Vernetzung und Individualisierung waren die großen Schlagwörter auf den Pressekonferenzen, auf denen Miele, Siemens und Bosch die IFA 2018 Neuheiten vorstellten. Im Kern geht es um den konkreten Mehrwert für den Nutzer. Um die Hausarbeit im gestressten Alltag schneller, einfacher und bequemer zu erledigen.

Ob die Bedienung per App, die Steuerung durch Sprachassistenten wie Amazon Alexa und Google Assistent und die ganzen Vorschläge, von der Einkaufsliste über das Rezept für das Abendessen bis hin zum Waschprogramm für die Waschmaschine, wirklich gebraucht werden? Offenbar zeigen das die Verkaufszahlen. Daher wird auch auf der IFA 2018 vernetzt, Individualisiert und mit dem Kühlschrank gesprochen.

IFA 2018 Neuheiten von Miele – Neuer Geschirrspüler mit automatische Spülmitteldosierung per PowerDisk

Miele hatte für die IFA 2018 eine Neuheit im Reinigungsbereich angekündigt. Präsentiert wurde der Geschirrspüler G 7000. Die Besonderheit des Geräts ist dabei nicht, dass es sich durch Anklopfen öffnet. Auch die Bedienung per App ist bekannt und natürlich integriert. Miele führt mit der IFA-Neuheit die automatische Spülmitteldosierung per PowerDisk ein.

Die PowerDisk ist eine Eigenentwicklung des Gütersloher Unternehmens. Der Kunststoffbehälter enthält das Spülmittel für bis zu 20 Spülgänge. Dabei dosiert das Gerät automatisch die ideale Menge. Diese hängt vom gewählten Waschprogramm, aber auch vom Grad der Verschmutzung ab. Das von Miele AutoDos genannte System wird bereits in Waschmaschinen verwendet. Durch den Einsatz von Granulat soll die Dosierung noch genauer, sparsamer und schonender erfolgen. Die PowerDisk wird es nur von Miele geben. Der Preis liegt bei rund 9 Euro für eine PowerDisk, das Sechserspack wird für 49 Euro erhältlich sein. Als Alternative ist der Geschirrspüler über die gewohnten Behälter mit anderem Spülmittel einsetzbar.

Neues Kochfeld mit Vollinduktion als IFA 2018 Neuheit von Miele

Mit dem Kochfeld KM 7000 präsentierte Miele eine verbesserte Generation im Induktionsbereich. Mit bis zu sechs Töpfen oder Pfannen lässt sich auf der Vollinduktionsfläche gleichzeitig kochen. Dabei passt sich das Kochfeld automatisch der Position des Kochgeschirrs an. Die Platzierung auf vordefinierten Flächen gehört damit der Vergangenheit an.

Die Oberfläche des neuen Induktions-Kochfelds besonders widerstandsarm. Töpfe und Pfanne können so problemlos gleiten. Das tiefschwarze Kochfeld mit den dezenten, bei Bedarf weiß leuchtenden Bedienelementen sieht dazu noch sehr gut aus. Das Kochfeld wird in verschiedenen Größen mit 60, 80 und 90 cm Breite erhältlich sein. Der Marktstart erfolgt im April 2019.

Mieles Dialoggarer: Auch für tiefgekühltes Essen wie aus der Sterneküche

Mit dem Dialoggarer hat Miele imi vergangenen Jahr die wohl größte Innovation im Küchenbereich in den letzten Jahren gezeigt. Das Gerät ist nicht nur ein normaler Ofen. Durch Funkwellen kann das Gerät verschiedenen Speisen so garen, dass alles gleichzeitig den idealen Garpunkt erreicht. Ein praktisches Gerät, dass Zeit und Energie spart. Mit einem Preis von rund 8.000 Euro ist der Dialoggarer deutlich ein Gerät für den gehobenen Hobbykoch.

Wie sehr Miele den Gourmet-Bereich m Blick hat, zeigt die Zusammenarbeit mit dem Startup MChef. Das junge Unternehmen liefert per Online-Bestellung Gerichten auf Spitzenniveau. Aus 20 Menüs können Kunden bis zu drei Gänge wählen. Die Bestellung kommt dann tiefgekühlt am nächsten Tag an – inklusive passendem Wein auf Trinktemperatur. Serviert wird auf Porzellan. Als Kunden hat MChef Besitzer eines Dialoggarers im Blick. Mit diesem kann das ganze Menü für bis zu sechs Personen gleichzeitig gegart werden.

Der Preis liegt zwischen 20 bis 30 Euro für den Hauptgang. Ab Januar 2019 ist die bundesweite Lieferung möglich. Bislang liefen Tests mit der Lufthansa First Class Lounge am Münchener Flughafen sowie mit verschiedenen Unternehmen.

IFA 2018 Neuheiten von Siemens – Alexa, was darf ich heute essen?

Voll in Richtung Vernetzung geht es bei Siemens. Bei der IFA 2018 zeigen die Münchener erneut deutlich, welche Möglichkeiten im Zusammenschluss von Haushaltsgeräten und smarten Funktionen stecken.

Der Schlüssel dazu ist die Home Connect-App. Diese ist viel mehr, als eine weitere Steuermöglichkeit für den Herd, die Waschmaschine oder den Kühlschrank. Mittlerweile sind auch Services von Partnern integriert. So kann Spülmittel bei Amazon oder können Lebensmittel bei HelloFresh bestellt werden – per Knopfdruck. Rezeptvorschläge gibt es zum Beispiel von Kitchen Stories, inklusive einer Liste von Lebensmitteln, die dafür noch gekauft werden müssen. Der Kühlschrank erkennt die vorhandenen Lebensmittel und meldet, was noch fehlt. Wenn die angepeilte Zahl an verbrauchten Aktivitätskalorien für den Tag noch nicht erreicht ist – der Fitness-Tracker am Arm ist natürlich auch vernetzt – dann gibt es abends eher Rohkost statt Steak.

IFA 2018 Neuheit – Kochen ohne Tasten mit neuem Vollinduktions-Kochfeld

Kochen ist bei Siemens ein wichtiges Thema. Die Vorteile eines Vollinduktion-Kochfelds wurden auch dort erkannt. In Berlin zeigt das Unternehmen das im Frühjahr vorgestellte Kochfeld freeInduction Plus. Auch hier können Töpfe und Pfannen beliebig auf der Glasfläche platziert werden. Das Erwärmen erledigen 56 Induktoren. Diese schalten sich bei Bedarf an und aus. Bis zu sechs Töpfe oder Pfannen können gleichzeitig verwendet werden. Dabei kann auch die Intensität durch Vor- oder Zurückschieben des Kochgeschirrs auf dem Kochfeld geregelt werden. Bei einer passenden WLAN-Dunstabzugshaube wird dann entsprechend automatisch die Belüftung geregelt. Das ist der Vorteil vernetzter Technik. Alternativ lassen sich alle Einstellungen über das Bedienfeld vornehmen. Und schick sieht das Kochfeld auch aus.

Siemens Avantgarde – Haushaltsgeräte zum Vorzeigen

Die Optik und das Design werden nach Aussage der Branche auch bei Haushaltsgeräten immer wichtiger. Erklärt wird das durch die Verschmelzung von Koch- und Wohnbereich, entsprechend achten die Hersteller auf das Design. Bei Siemens bekommen Kunden Avantgarde-Line Geräte, die optisch besondere Akzente setzen. Zum Verstecken in der Waschküche oder im Keller ist das viel zu schade.

Siemens Neuheiten auf der IFA 2018 – erster vollautomatischer Waschtrockner und großer French Door-Kühlschrank mit viel Licht

Etwas mehr auf die Funktion konzentriert sich Siemens dann wieder bei der neuen French Door Kühl-Gefrierkombi. Die hochglänzende schwarze Glasfront und das unauffällig angebrachte Touchdisplay sind schick. Doch nicht nur optisch ist das neue Gerät ein Hingucker. Die doppeltürigen French Door-Geräte werden immer beliebter.

Verbreitet befindet sich hinter der einen Tür der Kühlbereich, während die andere Tür für den Gefrierteil ist. Mehr und mehr kommen nun Geräte mit einem Doppeltür-Kühlbereich auf den Markt. So bieten diese Kühlschränke einen großen, um 25 Prozent gewachsenen Innenraum für die alltäglichen Lebensmittel. Der Gefrierbereich wandert in Schubladen in den unteren Bereich. Beim neuen Siemens-Gerät findet der Nutzer hier noch zusätzlich ein Gemüsefach. Durch unterschiedliche Klimabereiche und Klimaregelung sollen Lebensmittel länger frisch bleiben. Mehr Licht gibt es auch. Der große Innenraum von Siemens‘ neuer Kühl-Gefrier-Kombi wird von 239 LEDs beleuchtet.

Als weitere IFA 2018 Neuheit zeigt Siemens dazu den vollautomatischen Waschtrockner mit automatischer Waschmitteldosierung der IQ500-Serie.

Boschs IFA 2018 Neuheiten – die vollautomatische Waschmaschine, die auch trocknen kann

Die Technik die IFA 2018 Neuheit teilt sich Siemens mit der Konzernschwester Bosch. Dort wird der Waschtrockner als Serie 6 geführt. Die Eckdaten sind identisch. 10 Kilogramm Wäsche lassen sich waschen, bis zu 6 Kilogramm können anschließend getrocknet werden. Sollte mehr Wäsche in der Maschinen sein bricht das Trocknen nicht ab, die Wäsche wird dann eben nicht vollständig trocken. Sensoren sollen die optimale Einstellung ermitteln, so dass die Wäsche sparsam und schonend behandelt wird.

Besonders bei der Serie 6 besteht die Möglichkeit, vollautomatisch zu waschen. Das Flüssigwaschmittel für mehrere Wäschen lässt sich auf Vorrat einfüllen. Hier unterstützt dann, wie bei Siemens, i-DOS bei der optimalen Dosierung. Auf Wunsch kann aber auch herkömmlich mit Waschpulver für jede Wäsche dosiert werden.

Bleiben herkömmliche Maschinen auf die festgelegten Waschprogramme beschränkt, können moderne Geräte bei Bedarf um weitere, speziellere Programme erweitert werden. Einfach per App. Das ist vielleicht nur in Ausnahmefällen erforderlich, doch schön, wenn es geht.

Auffällig bei den aktuellen Geräten sind Programme für eine zeitsparende Behandlung der Wäsche. Beim neuen Bosch-Waschtrockner ist das ein kombiniertes Schnellwasch- und Schnelltrocken-Programm. Ein Kilo Wäsche ist so in einer Stunde gereinigt und getrocknet. Auch die schnelle Auffrischung von Wäschestücken mit Dampf ist möglich.

Längere Frische mit Vakuum-Standmixer VitaMaxx

Bosch hat auf die IFA 2018 auch Neuheiten im Kleingeräte-Bereich mitgebracht. Besonders ist der neue Standmixer VitaMaxx. Die Münchner zeigen hier ein Gerät, dass den IFA-Trends Kochen und Gesundheit folgt.

Zunächst macht der VitaMAxx alles, was von einem Standmixer erwartet wird: Häckseln, crushen, zerkleinern. Der Motor liefert 1.000 Watt und bringt die Klinge auf 37.000 Umdrehungen pro Minute. Soweit, so normal. Besonders ist die Vakuum-Funktion. Das Vakuumieren vor dem Mixen soll die Oxidation und damit auch den Verlust von Vitaminen stoppen. Zusätzlich verspricht Bosch eine samtig weiche Konsistenz ohne Bläschen bei Mixen unter Vakuum. Als Nebeneffekt soll die Separierung von Flüssigkeit und Feststoffen ausbleiben. Smoothies lassen sich so auch lagern. Dafür werden zusätzlich eine ToGo-Flasche und ein Frischhaltedosen-Set, natürlich kombinierbar mit der Vakuum-Funktion erhältlich sein.

Bosch-Neuheit Smart Grow – Der kleine Garten für zu Hause

Mit Smart Grow zeigt Bosch auf der IFA 2018 eine innovative Neuheit für den Garten zu Hause. Schnittlauch, Basilikum oder Petersilie – über 40 Kräuter, Salate und Blüten lassen sich so bequem anbauen. Das Gerät übernimmt dabei automatisch die Beleuchtung und die Bewässerung. Einmal im Monat werden Wasser und Nährstoffe aufgefüllt. Für den Urlaub regelt das Gerät automatisch herunter.

Der Indoor-Garten verzichtet durch Saatkapseln völlig auf Erde. Das Anpflanzen wird so einfach und sauber. Allerdings sind Nutzer damit auf den bislang einzigen Anbieter dieser Saatkapseln festgelegt. Bosch arbeitet noch an einer App. Diese informiert dann über die aktuelle Wachstumsphase und zeigt den optimalen Erntezeitpunkt an. Smart Grow wird in Versionen für drei und sechs Saatkapseln erhältlich sein. Die Markteinführung ist für Ende 2018 geplant.


IFA 2018 Highlights

IFA 2017 Highlights