Dass Virtual Reality ein wichtiges IFA-Thema ist, liegt auf der Hand. Die Unterhaltungsbranche erwartet, dass das Eintauchen in künstliche Computerwelten in Zukunft eine große Sache wird. Zumindest für die Industrie ist VR daher im Trend. Sogar die Nachfolge des IFA-Trends Fernseher schien mittelfristig möglich. So konnte man in den vergangenen Jahren auf der Berliner Funkausstellung viel zur Virtual Reality sehen. HTC Vive und Oculus Rift luden auf vielen Ständen zum Ausprobieren ein. 2016 zeigte Sony mit der Playstation VR die VR-Brille für die beliebte Playstation.

IFA 2017 VR-Trends – Wie steht es um Virtual Reality?

Wie auch das Thema Fernsehen ist Virtual Reality Teil der aktuellen gfu-Trendbefragung, die im Rahmen der IFA-Vorveranstaltung Innovations Media Briefing vorgestellt wurde. Das Ergebnis ist ernüchternd. Deutlich zeigt sich, dass Virtual Reality nach wie vor ein Randthema ist. Nur bei vier Prozent der Befragten sind die Brillen vorhanden. Bemerkenswert ist das hohe Desinteresse der Befragten. 63 Prozent gaben an, dass für sie VR kein Thema ist. So geht Virtual Reality an 4/5 der Befragten vollkommen vorbei. Die Prognosen seien gut, so Hans-Joachim Kamp. Doch genau so sei es mit 3D gewesen, ergänzte der gfu-Chef. Damit scheint der Technologie ein Nischendasein vorherbestimmt.

Ein Thema ist Virtual Reality bei den Medien dennoch. Die Möglichkeiten sind groß. Einsatzbereiche sehen auch die Befragten. Gaming liegt für Anwendungen auf der Hand, doch auch für weitere Unterhaltungsformen, wie Freizeitparks und TV-Sendungen lassen sich völlig neu erleben. Dazu kommen professionelle Anwendungen.

IFA 2017 Trend VR – Wo liegen die Probleme?

Weitere Einblicke in die VR-Aussichten gab es durch Ralf Schäfer vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, wo man sich mit der Entwicklung der virtuellen Realität beschäftigt. Auch er bestätigte, dass der potentielle Markt riesig sei. Prinzipiell sei jedes Smartphone ein VR Gerät. Das hatte Samsung mit der Samsung Gear VR bereits gezeigt.

Obwohl man schon weiter ist als beim ersten VR-Hype in den 1990ern machen die technischen Möglichkeiten den Durchbruch schwer. Die Bild entspricht noch nicht der von Fernsehern, Smartphone oder Monitor gewohnte Qualität. Um entsprechende Bilder in VR zu liefern, müssten die Brillen eine Auflösung von 8K liefern. Technisch wird man erst in einigen Jahren dazu in der Lage sein.

Sind die heutigen VR-Brillen technisch ausgereift?

Vor allem leistungsstarke Technik zur Berechnung der entsprechenden Bilder muss noch entwickelt werden. Denn diese muss vor allem Schrumpfen. Die VR-Brillen müssen in Zukunft kleiner und bequemer werden, um von den Kunden angenommen zu werden. Auch die Kabelverbindung ist ein Hindernis. An den Inhalten selbst liegt es eher nicht. Für die verschiedenen verbreiteten Plattformen, wie Oculus Rift und HTC Vive sind zahlreiche Spiele vorhanden.

Auch der Preis macht es der Technologie schwer, in die breite Masse zu gelangen. Die HTC-Brille kostet rund 900 Euro, die Oculus Rift ist mit 450€ deutlich günstiger. Allerdings müssen auch die Computer als Zuspieler entsprechend leistungsstark sein. Eine Chance für VR könnte Sonys Playstation VR sein. Die Playstation 4 ist mit über 60 Millionen verkauften Einheiten weit verbreitet und der Preis der Playstation-Brille liegt bei rund 350 Euro.

So wird sich zeigen, wie sich Virtual Reality weiter entwickeln wird. Ein Trend der IFA 2017 wird VR zweifellos sein. Besucher werden sicher viele Möglichkeiten zum Ausprobieren haben. Die Skepsis ist sicher auch im Mangel an überzeugenden Anwendungen für die breite Masse begründet. Doch neue Technologien brauchen immer Zeit für die Entwicklung. So wird das Thema die IFA noch für einige Jahre beschäftigen.


IFA 2017 Highlights