. Kreditkarte
– keine Filialen, keine direkten Ansprechpartner
– Keine Browser-App
– Kleinstes Service-Angebot
zum Angebotzum Angebotzum Angebot zum Angebotzum Angebot

5 nachhaltige Banken im Vergleich: Wer bietet was?


UmweltBank ⇓ | Triodos Bank ⇓ | EthikBank ⇓ | GLS Bank ⇓ | Tomorrow ⇓


Umweltbank

Die Umweltbank gibt sich selbst den klingenden Titel „Deutschlands grünste Bank“, das Arbeiten und Wirtschaften ist bei diesem Finanzdienstleister also ganz und gar auf umweltgerechtes Handeln ausgerichtet. Bei der UmweltBank „wächst“, wie es auf der Website heißt, „Ihr Geld nachhaltig – und macht die Welt automatisch besser“. Was bedeutet das konkret? Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 (die Vollbanklizenz datiert im Jahr 1997) hat die UmweltBank nach eigenen Angaben bereits 23.000 Umweltprojekte finanziert. Der Fokus liegt dabei auf den Segmenten Bauen & Wohnen, also der ökologischen Baufinanzierung, aber auch der Bio-Landwirtschaft sowie Biomasse- und Wind- und Wasserkraft-Projekten.

Was macht die Umweltbank zur nachhaltigen Bank?

Finanzierungswürdig ist für die UmweltBank Projekte, die zur Schadstoffverringerung beitragen, die dezentrale bzw. regenerative Energiegewinnung vorantreiben, Recycling-positiv orientiert sind und generell nachhaltig wirtschaften sollen. Für die Finanzierung nicht in Frage kommen für die UmweltBank Projekte, die in Verbindung mit der Nichteinhaltung von Umweltauflagen, Großkraftwerken (Kohle, Atom), Waffen oder Militärgütern, Gentechnik oder unfairen Geschäftspraktiken stehen. Die Aktie der UmweltBank ist zu 84,4% in Streubesitz und wird überwiegend von Kunden Mitarbeitern gehalten. Durch Spenden oder Mitgliedsbeiträge unterstützt die Bank diverse Umweltverbände und Naturschutzprojekte.

Triodos Bank

Die Triodos Bank ist eine in fünf Ländern tätige, nachhaltige Bank mit Sitz im niederländischen Zeist bei Utrecht. Gegründet 1980, kann sie den Umfang ihres Kundenstamms inzwischen mit über 700.000 beziffern. Diese Kunden wissen ihre Geld von einer Bank verwaltet, die nach eigenen Angaben „langfristig positive Veränderungen für Mensch und Umwelt bewirken“ möchte, eine Mission, die nach firmeneigener Formulierung unter dem Banner des antroposophischen Prinzips der Sozialen Dreigliederung von Robert Steiner steht, welches Geistes-, Wirtschafts- und Rechtsleben in Einklang bringen soll. Im Dienste der Nachhaltigkeit bezieht die Triodos Bank auch selbst nachhaltigen Strom von der Naturstrom AG.

Was macht die Triodos Bank zur nachhaltigen Bank?

Bei der Finanzierung mit dem von der Kundschaft angelegten Geld konzentriert sich die Triodos Bank auf drei Kern-Themenbereiche: Bildung, Soziales bzw. Kultur und Umwelt. Dabei ist es das Ansinnen der Bank, die Kredite transparent und zweckgebunden zu vergeben. Die Kreditnehmer kommen dabei ausschließlich aus der Realwirtschaft und tragen nach Ansicht der Bank zum ökologischen, sozialen oder kulturellen Wandel bei. Darüber hinaus hat die Triodos Bank vor gut zehn Jahren die sogenannte Global Alliance for Banking on Values (GABV) gegründet, ein Netzwerk „werteorientierter“ Banken, die sich durch ihren Zusammenschluss in puncto Umwelt einer nachhaltigen Zukunft, aber auch der Unterstützung unterversorgter Menschen verpflichten.

EthikBank

Ein Mix aus Fokussierung auf Ethik und Ökologie macht, knapp verschlagwortet, die Ethikbank zum nachhaltigen Kreditinstitut. „Wir unterstützen weder Kriegswaffen noch Tierversuche“ heißt es auf der Homepage und so finden sich im Kundenportfolio umweltfreundliche Bauprojekte, Förderprojekte für erneuerbare Energien, E-Mobilität oder Kulturprojekte. Gegründet 2002 als Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg tritt sie als Direktbank auf, die ihre  Kundengelder (geführt werden ca. 20.000 Konten) ausschließlich in Unternehmungen investiert, die sie für „ökologisch und sozial sinnvolle Maßnahmen“ erachtet. Seit 2007 befindet sich die EthikBank in der Gewinnzone und im gleichen Jahr begann sie, im Kreditgeschäft tätig zu werden. In der Palette der Finanzprodukte befinden sich u. A. Mikrokonten (für Insolvenzschuldner) oder ein sogenannter Ökokredit (eine Art Direktkredit für Modernisierung im ökologischen Sinne).

Was macht die EthikBank zur nachhaltigen Bank?

Wie alle nachhaltigen Banken entscheidet auch die EthikBank anhand eines selbst definierten Kataloges von Positiv- und Negativ-Kriterien, welche Firmen, Themen und Projekte sie mit den Anlagegeldern ihrern Kunden unterstützt. Ausgeschlossen sind dabei von vornherein Unternehmen, die mit Waffenhandel- oder Produktion, Atomenergie, Kinderarbeit oder auf Gentechnik basierender Nahrungsmittelproduktion ihr Geld verdienen. Dem gegenüber stehen Projekte mit starkem Fokus auf Umweltfreundlichkeit, die Wahrung von Menschenrechten sowie der Förderung von Diversität und fairerm Mitarbeiterumgang. Außerdem versteht sich die EthikBank als gläserne Bank und legt daher detailiert die Kredite offen und welche Investoren sich dahinter verbergen.

GLS Bank

Den eigenen Angaben der GLS Bank zufolge ist die Genossenschaftsbank nicht nur die „erste Ökobank der Welt“, sondern auch die „größte nachhaltige Bank Deutschlands“ – dies scheinen die inzwischen 240.000 Kunden und 65.000 Kunden (ab 500€ gezeichneter Anlage) der Bank mit Hauptsitz in Bochum zu unterstreichen. Gegründet 1974 von Anthroposophen, wurden von der GLS Bank anfangs isnbesondere Demeter-Höfe und Waldorf-Schulen unterstützt. Über die Jahre hat sich das Spektrum des Wirkens um Bildung, Soziales, regenerative Energie und viele andere Bereiche nachhaltigen Wirtschaftens erweitert. Geld kann an 18.000 Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken, vielen Sparda-Banken sowie einigen GLS-eigenen Automaten abgehoben werden. Ihre Investitionen tätigt die GLS auf Basis strenger öko-sozialer Auflagen, wobei Transparenz die eigene Vorgabe für die Vergabe von Krediten ist.

Was macht die GLS Bank zur nachhaltigen Bank?

Ähnlich wie die anderen nachhaltigen Banken, hat auch die GLS eine wohlklingende Maxime formuliert, der sie bei der Auswahl von zu finanzierenden Projekten folgt. Es sollen ausschließlich Unternehmen und Projekte unterstützt werden, „[…], die Entwicklungschancen für unsere und für zukünftige Generationen erhalten oder schaffen.“ Eine Besonderheit bei der GLS ist, dass die Kunden bei der Kontoeröffnung sebst entscheiden können, welche Projekte mit ihrem Geld in erster Linie unterstützt werden sollen – zur Auswahl stehen dabei unter Energie, Wohnen, Bildung, Ernährung, Projekte mit sozialen Themen oder nachhaltige Wirtschaft. Nach bank-eigenem Bekunden handelt es sich bei dem Kreditinstitut um das einzige, welches Geldanlagen, Finanzierungen Stiftungen oder Schenkungen aus einer Hand anbietet. Zuletzt erhielt die GLS Bank die von der Financial Times vergebene Auszeichnung zur „Bank des Jahres“ 2017 sowie 2018.

Tomorrow

Tomorrow ist erst seit 2018 im Rennen um die Kundengunst und somit die jüngste nachhaltige Bank in unserem Vergleich. Sich selbst betitelt sie dabei als „erstes nachhatliges Smartphone-Konto“, denn genutzt werden kann bislang nur ein Girokonto, welches über eine eigene App verwaltet wird. Entsprechend kann der Neukunde nur über den „Gang“ ins Internet sein neues Konto eröffnen (die VISA-Karte wird dann postalisch versandt), auch steht keine Browser-App zur Verfügung, ein Smartphone ist also Voraussetzung für die Kontoverwaltung. Bisher kann nur dreimal pro Monat gebührenfrei abgehoben werde und zwar an sämtlichen Geldautomaten, auf denen das VIS-Logo prangt. Das Label „nachhaltige Bank“

Was macht Tomorrow zur nachhaltigen Bank?

Ebenso wie die anderen hier gelisteten nachhaltigen Banken supportet auch die Tomorrow Bank nach eigenem Bekunden nur Projekte und Firmen unterstützt, die das Label „Nachhaltigkeit“ auch verdienen – Interessenten aus den Feldern der Rüstung, Gentechnik oder anderen doppelt belichteten Wirtschaftssegmenten sollten bei Tomorrow also eher nicht anklopfen. Als whitelist-artiger Orientierungsleitfaden dienen der Bank dabei die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Gebühren, die Tomorrow durch die Kreditkartenzahlung einbehält, fließen direkt in Klimatschutzprojekte und über die App erhaltet ihr einen Gesamtüberblick, welche Projekte gefördert werden und wie sie sich entwickeln.


Warum, wieso, weshalb: 5 Gründe für den Wechsel zur nachhaltigen Bank

Nachhaltige Banken rücken in unseren Zeiten des, über Bildschirme flimmernden Erdgleichgewichts auf der Kippe, aber auch angesichts kruder Rüstungsprojekte, hyperegoistischen Wirtschafens oder Visionen vom düsteren Morgen voller Dystopie und Korruption, mehr und mehr in den Fokus. It’s all about Ethik, zumindest wächst ein solches Bewusstsein zusehends. Aber was bedeutet das eigentlich, nachhaltige Bank? Und welche sind die substantiellen Gründe, um zu einer solchen zu wechseln? Wir haben sie für euch zusammengetragen.

  1. Weil sie transparent wirtschaften. Banken ohne expliziten Fokus auf nachhaltiges Wirken arbeiten oft intransparent. Wo die Gelder hinfließen, wem sie zuteil werden, bleibt oft im Verborgenen – nicht so bei nachhaltigen Banken.
  2. Weil es ethisch vertretbar ist. In einigen Fällen bleibt das Fließen der Gelder konventioneller Banken nicht mal undurchsichtig, sondern es gelangen sogar Details darüber an die Öffentlichkeit, dass die Gelder ihrer Kunden in Richtung Rüstungsindustrie fließen, Bestandteil von Nahrungsmittelspekulationen oder Energiewende relativ ignorant gegenüberstehen – nicht so bei nachhaltigen Banken. Aber könnte das auch reines Green Washing sein? In einem solchen Fall dürfte die entsprechende Bank, die unter dem Deckmantel des sauberen Labels nicht sauber agiert, nach dem ersten Auffliegen diskreditiert sein, daher ist davon nicht auszugehen. Im Bestfall erhaltet ihr auf Nachfrage relativ detailierte Einblicke in die Investitionen eures nachhaltigen Kreditinstitutes.
  3. Weil sie einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten. Im häufig anzutreffenden Bestfall. Und in jedem anderen Fall: Zu keiner schlechteren. Die meisten nachhaltigen Banken sind nicht nur bemüht, mit ihren Investitionen keine zweifelhaften Wirtschaftszweige zu unterstützen, sodern sie unterstützen sogar ausdrücklich solche, die sich von Mensch bis Natur für das Gute (Bessere) einsetzen.
  4. Weil einem nichts fehlen wird. Alles, was man bei seiner bisherigen, konventionellen Bank zu schätzen wusste, wird man auch bei der nachhaltigen nicht vermissen – mit klitzekleinen Ausnahmen und Noch-Abstrichen hier und da. Da manche der verantwortlich wirtschaftenden Banken kaum zehn Jahre alt sind, ist die Service-Palette hier da eventuell noch nicht komplettiert. Sollte dies noch der Fall sein, dürfte es aber in der nahen Zukunft den Erwartungen und Standards angepasst werden.
  5. Weil Gebühren auch anderswo eingeführt werden. Zinsen sind keine Gelderwerbsquelle mehr, denn die EZB hält das Zinsniveau derzeit (und wohl noch für längere Zeit) auf einem niedrigen Level – wodurch die Kreditaktivitäten, sowohl von Firmen wie auch von Privathaushalten, aktiviert werden sollen. Nachhaltige bzw. vor allem Ökobanken haben überwiegend schon immer Gebühren erhoben, aber darin werden sie sich von vielen herkömmlichen Banken künftig wohl nicht mehr unterscheiden.


Mit dem Wechsel zur nachhatligen Bank die Welt retten? – Unser Fazit

Wer träumt nicht davon – das regenwaldgrüne Cape überstreifen und mit der nicht minder grünen Kreditkarte gen Horizont fliegen, den Verbleib unserer geliebten Welt stets im festen Blick? Natürlich ist die Mission des Weltrettens mit einem Bankwechsel nicht von jetzt auf gleich in die tapfere Tat umsetzbar, denn wie jeder Mißstand, der sich über Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte verfestigt hat, kann auch dieser nicht mit einem Fingerschnippen zu den Akten gelegt werden. Wie jede Veränderung wird diese vom Agieren der großen, breiten Masse abhängen: Ein einzelner Kontowechsel ist der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, nicht die Flutwelle des Wandels, doch wenn man anderen das veränderte Bewusstsein für Natur und Menschrecht vorlebt, ganz selbstverständlich die neue Karte zückt und der Funke überspringt, werden aus einem schnell viele Tropfen. Viele Menschen also, die keine Bank mehr unterstützen, deren Investition mit Umweltschädigung, Waffenhandel oder Nahrungsmittelspekulation zusammenhängen, viele, die sich der Zukunft verschrieben haben. Wir finden also: Zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln, lohnt sich unter dem ethischen Aspekt auf jeden Fall. Einige der oben genannten Banken geben euch dabei nicht nur das Versprechen, dass euer Geld keinen zwielichtigen Firmen mehr zuguten kommt, sondern ihr könnt ganz genau sehen, wohin euer Geld fließt oder sogar mitbestimmen, wer unterstützt werden soll.

Aber sind nachhaltige Banken nicht ganz schön teuer?

Jein. Zugegeben, einige erheben beachtliche Gebühren, doch perspektivisch könnte einem das angesichts der Niedrigzinspolitik der EZB mittelfristig auch bei der konventionellen Bank passieren. Hinzu kommt, dass das Thema trotz aller Paradigmenwechsel im Denken in der Umsetzung noch immer ein recht neues ist, „nachhaltig“ den Status eines edlen Labels noch immer innehat, also eine gewisse Trendiness daran gekoppelt ist und zudem, tja…einige lukrative Investiotionsbereiche herkömmlicher Banken eben nicht zum Portfolio nachhaltiger Kreditinstitute gehören. Zum Glück. Woher diese Gebühren kommen, ist also schnell erklärt, natürlich muss man sie deshalb aber noch nicht gut finden. Hierbei sollte jede(r) für sich entscheiden, ob sie oder er beispielsweise 60€ „Jahresbeitrag für gesellschaftliches Wirken“ zu investieren bereit ist oder zwischen drei und acht Euro monatlich für das Girokonto. Wir sagen: Das (an manchen Stellen recht üppige) Quäntchen mehr an Gebühr lohnt sich. Aber es ist nicht jedermanns Geldbeutels Sache. Hoffentlich werden die Preise hier in naher Zukunft noch etwas angeglichen – denn sich für Umwelt und Mensch einzusetzen, sollte in keinem Bereich elitäres Tun sein.


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