IFA Trend #1: Fernseher

Fernseher und Home Entertainment bleiben auch 2018 der wohl wichtigste IFA Trend. Smart-TV, OLED, UHD und HDR bleiben die wichtigsten Stichworte. Dabei sind in diesem Jahr kaum große Neuheiten unter dem Berliner Funkturm zu erwarten. OLED bleibt ein wichtiges Thema. 2017 wurden Geräte mit den satten Schwarzwerten erstmals von nahezu jedem TV-Hersteller gezeigt. Davor gab es OLED nur von LG. Viel Neues ist in dieser Hinsicht für 2018 daher kaum zu erwarten. Evolution statt Revolution.

Im mehr Hersteller mit OLED & immer günstiger

Mittlerweile bietet LG, das einzige Unternehmen, das OLED-Panels für Fernseher herstellt, die aktuelle Generation der Bildschirme breit auf dem Markt an. Im letzten Jahr mussten sich die übrigen Hersteller in der Regel mit Bauteilen der Vorgängergeneration begnügen. Im Grunde ist die Technik nun ausgereift. Die Haltbarkeit der OLEDs ist so lang, dass Kunden keine Ausfälle fürchten müssen. Auch gegen das sogenannte Ausbrennen von intensiv genutzten OLED-Zellen haben die Hersteller technische Lösungen gefunden. Bleibt der Preis, denn nach wie vor ist OLED vor allem ein Thema für den Premium-Bereich.

Doch es tut sich was. Gerade durch die anderen Hersteller sinken die Preise. LG hat mit der C8-Serie in diesem Jahr zum ersten Mal einen 77 Zoll OLED-Fernseher mit einem Preis unter 20.000 Euro zum Marktstart in den Handel gebracht. Mittlerweile liegt der Preis deutlich unter 7.000 Euro. Mit neuen Modellen erweitern die großen Markenhersteller Panasonic, Philips und Sony das Angebot im OLED-Bereich.

QLED & Nano Cell – Preiswerter, aber auch besser?

Neben OLED bleiben LED-Geräte weiter eine Alternative. Hier stoppt die Entwicklung nicht. Gerade Samsung will mit den QLED-Geräten, die Bildschirme mit den sogenannten Quantum Dots einsetzen, den Markt erobern. Diese Technik ermöglicht im Vergleich zu herkömmlichen LED-Displays ein leuchtstärkeres Bild und kräftigere Farben. Der Preis dieser Geräte liegt deutlich unter dem von OLED-Fernsehern. Bei anderen Herstellern ist diese Technik als Nano Cell bekannt.

Samsung hat sich bei der IFA im letzten Jahr klar zu Quantum Dot bekannt. Wie groß der Raum für Verbesserung ist, zeigte das Unternehmen in diesem Frühjahr mit dem TV-Flaggschiff Q9F. Statt der seitlichen Beleuchtung via Edge-LED setzt die Direct Full Array Elite-Technik auf direkte Beleuchtung. Das ermöglicht durch Local Dimming deutlich bessere Schwarzwerte. Bei den Q9F-Geräten können hunderte Zonen abgeschaltet werden. Gleichzeitig ist mit einem Lichtwert von bis 2.000 Nit ein sehr helles Bild möglich – gut für ein kontrastreiches HDR-Bild. Auch wenn die Anschaffungskosten unter denen vergleichbarer OLED-Geräten liegen, können interessierte Kunden aktuell mit einem Preis von rund 2.700 Euro für das 65 Zoll große Gerät rechnen.

Wie bei OLED setzt nicht nur Samsung auf Premiumgeräte mit Quantum Dot. Auch Hisense zielt zunehmend mit hochwertiger Technik und einem guten Preis-Leistungsverhältnis auf neue Kunden. Zur Fußball-Weltmeisterschaft zeigten die Chinesen mit dem Hisense H75U9A, was aktuell möglich ist. Das limitierte Sondermodell in 75″ Größe will ebenfalls mit Quantum Dots punkten, dazu verspricht Hisense eine Spitzenhelligkeit von 2.500 Nit. Auch hier soll Local Dimming für besseren Kontrast und schönere Schwarzwerte sorgen. Der Preis liegt aktuell bei rund 4.800 Euro.

Wohin der Trend im TV-Bereich bei der IFA 2018 geht, ist eindeutig: Der Kunde soll ein besseres Fernsehbild erhalten. Zu welchem Preis und in welcher Form, bleibt dann den individuellen Wünschen überlassen. Und auch, wenn es einige Fans bedauern werden: 3D wird kein Thema auf der IFA 2018 sein.

IFA Trend #2: Sprachassistenten & Vernetzung

Spätestens seit dem letzten Jahr sind Sprachassistenten und das Thema „Künstliche Intelligenz“ beim Verbraucher angekommen. Nachdem smarte Lautsprecher mit den Sprachassistenten von Amazon und Google 2017 auch in Deutschland auf den Markt kamen, haben zahlreiche Hersteller Amazons Alexa und den Google Assistenten in eigene Lautsprecher integriert. Dieser Trend wird auch bei der IFA 2018 anhalten. Neue Lautsprecher sind bereits angekündigt, schließlich sind die Geräte sind bei den Kunden sehr beliebt.

Dazu werden immer mehr Geräte mit Assistenzfunktionen ausgestattet. Sprachassistenten finde sich bereits in Autos. Samsung hat den eigenen Assistenten Bixby in die Kühlschränke der Family Hub-Serie integriert. In diesem Jahr soll der Samsung-Assistent auch auf Deutsch verfügbar sein. Damit kommt dann auch die Integration verschiedener Produktreihen aus dem Samsung-Sortiment einen Schritt weiter.

LG setzt auf das eigene ThinkQ-System. Dieser Assistent bringt Smartphones, Fernseher und Entertainment-Geräte sowie Haushaltsgeräte des Unternehmens zusammen. Dadurch soll dem Benutzer noch mehr Komfort ermöglicht werden. Dazu ist Amazons Alexa integriert, wodurch der Funktionsumfang deutlich vergrößert wird.

So ist dann auch die Vernetzung mit Geräten anderer Hersteller, gerade im Smart Home Bereich, möglich. Amazon und Google, aber auch Apple mit Home, haben die intelligente Vernetzung des eigenen Zuhauses ein großes Stück weiter gebracht. Dennoch konkurrieren verschiedene Standards. Den aktuellen Stand dieser Entwicklung zeigt die IFA 2018.

IFA Trend #3: Gesundheit

Eine gute Gesundheit ist wichtig, doch solange es nicht wirklich zwickt und schmerzt, wird diesem Thema wenig Bedeutung geschenkt. Dennoch ist der Bereich „Gesundheit“ seit Jahren ein wichtiges Thema auf der IFA. Von der bewussten und gesunden Ernährung über Pflegeprodukte bis hin zu Fitnessuhren und -trackern, die immer beliebter werden.

Mit vielleicht dem innovativsten Gerät im Bereich „Gesundheit“, einem der innovativsten Geräte auf der IFA 2018 überhaupt, kommt Philips nach Berlin. Die Niederländer sind nicht nur im Bereich der Consumer Electronic bekannt, Philips ist auch einer der führenden Medizinausrüster. Die Kompetenz bei Gesundheitsgeräten für Krankenhäuser und Artzpraxen ist auch für den gewöhnlichen Privathaushalt interessant.

Philips Smart Sleep: Besserer Schlaf in der Nacht trotz Stress am Tag

Mit Smart Sleep bringt Philips 2018 ein Gerät, das Medizin und Privatanwender verbindet – im Schlaf. Smart Sleep ist ein Kopfband, das den Schlaf des Trägers verbessern soll. Die verbaute Elektronik ermittelt die Schlafphasen. In der Tiefschlafphase gibt das Kopfband über einen kleinen Sensor hinter dem Ohr Schallwellen ab. Dieser Schall soll das Gehirn stimulieren und dadurch den Schlaf intensiver machen. Der Träger oder sein Umfeld hören davon nichts.

Zielgruppe von Philips Smart Sleep sind Personen mit eher kürzeren Nächten, wie Eltern mit jungen Kindern oder auch Personen mit hohem Arbeitsaufwand. Medizinische Ursachen von Schlaflosigkeit lassen sich mit Smart Sleep nicht beheben. Auch schläft der Träger nicht schneller ein. Auswirkungen soll das Gerät auf den REM-Schlaf haben, der durch die Stimulation verlängert werden soll.

Philips ist in diesem Bereich nicht allein tätig. Mit Dreem hat das französische Startup Rythm bereits ein Kopfband auf den Markt gebracht, das den Schlaf verbessern soll. Die Franzosen versprechen einen tieferen und erholsameren Schlaf durch Benutzung des Geräts. Mit einem Preis von 499 Euro liegt Dreem etwas über dem voraussichtlichen Preis von Philips Smart Sleep von rund 450 Euro. Das Philips-Band benötigt allerdings einen Sensor, der nach dreimaliger Nutzung ersetzt werden muss. Preis für die Packung mit 30 Sensoren: Rund 45 Euro.

Insgesamt kein preiswerter Spaß, doch ist guter Schlaf nicht unbezahlbar? Ob das Gerät am Ende wirklich den Schlaf verbessert und den Träger frischer rund erholter in den Tag starten lässt, muss sich in der Praxis zeigen. Liegt es wirklich am Smart Sleep-Kopfband, dass der Nutzer ausgeruhter aufwacht oder ist es nur Einbildung? Tatsächlich aussagekräftige Tests oder gar unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen werden auf sich warten lassen. Doch vielleicht reicht es auch einfach, wenn man an die Wirkung glaubt. Warum man ausgeruht nach einer erholsamen Nacht in den Tag startet ist doch egal.


IFA 2018 Highlights

IFA 2017 Highlights